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Lokalsport Für Hip-Hop ist es nie zu spät
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20:52 12.09.2018
Von Christian Link
Das Tanzquartett „Never 2 Late“: (von links) Eva Gorden, Sabine Schöllchen, Anne Dettmer, Christiane Djalvand und Trainerin Nadine Campbell. Quelle: Christian Link
Celle

Die erst vor einem halben Jahr gegründete Tanzgruppe ist bei ihrem Auftritt während der Norddeutschen SDF Meisterschaften in Eckernförde vom deutlich jüngeren Publikum begeistert gefeiert worden.

Bis April hatten die Seniorinnen mit Hip-Hop nicht viel am Hut. Dann beschlossen die vier von der Tanzschule Body Talk, Zumba den Rücken zu kehren und etwas Neues zu versuchen. „Die Ladies haben mitgekriegt, dass unser Trophäenschrank wieder voller geworden ist und haben gesagt: Wir wollen auch mal einen Pokal gewinnen“, erzählt ihre Trainerin Nadine Campbell. Eine Woche später nahmen sie das deutschlandweit wohl einmalige Hip-Hop-Projekt in Angriff.

Am 27. April wurde „Never2Late“ geboren, das wissen die Damen ganz genau. „An diesem Tag haben wir unsere WhatsApp-Gruppe gegründet“, sagt Dettmer. Seitdem sie mit dem Hip-Hop angefangen hat, hat die Waliserin die Tanzwut gepackt. „Ich habe mehr Energie und Elan“, sagt die 61-jährige Hambührenerin: „Egal, wo ich bin, ich möchte überall tanzen. Aber manchmal ist das peinlich – im Supermarkt, an der Tankstelle oder beim Frisör.“

Auch Schöllchen ist so beweglich wie lange nicht. „Ich hatte vor sechs Jahren einen Schlaganfall und bin danach zur Tanzschule gegangen“, berichtet die 64-Jährige und kann ihre Fortschritte selbst kaum fassen: „Vorher konnte ich kaum auf zwei Beinen stehen, jetzt balanciere ich auf einem. Das ist ein irrer Erfolg.“

Nicht nur in der Tanzschule, sondern auch zu Hause haben die vier Seniorinnen fleißig trainiert. „Nadine hat uns die Tanzschritte auf Video aufgezeichnet“, sagt Djalvand. Wie ihre drei Mitstreiterinnen hat die 71-Jährige vollstes Vertrauen in die staatlich geprüfte Tanzpädagogin. „Nadine weiß alles mögliche über Anatomie, da muss man auch um seine neue Hüfte keine Angst haben“, bestätigt Schöllchen und Gorden ergänzt: „Bei meinem Solo habe ich erst gedacht: Was denkt die sich da für mich aus? Das schaffe ich nie.“ Und jetzt ist ihre Einzelchoreografie, für die sich die 70-Jährige stilecht auch die Kapuze überzieht, einer der Höhepunkte der Show.

Nach der guten Vorbereitung war die Meldung bei den Norddeutschen Meisterschaft gar kein Problem, obwohl man im Hip-Hop bei den Senioren nur die Altersklasse Ü30 kennt. Campbell: „Der Veranstalter war sofort Feuer und Flamme.“ Die vielen hundert Zuschauer in der Stadthalle des Ostseebads konnte „Never2Late“ ebenfalls sofort für sich gewinnen. Die Eckernförder Zeitung vermeldete: „Das Publikum in der Stadthalle war während ihres Auftritts kaum noch zu halten“.“

Nach dem begeisterten Applaus haben die Ü60-Damen jetzt Lust auf mehr bekommen. „Das war ein tolles Erlebnis mit 800 Wettkampfteilnehmer, wir haben uns heiser geschrien“, sagt Schöllchen. Bei den Deutschen Meisterschaften in zehn Tagen will das Quartett deswegen wieder auftreten, schließlich haben sich die Cellerinnen durch ihren Sieg qualifiziert. „Wir bereiten das Feld für andere vor“, sagt Djalvand und hofft, dass auch andere Seniorinnen den Spaß am Hip-Hop entdecken: „Wir sind sowas wie Pioniere.

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