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Lokalsport Endlich ist die Null weg
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17:34 19.02.2012
Von Jürgen Poestges
Handball 1. Liga Frauen: SVGCelle (schwarz)- HSG Bad Wildungen Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Ist es fehlende Qualität? Oder ist es das angeschlagene Nervenkostüm? Vielleicht ist es ein bisschen von beidem, was dazu führte, dass sich die Handball-Bundesliga-Frauen von SVG Celle gegen den HSG Bad Wildungen am Ende mit einem 25:25 (11:14) zufriedengeben mussten. Unbestritten ist aber, dass das Team von Trainer Martin Kahle es durch eine große Leistungssteigerung in Halbzeit zwei schaffte, endlich die Null bei den Punkten weg zu bekommen.

Zur Pause lagen die Gastgeberinnen in einem eher durchschnittlichen Bundesligaspiel mit 11:14 zurück. Es reichte für die SVG lediglich zu einer 3:1-Führung in Minute neun, danach lief man ständig einem Rückstand hinterher. Das lag einmal an der mangelnden Torausbeute, weil der Ball oft unmotiviert Richtung Tor geworfen wurde oder am Kreis dem Gegner in die Hand gegeben. Und an einer Torhüterin Mami Tanaka, die in einigen Situationen eher unglücklich aussah.

Nach dem Wechsel war es aber genau die japanische Ex-Nationalspielerin, die mit guten Paraden das Signal zum Aufbruch gab. „Sie hat richtig gut gespielt, hat uns ein ums andere Mal in der Partie gehalten“, lobte Trainer Kahle seine Torhüterin.

Die Feldspielerinnen zogen mit. Nastja Antonewitch, in den ersten 30 Minuten eher Chancentod, traf ein ums andere Mal, Laura Vasilescu, vorher nicht zum Einsatz gekommen, steuerte ebenfalls Treffer bei. Schließlich war es auch Jessica Geier, die von links außen traf. Kahle: „Sie ist die Spielerin, die sich in dieser Saison am besten entwickelt hat. Vier Würfe, drei Treffer - da hat einer richtig aufgepasst im Training.“

Als Susanne Büttner in der 50. Minute endlich den Treffer zum Ausgleich erzielte (21:21), nahm die Partie Fahrt auf. Die große Chance auf den Erfolg ließen die SVG-Spielerinnen aber liegen. Als Bad Wildungens Sabine Heudens dem Schiedsrichter nach einer Zeitstrafe gegen sich den Vogel zeigte und die rote Karte sah, schafften sie es nicht, die Überzahl zu nutzen. stattdessen wurde einmal mehr überhastet der Abschluss gesucht. Anstatt selber in Führung zu gehen, lag man plötzlich wieder 22:24 zurück.

Allerdings schafften die Cellerinnen, angefeuert vom tollen Publikum - niemanden hielt es mehr auf seinem Sitz - erneut den Ausgleich. Auch von einer Zwei-Minuten-Strafe von Natasha Ahrens ließ man sich nicht aus dem Konzept bringen.

Allerdings war dann die letzte Szene der Partie eine typische. Sechs Sekunden Spielzeit standen auf der Uhr - 25:25 auf der Anzeigentafel. Freiwurf aus der Celler Hälfte, schnell sollte es gehen, um vielleicht doch noch den ersehnten Sieg zu schaffen. Doch man kam nicht mehr zum Abschluss, weil Desiree Comans den Ball gar nicht erst festhalten kann. Und deshalb war man sich auch nicht ganz sicher, ob man sich über den gewonnenen Punkt freuen oder den verlorenen ärgern sollte.