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Lokalsport Ersten Matchball verspielt: SVG Celle unterliegt Dortmund (mit Bildergalerie und Video)
Sport Sport regional Lokalsport Ersten Matchball verspielt: SVG Celle unterliegt Dortmund (mit Bildergalerie und Video)
06:09 03.08.2018
Von Uwe Meier
Silvia Szücs (rechts) zeigte war schwer zu stoppen und erzielte - gleich elf Treffer. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Unter die erste Enttäuschung mischte sich eine Portion Trotz. „Jetzt erst recht“, meinte Evelyn Schulz nach der knappen 30:31-Niederlage gegen Borussia Dortmund. „Dann machen wir es eben am nächsten Sonnabend perfekt.“Der SVG Celle hat es nicht geschafft, seinen ersten Matchball im Aufstiegsrennen zu verwandeln. Letztlich fehlte ein Tor, um den Weg ins Oberhaus endgültig zu ebnen. Nur allzu gern hätte der Handball-Zweitligist gegen den einzigen Mitkonkurrenten um den Erstliga-Aufstieg den „Sack zugemacht“. Ein Unentschieden hätte dazu ausgereicht. Doch daraus wurde nichts. Auch weil die Gastgeberinnen es nicht schafften, trotz einer fantastischen Unterstützung der Zuschauer, die ihr Team bis zur letzten Sekunde lautstark unterstützten, einen Vier-Tore-Vorsprung 14 Minuten vor dem Ende über die Ziellinie zu bringen. Dortmund kämpfte verbissen darum, die letzte kleine Aufstiegschance am Leben zu erhalten. Denn gewinnt der BVB beide abschließenden Begegnungen und der SVG verlässt zweimal als Verlierer das Feld, würde Dortmund noch an Celle vorbeiziehen.Dem SVG-Team gingen in der Schlussphase die Alternativen aus, um dem Ansturm der Gäste wirkungsvoll Paroli zu bieten – agierte letztlich auch nicht clever genug. Schon in den vergangenen Wochen hatte der SVG in den Schlussminuten Führungen noch aus der Hand gegeben. „Wir haben letztlich zu viele technischen Fehler gemacht. Es hat auch die letzte Konsequenz gefehlt“, meinte die elffache Torschützin Silvia Szücs. „Dadurch hat es am Ende nicht gereicht. Jetzt müssen wir alle Kräfte mobilisieren, um den Aufstieg nächste Woche gegen Nord Harrislee perfekt zu machen.“ Dabei hofft das Team erneut auf die Unterstützung ihrer Fans. „Wir brauchen diese Halle“, sagt Trainer Hungerecker. Und Evelyn Schulz fügte an: „Wir haben von einem tollen Publikum eine Riesenunterstützung erfahren. Jetzt sind wir dran, uns dafür zu bedanken.“Zu viele leichte FehlerCELLE. Beide Teams lieferten sich von Beginn an einen interessanten Schlagabtausch. Die Anfangsphase ging klar an das Team aus Dortmund. Die Celler Spielerinnen wirkten angesichts der Bedeutung der Partie nervös. Insbesondere in der Offensive ging beim SVG kaum etwas zusammen. Das Offensivspiel war von zahlreichen Ungenauigkeiten im Passspiel gekennzeichnet. Auch in der Abwehr passte nicht alles zusammen.Der BVB nutzte die Phase, um sein variables Angriffsspiel aufzuziehen und insbesondere seinen torgefährlichen Rückraum mit Stephanie Steden (9 Tore) und Anouk van de Wiel (11) in gute Wurfpositionen zu bringen. So lagen die Gäste nach 14. Minuten mit 10:5 in Front.Der zehnte Gegentreffer was so etwas wie ein Weckruf für das Celler Team, das sich anschließend ein Übergewicht erarbeitete. Angetrieben von einer treffsicheren Silvia Szücs und einer stark aufspielenden Bogna Dybul startete Celle in Unterzahl (Zeitstrafe gegen Susanne Büttner) eine Aufholjagd. Ganze acht Minuten benötigte der SVG, um aus dem Rückstand eine 12:11-Führung (22.) zu machen. Doch anschließend verfielen die Gastgeberinnen wieder in das alte Muster und erlaubten sich zu viele leichte und unnötige Fehler.Nach dem Wechsel schien es allerdings, als würde Celle die Partie in den Griff zu bekommen. „Wir hatten uns vorgenommen, in der zweiten Halbzeit nur noch neun Gegentore zu kassieren“, erzählte Evelyn Schulz anschließend. Eine Zielsetzung, die zu Beginn umgesetzt wurde. Denn bis zur 46. Minute ließ Celle nur vier Gegentreffer zu und hatte auch Dank eines Viererpacks von Silvia Szücs aus einem 20:20 (38.) eine 24:20-Führung (46.) gemacht.Doch Umstellungen im Dortmunder Spiel zeigten Wirkung. Fortan wurde Szücs mit einer Pressdeckung belegt. So verlor Celle deutlich an Durchschlagskraft, auch weil Anna-Katharina Loest aufgrund gesundheitlicher Probleme, „ich habe nur noch Sterne gesehen“, nicht ihren besten Tag erwischt hatte.Umstellungen im Celler Rückraum brachten mangels echter Alternativen nicht den erhofften Erfolg. Celle kam kaum mehr zum Zug. Auch in der Abwehr taten sich immer größere Lücken auf. 28:26 (52.) führte der SVG zwar noch, doch dann warfen die Gäste das Ruder herum und holten sich einen letztlich glücklichen Sieg.SVG verpflichtet Co-Trainerin und neue Spielerin CELLE. Der SVG Celle treibt die personellen Planungen für die kommende Spielzeit voran. So verpflichtet der Klub zur kommenden Saison Ralph Schönemeier als neuen Co-Trainer. Der 50-Jährige B-Lizenzinhaber, der beim SVG Celle einen Zwei-Jahres-Vertrag erhält, gilt in der Handballszene als guter Motivator und zielstrebiger Fachmann. Seinen Wechsel zum SVG Celle sieht Schönemeier optimistisch: „Ich wünsche und erwarte mir eine konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem gesamten Team. Das, was ich bisher vom SVG Celle kennengelernt habe, hat mich begeistert.“Schönemeier trainierte zuletzt die Männer der TSG Emmerthal. Die Rolle des Co-Trainers hatte er bereits für die Herrenmannschaft des Drittligisten TSV Anderten ausgefüllt. SVG Celle Trainer Christian Hungerecker freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit seinem neuen Co-Trainer: „Mit dem Engagement von Ralph erhalten wir einen Mehrwert im Trainer-Team, den wir bislang nicht hatten.Mit Tina Wagenlader verpflichtet der SVG Celle ein weiteres großes Nachwuchstalent aus der Region Hannover. Tina Wagenlader kommt von der HSG Badenstedt zum SVG Celle und unterschrieb ligaunabhängig für zwei Jahre. Die 19-jährige Kreisspielerin spielt in der laufenden Saison bereits per Zweitspielrecht für den SVG Celle.

Handball-Zweitligist SVG Celle hat den ersten Matchball zum Bundesliga-Aufstieg vergeben. In einer restlos ausverkauften HBG-Halle wurde es nichts mit dem erhofften Punktgewinn gegen Borussia Dortmund. Nach einer dramatischen Partie unterlag das SVG-Team mit 30:31 (14:16) und muss nun auf das kommende Heimspiel gegen TSV Nord Harrislee hoffen.