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Lokalsport Handball-Bundesligist SVG Celle enttäuscht auf ganzer Linie (mit Video)
Sport Sport regional Lokalsport Handball-Bundesligist SVG Celle enttäuscht auf ganzer Linie (mit Video)
20:03 25.10.2015
Von Uwe Meier
Kim Wahle (oben, links) versucht sich - gegen Laura Rüffieux (Blomberg, rechts) durchzusetzen. Auf dem Bidl links setzt Celles fünffache Torschützin Nives Ahlin zum Torwurf an Quelle: Benjamin Westhoff (3)
Celle Stadt

Mit gesenktem Blick schlichen die Spielerinnen vom Feld, der Dank an die Fans für die Unterstützung viel sichtbar schwer. Das galt auch für ein Lächeln für die zahlreichen Autogrammjäger nach dem Spiel. Diese Niederlage hat gesessen. Es wird ein paar Tage brauchen, bis die Blomberger Vorführung beim 23:37 von den Celler Spielerinnen verdaut worden ist.

Vorgenommen hatten sie sich sicherlich einiges, nur herausgekommen – sieht man einmal von einer deutlichen Niederlage ab – ist dabei gar nichts. Die Pause – seit drei Wochen hatte das Team kein Spiel mehr absolviert – hat dem Team des Handball-Bundesligisten SVG Celle überhaupt nicht gut getan. Zumindest lässt das der von unzähligen Fehlern durchzogene Auftritt des Teams am Samstag in der HBG-Halle vermuten.

Überaus schwach präsentierte sich die Celler Mannschaft in der Partie gegen die HSG Blomberg-Lippe den heimischen Zuschauern. Nichts klappte – weder in der Abwehr noch im Angriff. Noch lange nach dem letzten Ballwechsel hatte der SVG-Manager Bernd Bühmann angesichts der Leistung der Celler Mannschaft nur ein Kopfschütteln übrig. „Verlieren ist kein Problem“, sagt er. „Aber heute ist irgendwie alles zusammengekommen. Und wenn keine Spielerin ihre Normalform erreicht, dann kommt so etwas dabei heraus“, so Bühmann.

Einer Celler Spielerin tat das Debakel besonders weh. Mit Tränen in den Augen saß Kim Wahle am Spielfeldrand. Sie hatte in der vergangenen Saison noch für Blomberg gespielt. Entsprechend motiviert war sie in die Partie gegangen – in ein Spiel, „in dem wir in der Anfangsphase noch Lösungen gefunden, uns dann aber nach ein paar komischen Entscheidungen in ein Tief gespielt haben“, sagte die 21-jährige Celler Rückraumspielerin. „Und da sind wir nicht mehr ausgekommen.“

Wieder kein Sieg. Gerade einmal ein Pünktchen steht zu Buche. Die Abstiegszone rückt immer näher. Und die kommenden Wochen machen wenig Hoffnungen, dass sich daran etwas ändert. Dem Auswärtsspiel am nächsten Samstag beim TuS Metzingen folgt am Mittwoch, 4. November, ein Heimspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Thüringer HC. „Es ist nicht unbedingt davon auszugehen, dass wir da gewinnen“, sagt Torhüterin Turid Arndt vorausschauend. Auch sie hatte am Samstag nicht unbedingt ihren besten Tag erwischt. „Aber vielleicht schaffen wir es ja, die ein bisschen zu ärgern.“

Die Leistung vom vergangenen Samstag macht dazu allerdings gibt dafür wenig Zuversicht. Außer vielleicht die Tatsache, dass es schlechter nicht mehr geht.

Celler Abwehr wird vorgeführt

CELLE. Die SVG-Supporters waren bestens gelaunt. Immerhin konnten sie vor dem Spiel eine neue Fan-Flagge präsentieren. Nach Aussage von Hallensprecher Christoph Buchmüller wäre das 15 Quadratmeter große Ding sogar das Größte seiner Art in ganz Niedersachsen.

Gut vorstellbar, dass die eine oder andere SVG-Spielerin angesichts ihrer Leistung gerne unter der Flagge verkrochen hätte. Denn was die Celler Mannschaft am Samstag anbot, war nicht bundesligatauglich.

Nach einem noch halbwegs akzeptablen Beginn zeigte die Leistungskurve des Teams in die falsche Richtung. Das größte Problem: die Abwehr. In den vorangegangenen Begegnungen hatte sich Celle dort die nötige Sicherheit geholt, davon war gegen Blomberg-Lippe nicht mehr allzu viel übrig geblieben. Vielmehr wirkte die SVG-Defensive gegen die wieselflinken HSG-Angreiferinnen überfordert. Blomberg trug seine Angriffsaktionen mit großer Sicherheit und hohem Tempo vor. Die Celler 5:1-Abwehr war dem nicht gewachsen, fand keinen Zugriff auf den Gegner und offenbarte mehrfach große Lücken, die die Gäste ausnutzten. „Eigentlich ist die Deckung eine Stärke von uns. Aber heute wurden wir vollkommen auseinander gespielt“, meinte Celles Torhüterin Turid Arndt, die nach 15 Minuten und zehn Gegentreffern den Platz im SVG-Tor entnervt für Chantal Pagel freimachte. Aber auch der jungen Keeperin erging es nichts besser. So musste Arndt in der zweiten Halbzeit zurück in den „Kasten“.

Auf der anderen Seite fehlte Celle gegen die sattelfeste Blomberger Abwehr die Durchschlagskraft. Ein Grund dafür waren die vielen kleinen Fehler im Celler Passspiel, die den Schwung aus den Aktionen nahmen und somit zum Scheitern verurteilt waren. Dazu kamen noch weitere technische Fehler, die zu Ballverlusten führten und die HSG in ihr gekonnt vorgetragenes Gegenstoßspiel finden ließ.

Das wurde auch nach einer Auszeit (13.) nicht besser. Blomberg war die klar spielbestimmende Mannschaft. Es passte daher einfach nur ins Bild, dass der SVG im ersten Abschnitt gleich drei Siebenmeter ausließ und bei weiteren guten Chancen Blombergs Torhüterin Anna Monz scheiterten.

Die Partie war angesichts eines 10:19-Rückstandes zur Pause eigentlich schon entschieden. Celle versucht nach dem Wechsel, die Niederlage in Grenzen zu halten. Was zumindest zwischenzeitlich zu gelingen schien. Nach dem 15:26 (40.) brachten fünf Treffer in Folge Celle bei auf 20:26 (47.) heran. Doch damit hatte es sich auch schon wieder. Nach einer kurzen Schwächephase übernahm Blomberg anschließend wieder das Kommando auf dem Spielfeld und nahm das SVG-Team gänzlich auseinander. „So etwas darf nicht passieren“, meinte Celles Kim Wahle und vermisste den Kampfgeist. „Für uns kann am Ende jedes Tor wichtig werden. Insofern war das, was wir uns in der Schlussphase geleistet haben, gar nicht gut.“