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Lokalsport Finanzielle Probleme bei SVG Celle: Ratlosigkeit und Verständnis bei Spielerinnen
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16:06 15.03.2017
Von Christoph Zimmer
Celle Stadt

Vor dem Training am Dienstagabend informierten Oehus und Sprecher Andreas Meyer die Mannschaft über die bedrohliche Situation. „Einige der Spielerinnen haben sehr überrascht reagiert. Danach wurde ganz normal trainiert“, berichtete Oehus. Für die laufende Saison fehlen rund 50.000 Euro. „Wir werden alles dafür geben, die Saison in Ruhe zu Ende zu spielen.“

Oehus muss den schwierigen Spagat schaffen, die finanzielle Lücke zu schließen und gleichzeitig die Planungen für den geplanten sportlichen Neuanfang in der zweiten Bundesliga in der kommenden Saison voranzutreiben. „Die Gespräche laufen. Die ersten Signale waren positiv“, sagt Oehus. Zu vermelden gebe es aber noch nichts. Wird die finanzielle Lücke nicht geschlossen, gibt es auch keinen Neuanfang. Dann bleibt nur der Gang in die Insolvenz.

In der Mannschaft herrschten Ratlosigkeit und Verständnis nach Bekanntwerden der Probleme beim Tabellenletzten. „Dass es Probleme gibt, die mit der Vergangenheit zu tun haben, stand immer im Raum“, sagt Rückraumspielerin Katharina Loest. „Natürlich wollen wir so hoch spielen wie möglich. Aber wenn es aus wirtschaftlicher Sicht keinen Sinn macht, in der Bundesliga zu bleiben, ist ein Neuanfang nachvollziehbar.“ Natasha Ahrens war vom „Ausmaß der Probleme“ überrascht. „Wir wussten, dass die Situation schwierig ist. Aber diese Dimension war uns nicht bekannt“, sagt die Kreisläuferin.

Aus dem Kader haben laut Oehus lediglich Karina Morf und Lareen Gräser einen bis 2018 gültigen Vertrag – ligaunabhängig. Alle anderen Verträge laufen am Saisonende aus. Da die Personalkosten im Rettungsfall jedoch noch einmal gesenkt werden dürften, müsste auch bei Morf und Gräser die Bedingungen neu verhandelt werden. „Wir können nur das zusagen, was wir auch einhalten können“, sagt Oehus. „Wir bieten das an, was aus unserer Sicht möglich ist.“

Loest und Ahrens jedenfalls sind zu Gesprächen bereit. „Ich fühle mich sehr wohl in Celle und höre mir alles an“, sagt Loest. In der Mannschaft gebe es sehr viele Spielerinnen, denen es genauso geht. „Es ist noch zu früh, etwas zu sagen“, sagt Ahrens. „Aber ich bin in jedem Fall nicht abgeneigt. Ich bin schon so lange hier. Mir liegt der Verein am Herzen.“ Erst einmal möchte sie sich aber „auf das konzentrieren, was wir beeinflussen können. Und das ist die laufende Saison. Wir wollen bis zum letzten Spieltag alles geben.“

Auch für Martin Kahle sei es noch zu früh, um etwas zu sagen. „Im Moment sind andere Faktoren wichtiger als meine Person“, sagt der Trainer. „Wir wollen uns davon nicht beeinflussen lassen und die Saison in Ruhe zu Ende spielen.“ Aber auch mit ihm wird Oehus sicher zeitnah sprechen.