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Lokalsport Fußball-Landesliga: TuS Celle FC schafft Klassenerhalt
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18:39 17.05.2015
Von Heiko Hartung
Fußball-Landesliga: TuS Celle FC - TV Jahn Schneverdingen; Yalcin Ozan Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

„Wenn man nach drei Minuten mit 0:2 hinten liegt, ist das echt brutal. Aber wenn man sein Ziel dann doch noch erreicht, ist die Freude umso größer“, war Trainer Hilger Wirtz nach dem Spiel seines TuS Celle FC erleichtert. Denn mit großem Einsatz – und ein wenig Glück – holte der Landesligist im letzten Heimspiel der Saison gegen TV Jahn Schneverdingen ein 2:2. Trotz Unterzahl in der letzten halben Stunde. Der eine Punkt reicht Celle, um am letzten Spieltag in zwei Wochen nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben.

„Volle Unterstützung“ hatte sich Wirtz für das Unternehmen Klassenerhalt von den Fans gewünscht. Doch seinem Ruf folgten am frühen Samstagabend nur knapp 100 Zuschauer. „Eine absolut enttäuschende Kulisse“, so der Coach. Auch von denjenigen, die vor kurzem bei der Mitgliederversammlung lautstark gegen die geplante Fusion mit dem MTV Eintracht Celle geschimpft hatten und denen der Erhalt der blau-gelben Tradition nach eigener Aussage so wichtig ist, ließ sich kaum jemand blicken.

Und die, die den Weg ins Günther-Volker-Stadion gefunden hatten, sahen einen Horror-Start des TuS FC. In der dritten Minute verwandelte Schneverdingens Jascha Goelitzer einen Freistoß aus etwa 23 Metern direkt. „Vielleicht hätte ich einen Mann mehr in die Mauer stellen sollen“, beurteilte Celles Torwart Tjark Klindworth die Szene hinterher. Und kaum hatte Stadionsprecher Sascha Stammwitz den Spielstand durchgesagt, hatte der Tabellensiebte durch David-Roland Maria nachgelegt – es lief immer noch die dritte Minute.

Nach diesem doppelten Tiefschlag berappelte sich Celle erstaunlicherweise recht schnell. Ein Schuss von Oguzhan Cay wurde noch abgewehrt, dann fälschte Gästespieler Oliver Dittmer eine Flanke per Kopf ins eigene Tor (13.). „Da sind wir toll zurückgekommen“, meinte Wirtz hinterher. Und Celle drückte weiter. Michael Kiefer aus der Distanz und Cay nach einer Flanke von Hilger von Elmendorff verpassten aber den Ausgleich. Auf der anderen Seite vergab Sezgin Akgül frei vor Klindworth.

Von Elmendorff blieb nach der Pause mit Muskelproblemen draußen. Für ihn kam Mathias Winkler ins Spiel, der sofort über die rechte Seite für Tempo sorgte und für die entscheidende Szene des Spiel sorgen sollte. Zunächst hatte Celle aber Glück, als Rechtsverteidiger Yalcin Ozan nach einer Kung-Fu-Einlage kein Rot sah (49.) und der Schneverdinger Turgut nur den Pfosten traf (51.). Doch als Kodo Kadir nach einer harmlosen Rangelei mit seinem Gegenspieler, der sich theatralisch fallen ließ, mit Rot vom Platz musste, sah es ganz düster aus.

Doch dass Celle in Unterzahl spielte, war nicht zu spüren. Die Blaugelben stemmten sich gegen die drohende Niederlage und als Winkler in den Strafraum eindrang und nur durch ein Foul zu stoppen war, wendete sich das Blatt. Der stark spielende Kapitän Nils Rogge verwandelte den fälligen Elfer zum 2:2 (67.), der Ligaverbleib war unter Dach und Fach. Denn auch die Gäste schienen mit dem Remis zufrieden zu sein.

„Nach dem Sieg von Güldenstern Stade beim Spitzenreiter Heeslingen waren wir unter Zugzwang. Und nach der roten Karte habe ich unsere Felle endgültig wegschwimmen sehen“, sagte Jörg Klindworth hinterher. „Aber die Jungs haben es mit Willenskraft geschafft“, freute sich Celles Sportlicher Leiter.

Unklar ist, wie es beim TuS FC weitergeht. Fest steht, dass Wirtz, Klindworth und Klubchef Peter Hoop aufhören. „Wir haben keinerlei Planungen für die kommende Saison angeschoben. Wenn sich ein neuer Vorstand findet, muss der entscheiden, ob man noch mal in der Landesliga antreten möchte. Die Voraussetzung dafür haben wir jedenfalls geschafft“, so Klindworth.