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Lokalsport Gekommen um zu bleiben
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18:30 28.03.2012
Hermannsburgs weibliche Judokas stiegen in die 1. Liga auf. Quelle: Gert Neumann
Hermannsburg

Schwerer hätte es zum Saisonauftakt für die Judo-Damen des TuS Hermannsburg in der 1. Bundesliga Nord nicht kommen können. Ausgerechnet beim amtierenden Deutschen Meister PSG Brandenburg müssen sie zum Saisonstart am 21. April die Visitenkarte abgeben. „Macht nichts“, meint Trainer Dieter Wermuth, der sich allerdings nicht zu großen Hoffnungen auf eine faustdicke Überraschung hingibt. „Wir sind in der Ersten Liga, um weiter zu reifen.“

Allerdings: Verloren haben die jungen Frauen aus dem Celler Nordkreis schon lange nicht mehr. Durch die 2. Bundesliga sind sie im D-Zug-Tempo geeilt. Von daher wird sie niemand unterschätzen – auch der Deutsche Meister nicht. TuS Hermannsburg ist nicht allein im Kreis Celle die unbestrittene Nummer Eins im Judosport. In gesamt Niedersachsen gibt es qualitativ nichts Gleichwertiges. Das schafft Selbstbewusstsein, zweifelsfrei auch ein Verdienst von Trainerfuchs Dieter Wermuth. Doch diesmal läuft es nicht optimal. „Wir können zwar nach wie vor alle sieben Gewichtsklassen zweimal besetzen, dennoch haben wir personelle Sorgen“, sagt Wermuth. Mit Miriam Garmatter fällt ausgerechnet das Kronjuwel der Mannschaft verletzt aus. Garmatter studiert zwar in Osnabrück und hat sich auch dort einem Verein angeschlossen, besitzt aber das Wettkampfrecht für die Mannschaft in Hermannsburg.

Wermuth schaffte schon einmal mit einem Hermannsburger Team den Sprung in die 1. Liga, was 13 Jahre zurückliegt. Nach zwei Jahren zwangen allein finanzielle Gründe zum Rückzug. Auch diesmal könnten finanzielle Gründe zum gleichen Ergebnis führen. Denn noch ist eine Finanzierungslücke zu schließen, was Abteilungsleiter Frank Walzer durch Sponsoren hinbekommen will. Obgleich Janny van der Meer und Lena Busemann zum Nationalkader Hollands zählen, wird auch ihnen lediglich eine Aufwandsentschädigung erstattet. Denn die für TuS Hermannsburg antretenden Judoka sind Amateure reinsten Wassers. Das unterscheidet sie maßgeblich von der Konkurrenz. Zukäufe von Kämpferinnen lehnt der Trainer ab. „Es ist nicht fair, wenn Sportlerinnen, die den Aufstieg in die 1. Liga geschafft haben, zurück ins zweite Glied müssen.“

1999 und 2000 in der Ersten Bundesliga mit dabei war auch Yvonne Rasch, die sich durch besonderen Ehrgeiz auszeichnete. Mit 27 Jahren beendete sie ihre Karriere. Aus gutem Grund, denn Sohn Till wurde geboren, Till Wermuth heißt er und ist der Enkel des 59-jährigen Trainer-Gurus. „Mein Schwiegervater ist sehr konsequent, ehrgeizig und leistungsorientiert. Er kitzelt viel aus allen heraus und kann sehr motivieren“, sagt die heutige Yvonne Wermuth anerkennend. „Ich traue ihm viel zu, auch dass er die Klasse hält“.

Die Gegner des TuS Hermannsburg: 1. JC Mönchengladbach, Hamburger JT, JC 66 Bottrop, PSG Brandenburg, SUA Witten, TSV Bayer Leverkusen 04.

Von Gert Neumann