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Lokalsport Hermannsburger Judoka trainieren auf dem Jakobsweg
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19:42 11.10.2017
Thomas Hilmer (links) und Tobias Huth haben sich einem Konditionstraining der etwas anderen Art unterzogen. Immer mit dabei war Maskottchen „de Baer“ (kleines Foto). Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hermannsburg

„Dabei stand zum einen die Kondition im Fokus“, erklärt Hilmer, der sich bereits mehrmals zu Fuß auf den Weg nach Santiago de Compostela gemacht hat. Mit seinem Maskottchen „de Baer“, das er für ein Fotoprojekt rund um die Welt mitnimmt, war er bereits zum dritten Mal auf dem Pilgerweg unterwegs. „Aus meiner Erfahrung weiß ich, dass die tägliche Bewegung dabei hilft, die Kondition zu verbessern und die Rücken- sowie die Beinmuskulatur zu stärken.“ Das ist wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, welche Strecke sie auf ihrer zehntägigen Wanderung zurückgelegt haben. Mit dem Start in Porto waren es etwa 250 Kilometer, bis sie die berühmte Kathedrale am Ende des Jakobswegs erreicht hatten. Im Schnitt hatten ihre Beine also 25 Kilometer am Tag zu bewältigen. „Wenn man Judo trainiert, trainiert man alle Körperteile. Bei den Kämpfen geht es dann hauptsächlich ums Kreisen. Das geht auf die Beine, und die kommen häufig beim Training zu kurz.“ Beim Pilgern hingegen werden sie gefordert.

Doch nicht nur die Muskulatur wird aufgebaut – auch der Geist kommt nicht zu kurz. „Ein Ziel war auch, nach der Wanderung ruhiger und besonnener zu kämpfen und mehr zu sich und dem eigenen Kampfstil zu finden“, sagt Hilmer. Selbstreflexion stand bei den Hermannsburger Judoka auf dem Programm. So tauschten sie sich untereinander über den Sport aus und arbeiteten daran, sich als Athleten weiterzuentwickeln.

Daneben sammelte das Duo auf der Strecke viele weitere Eindrücke und Erfahrungen. Das ging schon bei der Ankunft in Porto los. „An dem Tag, als wir losgewandert sind, fand dort ein Halbmarathon statt, und die Läufer waren dabei zeitweise auf derselben Strecke wie wir unterwegs. Wir haben dann die ein oder andere Erfrischung, die eigentlich für die Läufer bestimmt waren, abgekriegt. Die Portugiesen sind da ganz gastfreundlich“, erzählt Hilmer. Und auch die anderen Pilger begegneten den beiden Hermannsburgern mit viel Freundlichkeit und Interesse für ihre ungewöhnliche Trainingsreise. „Besonders Frauen, die allein auf dem Jakobsweg unterwegs waren, wollten etwas über Kampfsport wissen“, so Hilmer.

Dass ihn das Pilgern weitergebracht hat, davon ist er überzeugt. „Ob sich das auch sportlich bemerkbar macht, wird sich den Wettkämpfen zeigen.“