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Lokalsport Hand von Gerd Bobaz ganz dicht am EM-Pokal
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17:56 14.09.2017
Von Uwe Meier
Abgekämpft aber glücklich: Gerd Bobaz bei der Hockey-EM. Quelle: privat
Celle

Celle. Natürlich hat Bobaz während seiner Hockey-Karriere schon einiges erlebt. Dazu gehören große Siege ebenso dazu wie schallende Niederlage. Man könnte meinen, dass Bobaz, der seit 1955 Hockey spielt, eigentlich schon alles in seinem Sportlerleben erlebt hat und eigentlich alle Ziele erreicht sein müssten. Doch wer so denkt, der irrt. Gerd Bobaz hat noch was vor. Er will unbedingt einmal bei einer EM ganz oben auf das Siegertreppchen steigen. Das treibt ihn an. Und so wird im kommenden Jahr der nächste Versuch in Barcelona gestartet – dann aber in der Ü70-Auswahl. „Ich habe ja das Glück, dass ich mich noch so bewegen kann“, sagt er. „Es macht einfach Spaß und auch die Gemeinschaft in unserem Team ist riesig.“

Von nichts kommt allerdings nichts. Die Vorbereitung auf die große Meisterschaft geht eigentlich schon jetzt los. Jede Woche treffen sich altgediente Hockey-Legenden aus ganz Niedersachsen in Hannover zum Training. „Wir sind so um die 26 Spieler“, berichtet der Celler. Dazu kommt einmal im Monat eine nationale Trainingsmaßnahme irgendwo in Deutschland, an der zahlreiche, etwas ältere Hockeyspieler von Ludwigsburg bis Hamburg auflaufen. Wer da dabei sein will, braucht schon eine größere Portion Idealismus. Das Geld dafür kommt aus der eigenen Tasche. Das galt auch für die Titelkämpfe in Glasgow, bei der dann auch noch die Kosten für Trainer, Physiotherapeut und Schiedsrichter oben draufgeschlagen wurden. Unterstützung vom Verband gibt es nicht.

Bobaz findet das schade, abhalten kann ihn das aber nicht. Ohnehin kann der 69-Jährige die Hände nicht vom Hockeystock lassen. Beim MTV Eintracht unterstützt er Martin Winterhoff beim Training der Celler weiblichen Jugend A und B sowie der Celler Damenmannschaft als Co-Trainer. „Es macht mir halt Spaß“, sagt er.

Noch mehr Spaß hätte Bobaz sicherlich, wenn es in Glasgow mit dem Titel geklappt hätte, zumal die ganz Angelegenheit für ihn eine ziemlich anstrengende war. In acht Tagen standen für die „alten Herren“ sechs Spiele auf dem Programm. Bobaz hat alle durchgespielt. Das hat ganz schön Substanz und das eine oder andere Kilogramm an Körpergewicht gekostet.

Gestartet war die deutsche Ü65 mit vier Siegen gegen Wales (5:0), Belgien (4:2), Irland (3:0) und Schottland (4:1). Gegen den späteren Europameister ging es dann richtig zur Sache. „Wir waren eigentlich die bessere Mannschaft“, so Bobaz, der mit seinem Team trotz einer Führung nach „dummen Gegentoren“ 1:3 unterlag. Das war es mit dem Titeltraum. Aber immerhin gab es abschließend noch ein 0:0 gegen England. „Gegen die haben wir sonst immer verloren“, so Bobaz und lächelt. Er hat eben noch was vor.