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Lokalsport Einsame Entscheidung: Celles OB Mende sagt Sportlerehrung im Alleingang ab
Sport Sport regional Lokalsport Einsame Entscheidung: Celles OB Mende sagt Sportlerehrung im Alleingang ab
22:12 26.02.2014
Von Christoph Zimmer
Die Sportlerehrung der Stadt Celle wird es in diesem Jahr nicht geben. Statt eines großen bunten Programms gibt es für eine sehr kleine Auswahl an Sportlern einen Empfang beim Oberbürgermeister. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Die Absage der Sportlerehrung der Stadt Celle in diesem Jahr war offenbar ein politischer Alleingang von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. Wie die Cellesche Zeitung erfuhr, wurden weder die Ratsmitglieder noch der Verwaltungsausschuss im Vorfeld über die Entscheidung des Verwaltungschefs informiert. „Es ist ein schlechter Stil, wenn wir das aus der Zeitung erfahren müssen“, sagte Joachim Ehlers (CDU). Für den Vorsitzenden des Sportausschusses der Stadt entspreche dieses Vorgehen „nicht den Gepflogenheiten eines offenen Miteinanders von Ratsmitgliedern und Verwaltung“.

Bei der jüngsten Sitzung des Sportausschusses im vergangenen November wurden noch die Personen nominiert, die bei der Sportlerehrung für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt werden sollten. Von einer Absage der traditionellen Veranstaltung damals: kein Wort. „Spätestens hier hätte thematisiert werden müssen, dass die Sportlerehrung zur Disposition steht“, sagte Ehlers. Dann wäre noch genug Zeit gewesen, vor dem Hintergrund der Haushaltssperre „gemeinsam einen Lösungsweg zur Rettung der Veranstaltung zu finden“. So gewinne er „den Eindruck, dass die Sache zumindest fahrlässig gegen die Wand gefahren wurde“. Zuvor hatte bereits Hartmut Ostermann, der Vorsitzende des Kreissportbundes, die Absage der Sportlerehrung heftig kritisiert und einen großen Schaden für den Breitensport befürchtet. Auch er hatte davon zuerst in der Zeitung gelesen.

Die Absage wertete Ehlers als „falsches Signal für Sportler und Vereine“. Dass dies ohne Folgen für den Breitensport geschehe, wie Mende betonte, sei ein Irrglaube. „Breitensportler brauchen Vorbilder – und deren Leistungen müssen im öffentlichen Raum gewürdigt werden.“ Einen Empfang beim Bürgermeister, bei dem Ehrenamtliche und eine kleine Auswahl an Sportlern im Rahmen eines persönlichen Gesprächs geehrt werden sollen, hält er für keine Alternative zu der bisherigen Sportlerehrung. 2013 wurden 220 Sportler und Ehreamtliche im großen Festsaal des Celler Schlosses für ihre Leistungen prominent ausgezeichnet.

Ehlers fordert, dass alle freiwilligen Leistungen, zu denen nicht nur die Sportlerehrung gehört, bei der engen Haushaltslage gleichermaßen geprüft werden. „Es geht nicht, sich nur einzelne Bereiche herauszunehmen.“ Die Kosten für die Sportlerehrung beliefen sich 2013 auf etwa 15.000 Euro. Zum Vergleich: Erst kürzlich hat der Rat 10.000 Euro für die Fachwerktriennale, ein Projekt im Rahmen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, bewilligt. Ebenfalls eine freiwillige Leistung.