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Lokalsport Hermannsburger holt 60-mal das deutsche Sportabzeichen
Sport Sport regional Lokalsport Hermannsburger holt 60-mal das deutsche Sportabzeichen
07:25 12.03.2015
    80 jähriger Matthias Randerath Quelle: Benjamin Westhoff
Hermannsburg

Kraft, Schnelligkeit, Kondition und gute Schwimmfähigkeiten sind erforderlich, wenn man das deutsche Sportabzeichen bekommen möchte. Dass Matthias Randerath diese Fähigkeiten besitzt, daran besteht kein Zweifel. Denn in 60 aufeinanderfolgenden Jahren holte der 80-Jährige sich die begehrte Auszeichnung.

Alles begann im Jahr 1954 in Gütersloh. „Damals war ich 20. Mein Bruder hat eine Verwaltungslehre gemacht und sein Dienstherr hat sich damals für das Sportabzeichen eingesetzt. So sind wir gemeinsam zum Sportplatz gegangen“, erklärt der Hermannsburger, dessen große Leidenschaft das Tischtennisspielen ist. „Seit 1947, als Jugendgruppen nach dem Krieg wieder erlaubt wurden, stehe ich an der Platte“, so der 80-Jährige. Auch heute noch jagt er beim MTV Oldendorf der weißen Plastikkugel hinterher.

Selbst eine Hüftverletzung im Jahr 2010 brachte ihn nicht von seiner unglaublichen Sportabzeichen-Serie ab. „Da habe ich einfach die Schwimmprüfung vorher absolviert und dann im Herbst den Rest gemacht“, erzählt Randerath. Er möchte den Ruhm aber nicht allein einheimsen. „Denn mein Bruder Heinz hat ebenso 60 Sportabzeichen absolviert“, sagt der 80-Jährige bescheiden.

Seine Paradedisziplin ist das Schwimmen. „Da hatte ich nie Probleme, die vorgegebenen Zeiten zu erreichen. Im Weitsprung und im Laufen war mein Bruder immer besser, aber es hat auch so immer für eine Urkunde gereicht.“ Zum 60. Sportabzeichen bekam er vom Deutschen Olympischen Sportbund eine besondere Urkunde und einen Präsentkorb überreicht.

Diese Auszeichnung ist mehr als verdient. Denn sogar als der heutige Rentner im Ausland arbeitete, legte er regelmäßig seine Prüfungen ab, um seine Ehrung zu bekommen. „Für drei Jahre war ich in Zürich. Meinen Urlaub habe ich meistens bei meinen Eltern verbracht und dann das Sportabzeichen abgelegt“, erinnert sich Randerath.

Er ist davon überzeugt, dass er auch noch in Zukunft für seine sportlichen Leistungen ausgezeichnet wird. „Es wird ja mit der Zeit einfacher, weil die Standards altersbedingt sinken. Und es ist immer eine Herausforderung: Schaffst du es, oder schaffst du es nicht?“, erklärt der 80-Jährige. Und wenn selbst eine Hüft-OP ihn nicht aufhalten kann, dann wird er wohl auch noch sein 70. Sportabzeichen einheimsen.

Von Alexander Hänjes