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Lokalsport Fehlpassfestival führt zur SVG-Niederlage
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16:38 22.09.2013
Von Uwe Meier
Die Mainzerin Meike Schmelzer ist auf der Kreismitte - von Hanna Dankwardt (rechts) angespielt worden. Evelyn Schulz (links) und Anna-Katharina Loest kommen zu spät. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Tief enttäuscht schlichen die Spielerinnen des Handball-Zweitligisten SVG Celle nach der Schlusssirene mit gesenkten Köpfen über die Spielfläche. Mit versteinerten Mienen bedankten sie sich kurze Zeit später noch bei den Zuschauern, die versucht hatten, dem Team während des Spiels den Rücken zu stärken. Geholfen hatte es allerdings nichts. Dabei hatten es die SVG-Spielerinnen unbedingt gewollt. Sie wollten unbedingt das Spiel gewinnen. Doch am Ende stand eine 20:25 (13:10)-Niederlage, die richtig weh tat.

„Wir haben das Pokalspiel gegen Rosengarten zu Hause verloren. Das konnte man noch mit Nervosität erklären“, meinte Susanne Büttner anschließend und fügte enttäuscht an. „Aber das zählte heute nicht mehr als Entschuldigung. Wir haben zu Hause gespielt und zu Hause müssen wir gewinnen.“ Zu Anfang sei ja auch noch alles gut gelaufen. „Und dann verlieren wir hier mit fünf Toren. Das geht einfach nicht. Das ist sehr, sehr ärgerlich“, so Büttner.

Die Frage nach den Gründen, weshalb die Celler Mannschaft 40 Minuten lang eine durchaus ordentliche Leistung gezeigt hatte und dann auf die Verliererstraße geriet, konnte so recht niemand beantworten. „Wenn ich das wüsste, wäre ich wohl dicht am Nobelpreis für Psychologie“, meinte Trainer Christian Hungerecker. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe keine Erklärung dafür.“

Fest steht allerdings, dass Mainz ab der 40. Minute dem Celler Team den Schneid abgekauft und letztlich einen verdienten Sieg eingefahren hatte. „Es tut mir leid, dass wir verloren haben“, sagte Evelyn Schulz während der Pressekonferenz in der HBG-Halle. Sie zählte auf, was denn alles so schief gelaufen war. „Wir haben unglaublich viele technische Regelfehler gemacht, haben unkonzentriert gespielt, die Angriffe nicht mehr ausgespielt und keine Geduld gehabt“, so die Kreisspielerin des SVG-Teams. „die Niederlage ist dafür die Quittung.“ Sieben Tore in einer Halbzeit seien einfach zu wenig, um ein Spiel zu gewinnen.

Mit dieser These hatte sie ohne Frage recht. Es zeigt aber auch auf, dass der Celler Zweitligist die Querelen der vergangenen Monate noch nicht gänzlich verdaut hat. Der Auftaktsieg in Ober Eschbach war zwar gut für das Selbstvertrauen gewesen. Doch die Partie gegen Mainz war Beweis genug, dass es nicht viel braucht, um das Team aus dem Tritt zu bringen. Hektik und unbedachte Aktionen kennzeichneten die Aktionen der Celler Mannschaft.

Nunmehr bleiben knapp drei Wochen Zeit, um die geschundenen Seelen zu beruhigen. Erst am 12. Oktober steht die nächste Partie an. Dann geht es auf die weiteste Auswärtsfahrt zum SV Allensbach an den Bodensee.

Nach 40 Minuten bricht SVG auseinander

CELLE. Ganz ohne Nebengeräusche scheinen die Spiele des Handball-Zweitligisten SVG Celle in dieser Saison nicht ablaufen zu können. In der vergangenen Woche war der Bus ausgefallen, dieses Mal streikte in der Halle der Computer. So wurde die Partie mit zehnminütiger Verspätung angepfiffen.

Davon ließ sich Celle aber nicht beeindrucken. Das erste Heimspiel der Saison begann für Handball-Zweitligist SVG vielversprechend. Zwar sah man sich nach drei Minuten einem 1:2 gegenüber – beide Gegentore waren nach leichtfertigen Ballverlusten im Angriff zustande gekommen. Doch dieses Problem bekam man anschließend in den Griff – vorerst zumindest. Nach sieben Minuten lagen die Gastgeberinnen 4:2 in Front. Eine Führung, die man lange Zeit erfolgreich verteidigte.

Über eine sichere Abwehrarbeit – die 5:1-Deckung stellte Mainz vor größte Probleme – erspielte sich der SVG spielerische Vorteile. Celle hatte die Partie im Griff, verpasste es aber, sich entscheidend abzusetzen. Die Chancenverwertung ließ Luft nach oben. Dieses Manko eröffnete den Mainzerin die Chance, die Begegnung offen zu halten. So wurde kurz vor der Pause aus einem 11:8 (26.) ein 11:10 (29.). Doch durch Tore von Natasha Ahrens und einen von Silvia Szücs verwandelten Siebenmeter ging es mit einem 13:10 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel war Celle vorerst weiterhin die spielbestimmende Mannschaft. Beim 16:12 (40.) hatte man sich sogar erstmals eine Vier-Tore-Führung verschafft.

Doch dann ging auf einmal nichts mehr zusammen. Im Angriff erlaubte sich Celle zahlreiche Ballverluste, die zu einem großen Teil Fehlpässen zuzuschreiben waren. Aber auch in der Abwehr war die Ordnung dahin. Ein ums andere Mal spielte Mainz die SVG-Defensive erfolgreich auseinander. Auch eine Umstellung der Abwehr von einer 5:1-Deckung auf eine 6:0-Formation erzielte keine Wirkung. „Wir waren hektisch und zerfahren“, erkannte Anna-Katharina Loest. „Und wir haben den Kopf nicht oben behalten.“ Und so war die Führung schnell aufgebraucht. In der 46. Minute führte Mainz erstmals mit 17:16. Zwar schaffte Celle noch das 17:17. Doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Während der SVG die Brechstange rausholte und dadurch vollkommen seine spielerische Linie verlor, bekamen die Gäste deutlich Oberwasser und stürmten gegen eine mehr und mehr resignierende Celler Mannschaft dem Sieg entgegen. „Das war sowas von unnötig“, meinte Loest. Da ist was dran. (uwi)