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Lokalsport "Hallen-Gipfel" im Neuen Rathaus
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16:05 04.09.2017
Von Heiko Hartung
Celle Stadt

Nach eigener Berechnung sei man zu dem Schluss gekommen, dass der Ausfall dieser Halle nicht dazu führt, „dass die Vereine hinsichtlich der Hallenbelegung qualitativ und quantitativ schlechter gestellt werden als vor dem möglichen Abriss“. Die von Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) unterzeichnete Vorlage führt weiterhin aus, dass laut „gutachterlichen Ergebnissen“ die Hallensituation in Celle bei einem Vergleich mit 91 Städten ähnlicher Größenordnung als überdurchschnittlich gut bewertet werden könne. Eine Befragung habe ergeben, dass 100 Prozent der Celler Kleinstvereine die Hallenbelegung als ausreichend und auch die Klein- und Mittelvereine dieses mit 71 Prozent so beurteilen. „Dahingegen sind alle vier Großvereine mit der Situation unzufrieden“, so Nigges Bericht. Diese vereinen immerhin etwa 7000 Mitglieder in ihren Reihen.

Unzufriedenheit kann Torben Schiewe für seinen Verein nur bestätigen. „Die citynahe Hallensituation ist mehr als angespannt“, meint der Geschäftsführer des zweitgrößten Celler Sportvereins MTV Eintracht. Als Ersatz habe die Stadt dem Verein, der die Nordwall-Halle pro Woche mit etwa 500 Sporttreibenden belegt und in dem mehr als 100 Jahre alten Gebäude auch seine Geschäftsstelle betreibt, unter anderem die Sporthallen in Scheuen (neun Kilometer entfernt) und Wietzenbruch (sechs Kilometer) vorgeschlagen – zu veränderten Zeiten. „Das sind für uns keine zufriedenstellenden Alternativen. Nur ein Neubau kann den geplanten Abriss ohne negative Begleiterscheinungen für unsere Mitglieder auffangen“, so Schiewe, der einen Mitgliederschwund befürchtet. Vom Verlust der historischen Heimat des Klubs mal abgesehen. Er habe das Gefühl, der Sport als freiwillige Leistung verliere in der Stadt immer stärker an Priorität. „Wir möchten der Politik bei der Sitzung klarmachen, dass das citynahe Sportangebot für Celle unverzichtbar ist“, sagt Schiewe. Nach CZ-Informationen hat die Verwaltung nach Einwänden des MTVE neue provisorische Ausweichstandorte wie das „Haus der Vereine“ am Celler Hafen oder die Paul-Klee-Schule in der Heese angeboten.

Die Sondersitzung wurde auf Drängen der Ratsopposition von SPD, BSG und WG einberufen. Man habe Sorge, dass die sportpolitischen Vorstellungen Nigges nicht mit den Zielen des Sportentwicklungsplanes einhergehen, so die Begründung. Zum Sportentwicklungsplan selbst soll es heute einen Bericht der Verwaltung geben.