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Lokalsport Ex-Oberligist MTV Post Eisntracht Celle fällt auseinander
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16:35 02.06.2011
Von Uwe Meier
Celle Stadt

Jahre- eigentlich sogar jahrzehntelang war der MTV Post Eintracht Celle im Männer-Handball das Aushängeschild im Kreis Celle schlechthin. Doch davon ist nach dieser Saison nichts mehr übrig. Nach dem Abstieg aus in der Oberliga fällt das komplette Team auseinander. Der MPE steht ohne Mannschaft da. Die kommende Saison in der Verbandsliga wird der Verein erst gar nicht angehen. Die Mannschaft wird mehr oder weniger zurückgezogen und steht damit bereits vor dem ersten Wurf als Absteiger in die Landesliga fest. Dort wollen die Verantwortlichen versuchen, in der Saison 2012/2013 einen Neuanfang zu starten.

Dazu müsste der Verein allerdings eine komplett neue Mannschaft aufbauen. Die Gründe, die dazu geführt haben, sind zu einem Teil in einem fehlenden Vertrauensverhältnis zwischen Teamleitung und Spielern begründet. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, sich nicht an getroffene Absprachen gehalten zu haben. Das hat unter anderem auch dazu geführt, dass Carsten Niebuhr, der die Geschicke des Teams hinter den Kulissen über lange Jahre geführt hat, sich inzwischen nahezu komplett zurückgezogen hat. „Ich habe immer für die Mannschaft gearbeitet. Aber in dieser Saison sind unmögliche Dinge passiert. Dass, was sich ein Großteil der Spieler geleistet hat, war charakterlos“, sagt Niebuhr. „Ich habe 35 Jahre lang Vorstandarbeit im Handball geleistet. Doch das, was in der vergangenen Saison gelaufen ist, hat mich vergrault. Ich habe einfach keine Lust mehr.“

Ende des vergangenen Jahres, als die ersten Gespräche darüber geführt wurden, wie es in der nächsten Saison weitergehen sollte, schien alles noch im Lot. Ein Großteil der Akteure hatte damals – sportliche Krise hin und oder her – ihre Bereitschaft erklärt, weiter für den MPE zu spielen.

Als Anfang März Trainer Alexander Grah seinen Rücktritt einreichte, wurden diese Gespräche wiederholt. Auch da hatten nach Auskunft von Jörg Oehus, der zusammen mit einigen Mitstreitern versucht hat, zu retten was noch zu retten ist, fast alle Spieler ihre Zusage gegeben, in Celle zu bleiben, soweit es eine entsprechende Mannschaft geben würde. Steffen Müller stand zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf der Liste. Von seinem Wechsel zum TSV Burgdorf hatten die MPE-Verantwortlichen aus der Presse erfahren. Von der „März-Umfrage“ will zumindest Torwart Rouven Kibellus, einer der Sprecher der Mannschaft, nichts wissen. „Davon weiß ich nichts. Über Verträge wurde schon gar nicht gesprochen“, sagt er. Er würde sogar seine Hand dafür ins Feuer legen, dass keiner seiner Mannschaftskollegen befragt wurden. Vielmehr sei zu der Zeit bereits klar gewesen, dass die meisten Spieler nicht mehr für MPE spielen würden. Eine Aussage, die Oehus nicht nachvollziehen kann. Er könne das Gegenteil belegen.

Auf jeden Fall spitzte sich die Situation mehr und mehr zu. Ein Spieler nach dem anderen gab in den vergangenen Wochen seinen Abschied bekannt. Inzwischen haben sich die Fronten zwischen Verein und Spieler weiter verhärtet. Grund dafür sind vertragliche Angelegenheiten. Beim MPE gibt man sich hinsichtlich dieser Dinge gelassen. „Es geht um Sachen, die die Spieler unterschrieben haben“, so Oehus.

Auch der Rückzug der Mannschaft sei innerhalb des Vereins kein größeres Problem. „Sicher hätten wir es schaffen können, eine Mannschaft in der Landesliga an den Start zu bringen“, sagt Jörg Matthee, der die Mannschaft zusammen mit Holger Heinrich nach dem Rückzug von Alexander Grah betreute. „Es macht aber keinen Sinn, die erste Mannschaft auf Gedeih und Verderb aufrecht zu erhalten. Wir haben kaum Zuschauerresonanz und keine Jugendarbeit. Für wen würden wir das also machen?“ Für Leute, denen die Identifikation mit dem Verein fehlt jedenfalls nicht.