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Lokalsport Hermannsburger Frisbee-Spieler Europameister
Sport Sport regional Lokalsport Hermannsburger Frisbee-Spieler Europameister
15:31 15.08.2017
Von Jürgen Poestges
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hermannsburg

Eine von ihnen ist Neele Schröder. Sie gerade einmal 15 Jahre alt und jetzt bereits zum zweiten Mal Europameisterin geworden. „Das ist einfach cool“, sagt die Schülerin des Christian-Gymnasiums. Der Titel in diesem Jahr war dann doch noch etwas Besonderes. Denn im Finale gegen Österreich ging es sehr eng zu. „Keine Mannschaft konnte sich so richtig absetzen, es war immer total spannend.“ Schließlich setzten sich die deutschen U 17-Mädchen mit 12:11 im Universe-Point („Der nächste Punkt gewinnt“) durch.

Bei den U 17-Jungen waren Jonathan Meyer-Bothling und Justin Wollny vom TuS Hermannsburg im Team. Sie erreichten ebenfalls das Finale, hatten aber gegen Frankreich nach einem dramatischen Spiel mit 10:11 das Nachsehen. Beide Teams waren gleichauf, obwohl das Team Deutschland immer die Nase vorne hatte. Beim Spielstand von 10:8 lag der Sieg für das deutsche Team bereits in der Luft, aber Frankreich kämpfte sich auf 10:10 heran. Auch dieses Spiel endete mit dem Universe-Point.

Das U 20-Women-Team um die Hermannsburgerinnen Neele Baumung und Denise Wollny starteten gut ins Turnier, konnten aber im weiteren Verlauf der EM ihre starken Leistungen nicht weiter steigern und belegten am Ende den achten Platz.

Bundestrainer Dieter Salwik, der die U 17 und die U 20 betreut, freute sich riesig über den Titel. „Wir haben das eigentlich nicht erwartet“, sagt er. „Es gibt in der Mannschaft immer eine große Fluktuation und wir wussten nicht so genau, wo wir standen.“ Aber es sei eine tolle Mannschaftsleistung gewesen. „Die Mädchen haben richtig klasse zusammengespielt. Da jemanden hervorzuheben, wäre nicht in Ordnung.“

Die Einsätze in der Nationalmannschaft verlangen viel Eigeninitiative von den Teilnehmern. Das deutsche Team war in einer Bungalow-Siedlung untergebracht. „Wir hatten immer mit vier bis sechs Leuten ein Haus. Das war schon sehr komfortabel“, erzählt Neele Schröder. Allerdings wird das alles von den Eltern beziehungsweise den Spielern selbst finanziert.

Zwei bis drei Mal in der Woche wird trainiert in Hermannsburg, erzählt die Schülerin. Entstanden ist die jetzige Abteilung des TuS Hermannsburg aus einer Schul-AG des Christian-Gymnasiums. „Deshalb sind auch meistens Schüler beim Training.“ Im Winter geht es in die Halle.

Zweimal im Jahr findet ein Auswahltraining statt, in dem die Bundestrainer Spieler für die Nationalteams sichten. Neele Schröder: „Da kommt dann jeder, der Lust hat. Und es gibt viele gute Tipps, wie man sich verbessern kann.“

Neele Schröder gefällt an ihrem Sport besonders, dass er ohne Schiedsrichter stattfindet. „Da geht es um Fairness. Über ein vermeintliches Foul oder über ein Aus wird gesprochen. Und wenn man sich nicht einigen kann, dann wird der Spielzug wiederholt.“ Bei der EM wurden die Diskussionen übrigens meist in Englisch geführt.