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Lokalsport Engländer siegen bei Misselhorner Polocrosse-Turnier
Sport Sport regional Lokalsport Engländer siegen bei Misselhorner Polocrosse-Turnier
18:30 25.09.2017
Quelle: Oliver Knoblich
Miele Forstamt

Auf sie warteten schwierige Bedingungen. Denn der Rasen war rutschig vom Regen, und das Thermometer zeigte maximal eine Temperatur von 15 Grad an. Trotzdem zogen die Polocrosser ihre Spiele hartnäckig durch. „Gegönnt wird sich hier nichts, obwohl natürlich der Spaß im Vordergrund steht“, sagt Katja Banik von der Polocrosse-SG Garbsen/Stelingen, die das Turnier zusammen mit Gabriele Krzemien organisiert hat.

Insgesamt setzte sich in der Klasse A das Team der Engländer vor den Finnen durch. In der Klasse B waren die Niederländer siegreich.

Im Großen und Ganzen waren die Veranstalter mit dem Turnier zufrieden. Einzige Wermutstropfen sind lediglich die Absage des italienischen Teams und die Zuschauerzahlen, da nur sehr wenige Besucher den Weg auf das Gelände des Reit- und Fahrvereins Hermannsburg-Bergen gefunden haben.

Dies sei die Problematik, mit der Polocrosse noch zu kämpfen habe. „Die Sportart ist leider hierzulande noch viel zu unbekannt“, erklärt Krzemien. Sie selbst hatte den Sport Anfang der 2000er Jahre bei einem Urlaub in Irland entdeckt und sich dazu entschieden, ihn in Deutschland bekannt zu machen.

Mittlerweile schwingen sich hierzulande Spieler in fünf Vereine, die alle hauptsächlich im Raum Hannover zu finden sind, regelmäßig aufs Pferd. Da der Sport in Deutschland noch am Anfang steht, gibt es bisher auch nur sehr wenige Polocrosse-Plätze im gesamten Bundesgebiet. Angesagtes Ziel der deutschen Polocrosser ist es, den Sprung aus der Nische zu holen und zu einer Breitensportart zu machen.

Doch bereits die Anschaffung von Ausrüstung gestaltet sich schwierig, da es nur sehr wenige Händler gebe und diese meist im Ausland säßen. Ebenfalls problematisch für die deutschen Polocrosse-Enthusiasten: Viele Turniere finden in Frankreich, den Niederlanden oder den Commonwealth-Ländern statt. Denn diese sind die Ursprungsländer des Sports.

Dies sorgt aber auch dafür, dass sich viele Spieler weltweit kennen und sich schon zahlreiche Freundschaften über die Landesgrenzen hinaus entwickelt haben. „Die Gemeinschaft zeichnet Polocrosse aus“, betont Banik, die mit ihren 53 Jahren selbst regelmäßig noch zum Schläger greift. Polocrosse sei nämlich ein Sport, dem man auch im hohen Alter noch nachgehen könne.

Nach dem Turnier in Misselhorn streben die Veranstalter an, auch im nächsten Jahr wieder einen Wettkampf in der Südheide zu organisieren. Angedachter Termin ist das Wochenende vom 22. bis zum 23. September im nächsten Jahr.

Von Niclas Burmeister