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Lokalsport Problemlos über den „Walk of Fame“
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14:48 13.12.2018
Von Uwe Meier
Hannes Gumprecht hat den Hindernislauf "Getting Tough" erfolgreich absolviert. Quelle: Stephan Wieser
Celle

Warum er das macht? Sich zu schinden, zu frieren, um dann völlig ausgepowert irgendwann mal ins Ziel zu kommen? Hannes Gumprecht muss lächeln. „Gute Frage“, sagt er. „Weil es mir Spaß macht, an meine Grenzen zu gehen“, so der 20-jährige Extremsportler. Am vergangenen Samstag hat er es mal wieder getan. Beim „Getting Tough“ hat der Celler, der beruflich eine Ausbildung zum Industriemechatroniker absolviert, seinen Auskünften zu folge Spaß gehabt. Er war dabei, als 3000 Unverdrossene im thüringischen Rudolstadt Europas schwierigsten Hindernislauf in Angriff genommen haben. „Das war schon hart“, muss er zugeben.

Wasser, Matsch und fieser ein Wind

24 Kilometer über Stock und Stein, über Höhen und durch Tiefen, mit viel Wasser und noch mehr Matsch. Dazu wehte noch ein fieser Wind. Und einige deftige Hindernisse galt es ja auch noch zu bewältigen. Alle Starter haben diese Herausforderungen nicht zu Ende gebracht. Knapp 700 mussten erschöpft oder verletzt aufgeben. Gumprecht war nicht unter ihnen – nach 3:27,40 Minuten Quälerei hat er stolz die Ziellinie überquert.

Eine helfende Hand ist immer zur Stelle

Ganz allein hat er die Schinderei nicht hinter sich bringen können. Die Teilnehmer unterstützen sich gegenseitig. „Eine helfende Hand ist immer zu Stelle“, erzählt er über die Fairness, die auf der Strecke unter den Teilnehmern herrscht. „Der gemeinsame Gegner ist die Strecke, gegen die man sich verbündet.“

Straßenläue sind Gumprecht zu langweilig

Ausprobiert hat Gumprecht schon einige Sportarten. Triathlon und Marathon waren auch darunter. „Aber Straßenläufe sind mir irgendwie zu langweilig“, sagt er. Das bedeutet allerdings nicht, dass er es hin und wieder doch mal macht. Beim Frankfurt Marathon war er zum Beispiel mit drei anderen Kollegen als Staffel unterwegs. Das Quartett hatte sich die Distanz aufgeteilt. 15 Kilometer gingen auf das Konto des Cellers. Aber ganz ohne besondere Herausforderung ging das auch nicht. Gumprecht hat die Strecke barfuß gelaufen. „Das geht für mich einfach besser“, begründet er. „Außerdem ist es auch für die Füße gesünder. In Schuhen habe immer mal wieder Probleme.“

Barfuß ist viel gesünder

Barfuß durch die Gegend laufen ist für Gumprecht eigentlich ganz normal. Kürzlich ist er erst zwei Kilometer zum Bahnhof gewalkt. Ohnehin versucht er, viele Trainingseinheiten für seine sportlichen Extremherausforderungen in den Alltag zu integrieren. Wenn zu Hause das Essen auf dem Herd köchelt, absolviert er an einem im Raum befindlichen Balken schon mal Klimmzüge. „Die Zeit, in der das Essen kocht, kann man doch nutzen“, sagt er. Manchmal sitzt er auch mal tief in der Hocke, um Dehnübungen zu machen. Und hin und wieder sieht man Gumprecht vielleicht auch an den Celler Dammaschwiesen Autoreifen durch die Gegend schleppen. Ganz normales Training eben – Vorbereitung auf das, was bei einem Hindernislauf so an Aufgaben warten könnten.

Ungewöhnliche Trainingsmethoden helfen

Die ungewöhnlichen Trainingsmethoden haben dem 20-Jährigen geholfen, die Tortur in Rudolstadt zu überstehen. Leicht ist ihm das nicht gefallen. Besonders kurze Zeit nach dem Start hatte er mit sich zu kämpfen. Nur in kurzer Hose, T-Shirt galt es nach dem Massenstart erst es eine Strecke in tiefster Gangart unter über der Strecke gespannten Bändern zurückzulegen. Es folgte ein Wassergraben, den es zu durchqueren galt, um dann auf einen Erdhügel zu kriechen und wieder in einen Wassergraben zu gleiten, um anschließend über ein Holzhindernis zu klettern. „Das ging alles noch ganz gut“, erzählt Gumprecht.

Abenteuerliche Hindernisse auf dem "Walk of Fame"

Doch die folgende Laufstrecke, die „irgendwie nur bergauf ging“ hatte es in sich. „Die hat mir ganz schön zu schaffen gemacht“, erzählt er. „Die Waden haben ständig dichtgemacht.“ Er hat sich vorgenommen, das in Zukunft mehr zu trainieren. Dann wäre er wohl noch schneller unterwegs gewesen. Denn nachdem er einige Höhenmeter hinter sich gebracht hatte und es abwärts ging, war er flott unterwegs. Dann konnte ihn nichts aufhalten. Kein vier Grad kalter Wassergraben, den es einige 100 Meter zu durchwatten galt, kein Schwimmbad, in dem man unter Holzbalken hindurchtauchen musste und auch nicht der „Walk of Fame“ auf dem es zum Abschluss des 24 Kilometer langen Parcours noch einige abenteuerliche Hindernisse zu überqueren galt. „Das war alles kein Problem mehr“, sagt er. Von Krämpfen, wie sie viele andere Mitstreiter ertragen mussten, blieb Gumprecht verschont. Er erreichte das Ziel unbeschadet.

Weltmeisterschaft als nächstes Ziel

Was er als nächstes in Angriff nehmen wird, weiß der Celler Extremsportler noch nicht. „Ich hab das kommende Jahr noch nicht geplant“, sagt er und denkt dennoch schon darüber nach, wie er sich für die nächsten Weltmeisterschaften qualifizieren kann. „Mal sehen, ob ich das umsetzen kann.“

Mit Marcel Düngefeld war auch ein Fußballer des SV Wohlenrode in Rudolstadt dabei. Auch er war flott unterwegs und erreichte das Ziel nach 2:42:25 Stunden.

Das Celler Tennis-Ass Jennifer Wacker ist beim Turnier in Marne bis ins Finale gekommen. Dort musste die 22-Jährige im zweiten Satz verletzt aufgeben.

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