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Lokalsport Erstligist unterliegt nach starkem Beginn deutlich
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19:22 28.02.2010
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Trier. Frustriert und enttäuscht sass die Celler Mannschaft nach dem Schlusspfiff am Rande des Spielfeldes und sah mit traurigem Blick der Feier des Siegers zu. Im ersten Endspiel um den Klassenerhalt hatten die Nerven den Celler Spielerinnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach einem ganz starken Auftakt und einer 7:3-Führung nach zehn Minuten, hatte das SVG-Team völlig den Faden verloren und musste gegen einen dirkten Konkurenten im Kampf um den Klassenerhalt eine deutliche 25:31 (13:15)-Niederlage einstecken. „Das ist sehr schlimm“, meinte Desiree Comans. „Wir haben heute gegen uns selbst gespielt und den Gegner stark werden lassen. Wir haben viel zu viele leichte Gegentore bekommen und uns das Leben nach einem guten Beginn selbst schwer gemacht.“

Durch den vermeidbaren Punktverlust, der letztlich aber verdient war, hat sich der Aufsteiger aus Celler in eine schwierige Situation gebracht. Man steht dort, wo man nur nach dem ersten Spieltag einmal gestanden hatte und wo man auf keinen Fall wieder hin wollte – auf einem Abstiegsplatz. Entschieden ist allerdings noch lange nichts. Noch stehen vier Spieltag an, an denen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt eingesammelt werden können. Beginnen muss das Team damit aber bereits am Sonnabend in der HBG-Halle. Dann ist der VfL Sindelfingen zu Gast in der HBG-Halle. „Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen“, sagte Jolanda Robben. „Sicher ist man jetzt sehr enttäuscht. Aber das müssen wir ganz schnell ablegen und konzentriert die Vorbereitung für das kommende Spiel angehen.“

Celle verliert völlig den Faden

7:3-Führung nach zehn Minuten gibt nicht für die nötige Sicherheit

CELLE (uwi). Stark begonnen und dann ganz stark nachgelassen. Und so herrschte beim Handball-Bundesligisten SVG Celle schon eine gehörige Portion Ungewissheit darüber, wie es zu der deutlichen Niederlage hatte kommen können. Enttäuschtes Achselzucken war die Antwort auf diese Frage. Dabei hatte die Partie, in der es für beide Mannschaft um sehr viel ging, nahezu optimal begonnen. Während bei den Trierer Miezen die Nerven ziemlich flatterten, erwischte Celle einen Blitzstart. Konsequent nutzte man jede Schwäche und jeden Fehler konsequent und konzentriert zu einem Torerfolg. 3:0 hieß es nach vier Minuten – 7:3 sechs Minuten später. Dabei hatte Celle sogar zwei Treffer in Unterzahl erzielt. Ein Vorsprung, der sogar noch deutlicher hätte ausfallen können, wenn nicht Jolanda Robben (4.) nach einem Konter und Renee Verschuren (12.) bei einem Siebenmeter gescheitert wären. Dennoch war die Führung deutlich und hätte eigentlich für die nötige Sicherheit für ein erfolgreiches Spiel geben müssen. Doch genau das Gegenteil war der Fall.

Vielmehr bekam das SVG-Team anschließend vermehrt Probleme. Zuerst im Angriff und später dann auch noch in der Abwehr. Und so ging die Souveränität, mit der die SVG-Spielerinnen in die Partie gestartet waren, mehr und mehr verloren. Trier fand besser ins Spiel und bekam Oberwasser. In der Offensive schaffte Celle es nicht mehr, genügend Druck auf die gegnerische Abwehr auszuüben. Die Folge: zwischen der 10. und 20. Minute traf SVG nur noch zweimal. „Trier hatte sich dann besser auf uns eingestellt“, meinte Jolanda Robben. „Und wir haben den Faden verloren.“

Dennoch lag Celle vier Minuten vor der Pause noch mit 12:11 in Front, bevor die Gastgeberinnen nachlegten und sich eine Zwei-Tore-Führung zur Halbzeit besorgten. „Trotzdem war damit eigentlich noch nichts passiert“, sagte Robben. Damit hatte sie sicherlich Recht, doch beim Blick auf den weiteren Spielverlauf war es doch der Anfang vom Ende gewesen.

Denn mit dem Start in die zweite Halbzeit ging bei Celle gar nichts mehr zusammen. Auch in der Abwehr erlaubte sich der Gast jetzt einige Ungereimtheiten, die die Trierer „Miezen“, die nunmehr vor Spielwitz nur so sprühten, sofort nutzen. Beim 17:20 (39.) war SVG noch auf Schlagdistanz, dann nahm das Unheil endgültig seinen Lauf. Beim 19:26 (44.) drohte sogar ein Debakel. Zwar schaffte Celle anschließend einen Dreierpack zum 22:26 (48.). Doch Trier ließ nicht mehr locker und führte in der 57. Minute mit 31:23. Da blieb den Gästen in den Schlussminuten nur noch Ergebniskosmetik.

Trainerstimmen

Martin Kahle (SVG Celle): Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben dann einen komfortablen Vorsprung leichtsinnig verspielt. Und dann sind wir ständig nur hinterher gelaufen. Wir haben auch Probleme in der Abwehr bekommen und sind dazu keine Mannschaft die konstant 35 Tore wirft. Wir hatten hier unsere erste Chance. Es ist noch nichts passiert. Wir werden weiter gegen den Abstiegkämpfen. In der Frage um den Klassenerhalt bleibt es auch nach unserem Spiel gegen Sindelfingen spannend. Die Entscheidung wird erst nach dem letzten Spieltag feststehen.

Tomas Happel (DJK/MJC Trier): Wir ganz schlecht ins Spiel gefunden. Natürlich war der Druck nach den letzten Misserfolgen groß für uns. Aber die Mannschaft hat sich mit einer guten kämpferischen Einstellung gefangen und hat sich über 60 Minuten den Sieg erkämpft. Sicher haben wir auch Fehler gemacht. Aber der Sieg ist auch verdient und bringt für uns Selbstvertrauen.

DJK/MJC Trier – SVG Celle 31:25 (15:13)

DJK/MJC Trier: Vogt, Monz – Eggeer, Nadgornaja (6/2), Thomas (5), Schneider, Karsten, Vallet, Huber (4), Solic (5), Jakubisova (5), Jochin (6/1).

SVG Celle: Jankovic, Lenz – Comans (6/1), Valyushek (4), Verschuren, Antonewitch (1), Steinfurth (1), Robben (2), Techert (8), Büttner (3).

Schiedsrichter: Bernd Methe / Reiner Methe (Vellmar); Siebenmeter: 4/3 – 3/1; Strafminuten: 14 – 14. Zuschauer. 1200.

Torfolge: 0:1 (1.), 0:3 (4.), 1:5 (7.), 3:5 (9.), 3:7 (10.), 5:7 (13.), 5:8 (13.), 8:10 (21.), 10:10 (23.), 11:12 (26.), 13.12 (27.), 13:13 (28.), 15:13 (30.) – 16:13 (33.), 17:15 (35.), 18:16 (36.), 20:17 (39.), 23:17 (41.), 25:18 (43.), 26:22 (48.), 28:22 (51.), 31:23 (57.), 31:25 (59.).