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Lokalsport Handball-Bundesliga: SVG Celle mit großem Kampf und klarer Niederlage
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18:56 08.01.2017
Von Uwe Meier
Voll reingehängt: Celles Sarah Lamp (oben) hat versucht, sichgegen die THC-Abwehr durchzusetzen und ist von Katrin Engelund Crina Pintea zu Fall gebracht worden. Links spielt MeikeSchmelzer einen Pass auf Crina Pintea (links). Die Celler Abwehrmit Kim Wahle und Tina Wagenlader versucht, das zu verhindern. Quelle: Alex Sorokin (3)
Celle Stadt

Die spiegelblanken Straßen hatten am Samstagabend mutmaßlich dafür gesorgt, dass viele SVG-Fans auf eine Rutschpartie in Richtung HBG-Halle verzichtet hatten. Und so waren letztlich nur knapp 300 Zuschauer (davon mehr als 50 THC-Fans) dabei, als der Tabellenzweite in Celle sein Gastspiel gab. Die dürften ihr Kommen allerdings kaum bereut haben. Celle lieferte dem Topteam einen großen Kampf.

Die Voraussetzungen dafür waren allerdings alles andere als optimal. Denn zu den Ausfällen von Renee Verschuren, Anna-Katharina Loest und Svenja Kewitz gesellte sich mit Barbara Laszlo noch eine weitere Spielerin. Nach einem Zusammenprall im Training klagte sie über Schmerzen im Arm. „Wir wollten kein Risiko eingehen“, erklärte Trainer Kahle. Und so wurde die Ungarin nur bei Siebenmetern (4 Versuche – 4 Tore) für Celle aufs Feld geschickt. Somit standen aus dem ohnehin kleinen SVG-Kader nur noch sieben Feldspielerinnen zur Verfügung. Für ein Bundesligaspiel eigentlich viel zu wenig. Doch der kleine Rest kämpfte verbissen und zeigte dem Favoriten die Stirn.

„Sicher war das eine gute Leistung von uns“, meinte Natasha Ahrens. „Eine solche Leistung müssen wir aber auch mal in anderen Spielen zeigen. In den Spielen eben, aus denen wir Punkte holen können.“

Gegen den Thüringer HC war das trotz einer guten Leistung nicht möglich. Die Niederlage hätte jedoch knapper ausfallen können. Zum Beispiel dann, wenn es dem SVG häufiger gelungen wäre, ein leeres Tor zu treffen. Doch von sechs Versuchen auf das zugunsten einer siebten Feldspielerin verwaiste THC-Tor fand nur einer das Ziel. „Treffen muss man dann schon. Das haben wir wirklich nicht gut gemacht“, meinte Kim Wahle, die auch einige leichte Ballverluste in der Schlussphase bemängelte. „Das war dann schon ärgerlich.“ Das sah die achtfache Torschützin Johanna Heldmann ähnlich. „Wenn wir diese Bälle reinwerfen, sieht es deutlich besser für uns aus.“

Und dennoch. Celle hatte das geschafft, was der Trainer zuvor angekündigt hatte. Unbequem wollten sie sein. Davon hatte der THC einige Kostproben bekommen. Der Meister der vergangenen sechs Jahre tat sich in vielen Phasen der Partie schwer. Die Gastgeberinnen blieben bis weit in die zweite Halbzeit hinein auf Schlagdistanz. Mehr als drei Tore Vorsprung schaffte der Thüringer HC nicht. Celle überzeugte dieses Mal weitestgehend auch im Angriff. „Wir haben geduldig gespielt und auf unsere Chancen gewartet“, erklärte Heldmann. Und die wurden zumeist auch genutzt. Das Problem allerdings: Während sich Celle jeden Treffer hart erarbeiten musste, benötigten die Gäste nach SVG-Treffern einige Male nur wenige Sekunden, um selbst erfolgreich zu sein. Die über weite Strecken engagiert und konzentriert zu Werke gehende Celler Abwehr hatte zu lange gebraucht, um wieder in die richtige Formation zu kommen.

Kurz nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeberinnen bis auf 17:18 herangekommen und blieben bis zum 22:25 (44.) dran. Doch dann war die Kraft verbraucht. Während der Thüringer HC mit seinem 15-köpfigen Kader an der Temposchraube drehte, unterliefen Celle vermehrt leichte Fehler, die vom Gegner konsequent bestraft wurden. Und so fiel die Niederlage am Ende doch ziemlich deutlich aus. „Ein bisschen zu hoch“, wie Heldmann meinte. „Aber wir haben uns nicht abschlachten lassen.“

Maria Kiedrowski zurück an alter Wirkungsstätte

CELLE. Für Maria Kiedrowski war das Spiel zwischen dem SVG Celle und dem Thüringer HC eine kleine Reise in die Vergangenheit. Am Samstag kehrte sie an die Stelle zurück, an der sie ins Blickfeld des Bundestrainers geraten war. Ihre guten Leistungen im Trikot des SVG Celle, die die 28-Jährige in der vergangenen Saison gezeigt hatte, waren bei Michael Biegler nicht unverborgen geblieben. Der Flügelflitzer auf der linken Außenbahn hatte in Celle das geschafft, was ihr zuvor als Spielerin in Leipzig und Göppingen nicht gelungen war: eine Nominierung für die Nationalmannschaft. Inzwischen steht Kiedrowski im Kader des Thüringer HC.

„Es ist schön, mal wieder hier zu sein und die ganzen Leute wiederzusehen“, so Kiedrowski, die auch sonst noch Kontakte in Celle pflegt. Die Leistung ihres Teams sah sie mit gemischten Gefühlen. „Wir haben nicht wirklich gut gespielt. Allerdings war Celle auch gut vorbereitet“, sagte sie und lobte die Vorstellung ihrer ehemaligen Mannschaft, gegen die sie drei Tore erzielt hatte.

Seit Mitte des vergangenen Jahres gehört Kiedrowski zum Kreis der Nationalmannschaft. Für einen Einsatz bei der Ende des vergangenen Jahres ausgetragenen Europameisterschaft hatte es allerdings nicht ganz gereicht. Die Vorbereitung auf die EM hatte sie noch mitgemacht, war dann aber kurz vor den Titelkämpfen aussortiert worden. „Das war schon ein bisschen traurig. Natürlich wäre ich gern in Schweden dabei gewesen“, so die 28-Jährige. „Aber insgesamt war ich froh, überhaupt für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen.“

Jetzt konzentriert sich Kiedrowski ganz auf ihre Einsätze beim THC. Der hat sich neben dem Kampf um die Meisterschaft auch noch für die Finalrunde der Champions League qualifiziert und ist damit auf der europäischen Bühne weiter aktiv. „Da kommt man ganz schön rum“, sagt sie über ihre Reise quer durch Europa, die den Thüringer HC in den kommenden Wochen nach Ungarn, Russland und Mazedonien führen wird. „Das ist manchmal schon stressig, weil man ständig unterwegs ist. Aber es ist auch schön.“ Der Fokus liegt aber auf der Meisterschaft in der Bundesliga. „Da wollen wir mal sehen, ob wir Bietigheim nicht doch ein paar Minuspunkte beibringen können.“