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Lokalsport Handball-Bundesliga: Martin Kahle übernimmt SVG Celle
Sport Sport regional Lokalsport Handball-Bundesliga: Martin Kahle übernimmt SVG Celle
18:49 02.11.2014
Von Uwe Meier
Martin Kahle wird neuer Trainer beim SVG Celle. Quelle: CZ
Celle Stadt

Es war in den vergangenen Tagen bereits vermutet worden – jetzt ist es perfekt. Am Sonntag präsentierte Handball-Bundesligist SVG Celle Martin Kahle als Nachfolger des vor elf Tagen entlassenen Christian Hungerecker. „Seine Erfahrungen im Damenhandball und seine Kenntnisse über das Umfeld bei uns haben den Ausschlag für Martin Kahle gegeben“, erklärte SVG-Geschäftsführer Bernd Bühmann zur Rückholaktion eines Trainers, der bereits bis Januar 2013, abgesehen von kurzen Unterbrechungen, seit über 20 Jahren Trainer des SVG Celle war. „Er wird sich schnell beim SVG zurechtfinden“, so Bühmann. „Alle anderen möglichen Kandidaten hätten für die Eingewöhnungsphase zwei bis drei Monate benötigt. Die Zeit haben wir aber nicht.“

Bühmann machte noch einmal deutlich, dass die Freistellung von Christian Hungerecker nahezu alternativlos gewesen war. Es habe bereits Gespräche mit Spielerinnen gegeben, die um die Auflösung ihres Vertrages gebeten hätten, wenn er Trainer bleiben sollte. „‚Es war keinesfalls eine Entscheidung, die zwischen Frühstück und Mittagessen gefallen ist.“ Bühmann hofft, dass nun wieder ruhigere Zeiten einkehren. Natürlich sei ihm bewusst, dass man sich dabei an Ergebnissen messen lassen müsse.

Die soll Martin Kahle als nunmehr Verantwortlicher für den sportlichen Bereich beim Celler Bundesligisten einfahren. Der 43-Jährige freut sich auf seine Aufgabe. „Beim SVG sind in den vergangenen eineinhalb Jahren Strukturen geschaffen worden, die noch nie so gut waren, um erfolgreichen Bundesliga-Handball in Celle zu spielen – sportlich wie wirtschaftlich.“ Ein Verdienst, der ganz klar Bernd Bühmann und Peter Kretzschmar anzurechnen sei.

Es ist Kahle durchaus bewusst, dass seine Rückkehr auf Kritik stoßen könnte. Immerhin hatte er im Januar 2013 die Mannschaft, die er auf Platz ein der 2. Liga geführt hatte, unverhofft verlassen. Damals hatte er angeführt, mehr Zeit für die Familie haben zu wollen. Doch das stimmte nur zum Teil. „Das habe ich aus Loyalität und Rücksicht auf Mannschaft und Verein gesagt.“ Die damalige Geschäftsführung habe ihm wenige Wochen zuvor signalisiert, dass ein Erstliga-Aufstieg wirtschaftlich kaum möglich sei. „Und ohne sportliche Perspektive fehlte mir die Motivation, kreuz und quer durch Deutschland zu fahren“, so Kahle Das sei jetzt vollkommen anders. „Auch von meiner Frau und meinen Kindern habe ich die volle Rückendeckung.“

Jetzt gelte es, sich auf die anstehenden Aufgaben zu konzentrieren. „Das große Ziel ist der Klassenerhalt. Dass das nicht einfach wird, wissen wir alle“, so Kahle, dessen Vertrag vorerst bis zum Saisonende abgeschlossen wurde. Dazu gelte es auch, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und die vielen jungen Nachwuchsspielerinnen an die 1. Bundesliga heranzuführen. „Für mich gibt es kein jung oder alt, sondern nur gut und schwächer“, so der SVG-Coach. Alle müssten sich der mannschaftlichen Geschlossenheit unterordnen. „Das erwarte ich von allen Spielerinnen. Persönliche Interessen müssen bei jedem hinten anstehen.“

Bereits am Montagabend absolviert Kahle das erste Training mit der SVG-Mannschaft. Mit den Spielerinnen will er zeitnah Einzelgespräche führen. Mit Co-Trainer Ralph Schönemeier würde Kahle dabei gern weiter zusammen arbeiten. „Von meiner Seite aus schon“, so der neue Chefcoach des SVG Celle.