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Lokalsport Handball-Bundesliga: SVG Celle verliert in Metzingen
Sport Sport regional Lokalsport Handball-Bundesliga: SVG Celle verliert in Metzingen
18:13 02.11.2014
Von Uwe Meier
SVG-Spielerin Natasha Ahrens versucht am Kreis für Evelyn Schulz (mit Ball) frei zu sperren. Die Cellerinnen gingen in Metzingen aber als Verlierer vom Platz. Quelle: Jörg Grünhagen
Celle Stadt

Niedergeschlagen saßen die Spielerinnen des SVG Celle nach dem Abpfiff am Spielfeldrand und mussten mit ansehen, wie sich das Team des TuS Metzingen von seinen Fans angesichts eines überaus deutlichen 28:15 (14:7)-Erfolges ausgelassen feiern ließ. Nichts, aber auch gar nichts war für den Handball-Bundesligisten an diesem Tag irgendwie normal gewesen. Nicht die Ausgangslage, nicht die Anreise und auch nicht das Spiel. „Ich bin froh, dass diese Partie vorbei ist“, sagte Evelyn Schulz enttäuscht und fügte leicht lächelnd und erleichtert an: „Die trainerfreie Zeit ist es ja zum Glück auch.“

Chancenlos war das SVG-Team gewesen. Die Umstände wollte jedoch niemand als Ausrede nutzen. Ja – die Mannschaft musste nach der Entlassung von Christian Hungerecker die Auswärtstour ohne Trainer angehen. Ja – auf der Anreise hatte man über zweieinhalb Stunden aufgrund einer Buspanne auf einem Autohof festgesessen. Und ja – einem derartigen Siebenmeterfestival hat man sich nicht erwehren können. Gleich 13-mal durfte eine Metzinger Spielerin an die Siebenmetermarke treten – zwölfmal zappelte der Ball anschließend im Netz. „Wir hätten im Angriff wohl ein bisschen mehr Alarm machen müssen. Dann hätten wir vielleicht auch ein paar Siebenmeter mehr bekommen“, meinte Renee Verschuren, die zusammen mit Jolanda Robben das Team auf die Partie vorbereitet hatte. „Aber wir haben insgesamt viel zu statisch gespielt. Im Grunde haben wir viel zu wenig geworfen. 15 Tore sind für die 1. Liga ein Witz“, sparte Verschuren nicht mit Kritik.
Celle fand zu keiner Phase ins Spiel. Zwar konnte man einen 0:2-Rückstand (4.) durch Tore von Bogna Dybul und Evelyn Schulz ausgleichen, doch dann nahm das Unheil seinen Lauf. Insbesondere in der Offensive agierte Celle ideen- und konzeptlos. Von gelungenen Angriffskombinationen war nichts zu sehen. Gegen eine konsequent zu Werke gehende Metzinger Defensive verpufften die Bemühungen zumeist erfolglos. Und hatte sich Celle einmal in eine aussichtsreiche Wurfposition gebracht, ging man mit den Chancen fahrig um. Dabei entwickelten die Celler Spielerinnen auch einiges Wurfpech. Gleich sechsmal traf man nur den Pfosten. „Vielleicht wäre mehr drin gewesen“, meinte Eyelyn Schulz. „Aber die Köpfe waren nicht frei.“
Und so zog Metzingen Tor um Tor davon. Dabei hatte der Tabellenfünfte auch das Wohlwollen der Unparteiischen auf seiner Seite. Denn insgesamt stand die SVG-Abwehr halbwegs sicher. Doch nahezu jede Metzinger Angriffsaktion, die sich in der Nähe des Wurfkreises abspielte, wurde mit einem Siebenmeterpfiff bestraft. „Sicherlich waren wir ein paar Mal unaufmerksam und dadurch zu spät dran“, meinte Verschuren, „aber 13 Siebenmeter gegen uns sind schon heftig.“ Ausschlaggebend für die Niederlage sei das aber nicht gewesen. „Wir waren auch nicht immer clever genug“, meinte Evelyn Schulz.

So führte Metzingen nach zwölf Minuten mit 5:3 und war bis dahin bereits vier Mal vom Punkt erfolgreich gewesen. Der fünfte Siebenmeter folgte auf dem Fuße zum 6:3-Zwischenstand. Anschließend ging beim SVG immer weniger zusammen. Metzingen war vor ausverkauftem Haus klar „Chef im Ring“. Die Stimmung in der Halle war dementsprechend euphorisch. Bereits zur Pause lag Celle beim 7:14 aussichtslos zurück.
An dem Bild änderte sich nach dem Wechsel wenig. Bis zur 40. Minute war Metzingen vier weitere Male vom Siebenmeterpunkt erfolgreich und zog auf 19:8 davon. Die Entscheidung war längst gefallen. Zumindest steckte das SVG-Team nicht auf und versuchte die Niederlage in halbwegs erträglichen Bahnen zu halten. „Es war heute alles etwas schwierig“, meinte Evelyn Schulz.

SVG Celle: Kemmer, Arndt – Verschuren, E. Schulz, Smit, Robben, Ahrens, Wagenlader, Szücs, Cardoso de Castro, K. Schulz, Büttner, Dybul.