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Lokalsport Goals im Galopp bei Rixförder Polo Trophy
Sport Sport regional Lokalsport Goals im Galopp bei Rixförder Polo Trophy
16:35 23.07.2018
Quelle: Ines von Frantzius
Rixförde

RIXFÖRDE. Ein dumpfes Geräusch: Holz trifft auf Plastik. Der dünne Bambusstick biegt sich beim Schlag, wenn die „Zigarre“ den weißen Ball weit über das grüne Feld jagt. Es ist heiß, die Sonne sticht, die Vögel zwitschern, spanische Worte fliegen durch die Luft. Reiterromantik in Argentinien? Nein, das ist Polo in Rixförde.
„Die Polo Trophy ist unser Saisonhighlight“, sagt Maximilian Bosch, Vorsitzender des Poloclubs Gut Rixförde. Mit dem Teamhandicap von plus acht gehört das Turnier zu den höchst ausgeschriebenen Wettbewerben Deutschlands. „Hier wird drei bis vier Tore besser und schneller gespielt“, sagt der aus England angereiste Schiedsrichter Charles Seavill. Der Unparteiische von der Insel genießt bei den Polo-Spielern großen Respekt. Doch nicht die professionelle Ausbildung des Referees sei der Grund, warum sich die internationale Polo-Elite am Wochenende im beschaulichen Rixförde getroffen hat, sondern liege in der „hervorragenden Platzqualität“, wie Seavill erklärt.

Den Heimvorteil hat das Team des Poloclubs Gut Rixförde für sich genutzt. Es lief optimal für die Geschwister Maximilian und Sabrina Bosch, Laura Gissler-Weber – allesamt Vorstandsmitglieder und deutsche Nationalspieler – sowie den Argentinier Miguel Duggan: Im Finale am Sonntag besiegte das Quartett die „Hot Conejos“ mit 7,5:7. Schon im Vorfeld hatte Maximilian Bosch ein spannendes und knappes Match gegen das jüngste Turnierteam prophezeit. Die belgische Mannschaft musste jedoch auf ihren stärksten Spieler, Marcos Riglos, der ein plus fünf Handicap besitzt, verzichten. Am Vortag hatte sich der Verteidiger verletzt, seinen Platz nahm Valentin Novillo Astrada mit einem Handicap von plus sechs ein. Aufgrund der jeweiligen Teamhandicaps startete der Poloclub Gut Rixförde mit einem halben Punkt Vorsprung ins Spiel – der später das Finale entschied.

Polo ist ehrlich, rasant, taktisch und ein echter Knochenjob für Pferd und Reiter. Sportlich ging es absolut hochkarätig zu. Neben dem argentinischen Polo-Weltmeister Valentin Novillo Astrada im Team der „Los Nocheros“ boten weitere internationale und nationale Topspieler feinstes Polo, Geschwindigkeit, Goals und Galopp. „Die Spieler reisen mit guten Pferden an, niemand hat Hemmungen seine Pferde auf den Platz zu schicken“, berichtet Bosch im Bezug auf die Turnier-Organisation und Platzqualität. Vor vier Jahren entstand aus einem Maisfeld der lasernivellierte Poloplatz. „20 Spiele auf einem Feld“, sagt der Nationalspieler und lässt seinen Blick über das saftige Grün wandern, "und dann sieht der Platz so gut aus, das macht einen schon stolz." Durch den sandigen Untergrund wachse das tiefwurzelnde Wiesen-Rispengras perfekt.

Lediglich einige Meter – und eine wenige Zentimeter hohe Bande – trennen Reiter und Pferd von den Zuschauern. Rund 1000 Gäste haben das Polo-Turnier im ehemaligen preußisch-kaiserlichen Hochwildjagdgebiet bestaunt. Für die Mitglieder der Hannoversch-Britischen Gesellschaft ist der Besuch in Rixförde mittlerweile Tradition. Die Vereinigung ist mit gut 30 Mitgliedern in das Waldstück zwischen Ovelgönne und Fuhrberg gereist. „Das ist eine herrliche Landpartie. Wir genießen den entspannten Sommernachmittag auf dem tollen Gelände“, sagt Cornelia Körner. In ihrem Picknickkorb warten Leckereien wie Lammfilet, Trüffelbutter und Gürkchen. "Und natürlich Pimm´s", sagt Torsten Oliver Deecke, der seiner Sitznachbarin den typisch britischen Aperitif reicht.

Die Eleganz und Ästhetik des Sports beeindrucken den 51-Jährigen. „Polo ist wie Fechten oder Schach. Es ist ein strategisches Spiel, aber es geht anders als beim Schach schneller zu. Im Gegensatz zum Fechten, agieren die Spieler hier miteinander“, sagt Deecke. Die Veranstaltung erinnere ihn an seinen Urlaub in Andalusien. Die spanische Region ist weltweit für seine zahlreichen Gestüte und guten Pferde bekannt. Stilecht trägt Deecke einen Sombrero cordobés, einen traditionellen Hut, der in Córdoba hergestellt wird, auf dem Kopf.

Die Erde bebt, die acht Pferde beschleunigen blitzartig ihre Gangart, stoppen abrupt und wenden sich ruckartig. Der Angreifer treibt den Ball entlang der Bande vor sich her. Das dumpfe Klacken des Schlägers auf den Ball wird abgelöst vom Applaus und dem Jubelschrei des Kommentators. „This is polo“, dröhnt Hugh Piersons Stimme über den Rixförder Poloplatz.

„Schöner Ball, der ist gut!“ Nur ein Kommentar von vielen ähnlichen, die am Samstag schon auf dem Weg zum Oldendorfer Sportplatz ins Ohr des Besuchers dringen. Kein außergewöhnlicher Satz auf deutschen Anlagen, und doch ist am Wochenende bei diesem Event des MTV Oldendorf alles ein bisschen anders als gewöhnlich.

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