Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Großer Bahnhof für ICE aus Erfurt: SVG Celle empfängt Serienmeister (mit Video)
Sport Sport regional Lokalsport Großer Bahnhof für ICE aus Erfurt: SVG Celle empfängt Serienmeister (mit Video)
07:53 11.02.2015
Von Heiko Hartung
Mit neun Toren trumpfte Celles Silvia Szücs (links) zuletzt gegen Oldenburg auf. Gut möglich, dass sie gegen den THC wieder auf ihrer „Sahneposition“ im linken Rückraum aufgestellt wird. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Zwei Mal haben die Erstliga-Handballerinnen des SVG Celle zuletzt mögliche Punkte im Kampf um den Klassenerhalt liegen gelassen. „Die beiden Niederlagen gegen Bietigheim und Oldenburg Sekunden vor Abpfiff waren natürlich bitter“, sagt SVG-Trainer Martin Kahle. Speziell gegen Oldenburg (22:23) hatte niemand einen Erfolg vom Celler Team erwartet. „Aber wir wollen uns das nicht schönreden. Wenn man die Möglichkeit zum Punktgewinn hat, muss man zugreifen“, so Kahle. Aus der Bahn wirft der Rückschlag die Celler aber nicht.

Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass seine Spielerinnen nach dem jüngsten Dämpfer am Wochenende kaum Zeit hatten, über das „Was-wäre-wenn“ nachzudenken. Denn bereits am Mittwoch, 19.30 Uhr, geht es weiter im Programm – und das hat es in sich: Zu Gast ist der amtierende Deutsche Meister Thüringer HC. „Da wird ein ICE durch die HBG-Halle rauschen“, ahnt Kahle, was in der vorgezogenen Partie auf ihn und seine Aufsteigerinnen zukommt. Den Champions-League-Teilnehmer ausbremsen und in die Schranken weisen? „Wir werden es versuchen, aber es ist so gut wie unmöglich“, meint Kahle. Auch die Tatsache, dass Thüringen im Januar gegen den aktuellen Ligaprimus Buxtehude nach 52 Spielen ohne Niederlage mal wieder verloren hat und derzeit bei einem Spiel weniger nur auf Platz zwei liegt, schmälert keinesfalls seinen Respekt vor der Truppe um Trainer Herbert Müller.

Das Hinspiel (19:35) glich für Celle einer Komplett-Entgleisung. Kahles Ziel ist es, die scheinbar unvermeidliche Niederlage gegen die mit zahlreichen Nationalspielerinnen gespickte Mannschaft aus Erfurt diesmal in Grenzen zu halten. Denn: „In der Abstiegsfrage kann es am Saisonende auch auf das Torverhältnis ankommen“, weiß der erfahrene Coach und weist ausdrücklich auf den Celler Tabellennachbarn Bad Wildungen hin: „Die waren uns schon weit voraus. Aber durch die knappen Ergebnisse der letzten Zeit haben wir uns wieder herangearbeitet.“ Der Mitaufsteiger auf Platz 10 hat nur noch eine um ein Tor bessere Tordifferenz (minus 72) im Vergleich zum Tabellenelften Celle.

Wie stark der Kader der Titelsammler aus Mitteldeutschland (Deutscher Meister 2011 bis 2014, DHB-Pokalsieger 2011 und 2013) ist, zeigt die Tatsache, dass es sich der THC leisten kann, eine Top-Torjägerin wie Franziska Mietzner – immerhin Handballerin des Jahres 2011 – selbst in Topspielen zu schonen. So geschehen am vergangenen Wochenende in der Champions League gegen Dinamo Wolgograd. „Bei uns würde so eine Spielerin immer 60 Minuten lang auf dem Parkett stehen, egal was kommt“, sagt Kahle.

Dass die Erfurter den „kleinen SVG“ unterschätzen könnten, scheint ausgeschlossen: „Es gilt gerade in diesen Spielen gegen vermeintlich schwächere Teams mit voller Konzentration über 60 Minuten aufzutreten. Mit einem Sieg wollen wir die Tabellenführung zurückerobern“, kündigt THC-Coach Müller auf der Vereinshomepage an.

Bei Celle fällt Rückraumspielerin Kathrin Schulz weiterhin aus, hinter dem Einsatz von Adriana Cardoso de Castro (Knieprobleme) steht ein Fragezeichen. Für die Rückkehr von Linksaußen Bogna Dybul, die wieder ins Mannschafstraining eingestiegen ist, werden die Weichen langsam gestellt. „Sie wird frühestens nächste Woche gegen Koblenz spielen. Wir gehen kein Risiko ein“, sagt Kahle. Er hofft, dass die SVG-Fans dem „ICE“ aus Erfurt einen großen Bahnhof bereiten. Und wenn sich Celle nicht wie eine Bimmelbahn anstellt, leuchten die Signale in Sachen Klassenerhalt wieder ein bisschen grüner.