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Lokalsport Hermannsburg darf in 2. Judo-Bundesliga bleiben
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16:33 28.11.2018
Von Heiko Hartung
Jetzt ist es amtlich: Die Hermannsburger Judo-Frauen – hier mit Katharina Wendt (blau) im Kampf gegen Bottrops Jessika Grube – schicken ihre Gegner auch künftig in der 2. Bundesliga auf die Matte. Quelle: Kimberly Wojahn
Hermannsburg

Als beim Heimkampftag im September die „La Ola“-Welle durch die Christiansporthalle schwappte, war Frank Walzer gar nicht nach Feiern zumute – obwohl das Judo-Frauenteam des TuS Hermannsburg gerade Meister der 2. Bundesliga geworden war. „Das war das erste mal, das ich mich nicht über einen Aufstieg gefreut habe“, gibt der Judo-Abteilungsleiter zu. Grund: Nach den Regularien hätte Hermannsburg kommende Saison in der 1. Bundesliga starten müssen. Doch das wollten die Verantwortlichen unbedingt vermeiden. Bereits 1999 und 2000 sowie 2012 und 2013 war der TuS vier Jahre lang im Judo-Oberhaus vertreten. „Da gab es zum Teil richtig auf die Jacke“, erinnert sich Walzer.

Marc Wermuth „erbt“ Trainerjob vom Vater

Jetzt darf aufgeatmet werden: Der Deutsche Judo-Verband hat eine geplante Ligenreform um ein Jahr vorgezogen – und Hermannsburg darf in der geliebten 2. Liga bleiben. Damit haben sich die dunklen Wolken über dem TuS-Vorzeigeteam auf einen Schlag verzogen. Denn auch die zweite große Baustelle ist erledigt: Mit Marc Wermuth hat der Verein einen neuen Trainer für seine Erfolgs-Judoka gefunden. Der 42-Jährige „erbt“ das Amt von seinem Vater.

Nach dem gesundheitsbedingten Rückzug des langjährigen Trainers Dieter Wermuth (65) stand ein großes Fragezeichen im Raum, ob und wie es mit dem Team weitergeht – zumal einige Kämpferinnen altersbedingt nicht weitermachen wollten. „Ein Großteil der Mädels wollte aber gerne als Team zusammenbleiben“, so Walzer. Doch ein Aufstiegsverzicht hätte für den TuS die Rückstufung in die viertklassige Landesliga bedeutet. „Da wären wir unterfordert gewesen“, meint der neue Coach Marc Wermuth. „Vor allem unsere niederländischen Gastkämpferinnen hätten dort nicht mehr mitgemacht.“

1. Liga hätte Hermannsburg nicht "wuppen" können

Doch die 1. Liga hätte der Celler Nordkreisklub personell einfach nicht „wuppen“ können. „Anders als in der 2. Bundesliga werden dort an den Kampftagen in einer Begegnung Hin-und Rückkämpfe durchgeführt, wobei im Rückkampf zwei neue Leute eingewechselt werden müssen. Und dafür ist unser Mannschaftskader einfach zu klein“, erklärt Walzer. Das sei generell das Problem vieler Vereine. „Es gibt in ganz Norddeutschland kaum Kämpferinnen die auf Erstliganiveau mithalten können“, so der 50-Jährige. Und diese Wenigen würden mit Handgeldern in den Süden der Republik gelockt. „Geld für einzelne Leute wird bei uns aber nicht gezahlt.“

Walzer stellte beim Deutschen Judo-Bund einen Antrag auf Verbleib in der 2. Bundesliga. Nach mehreren E-Mails, in denen er die bedrohliche Situation der Vereine geschildert hatte, kam Bewegung in die Sache. „Es machen leider immer weniger junge Frauen Leistungssport“, so der Abteilungsleiter. Mit PSV Duisburg, JC Wermelskirchen und Adler Bottrop haben gleich drei von sechs Vereinen ihre Frauenmannschaften aus der 2. Liga abgemeldet. Der Judobund musste reagieren: Die erst für das kommende Jahr vorgesehene Bundesliga-Reform, bei der auf Grund weniger Mannschaften die vier Regionalligen komplett gestrichen werden, wurde vorgezogen. Einige Landesligateams füllten die frei gewordenen Zweitliga-Startplätze auf.

Neuer Judo-Coach erwartet spannende Kämpfe

Ligastart ist im Mai 2019 mit neun Mannschaften. Unter anderem trifft Hermannsburg auf Stade und das Judoteam Hannover. „Das wird ein hartes Brett. Ich erwarte spannende Kämpfe“, sagt der neue Trainer Marc Wermuth. Noch bei der Meisterfeier wurde er von Mannschaftsführerin Miriam Garmatter gefragt, ob er das Amt übernehmen möchte. Der in Celle wohnende Polizist sagte zu und setzt damit eine Familientradition fort: Sein Vater Dieter coachte die TuS-Frauen 25 Jahre lang. Er selbst ist seit seinem 14. Lebensjahr Nachwuchstrainer in Hermannsburg und will seinen Kinder- und Jugendgruppen weiter treu bleiben. „Jetzt haben wir in Sachen Ligazugehörigkeit und Trainerfrage die Ideallösung gefunden“, freut sich auch Walzer.

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