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Lokalsport Hohe Schlagzahl in Richtung Rio
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19:17 03.09.2013
Gemeinsam peilen sie das große Ziel Olympia-Teilnahme an (von links): Peter Kluge, - Landestrainer Klaus Scheerschmidt, Patrick Leineweber, CRV-Vorsitzender Volker Holzberg, - Ann-Cathrin Leineweber, stellvertretender CRV-Vorsitzender Ulf Kerstan, - CRV-Ehrenmitglied Dieter Scheerschmidt, Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende, - Sparkassenchef Axel Lohöfener und Landrat Klaus Wiswe. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Die Teilnahme an den Olympischen Spielen ist der Traum eines jeden Leistungssportlers. Patrick Leineweber und Peter Kluge träumen genau diesen Traum. Die beiden Aktiven des Celler Rudervereins wollen im Sommer 2016 in Rio de Janeiro an den Start gehen. „Mit beachtlichen sportlichen Leistungen, großem Talent und Fleiß haben sie die Basis für dieses Projekt gelegt – sie können es schaffen“, sagt ihr Heimtrainer Klaus Scheerschmidt.

Leineweber und Kluge gewannen in den vergangenen Jahren Medaillen bei den Weltmeisterschaften der Junioren sowie in der Altersklasse U23, darunter je einmal Gold. Dazu hat jüngst auch Ann-Cathrin Leineweber als frisch gebackene U23-Weltmeisterin in diesem Jahr von sich reden gemacht – mit ihren 18 Jahren aber ist sie aus Sicht des Trainers vermutlich noch zu jung. „Die U23-Jahre sollten wir noch voll ausnutzen“, so Scheerschmidt.

Da die Olympia-Vorbereitungen sehr kostenintensiv sind, soll ein Aktionsbündnis aus dem Verein, Stadt und Landkreis Celle sowie der Regionalstiftung der Sparkassen die Sportler auf ihrem Weg nach Rio unterstützen. Insgesamt veranschlagt der Ruderverein Kosten von 58.000 Euro. Den Bärenanteil machen dabei neue Boote in Höhe von 45.000 Euro aus, der Rest wird für Wettkampfkosten und Trainingslager benötigt. Die drei Boote werden im Oktober ausgeliefert – die Kosten dafür teilen sich die Projektpartner.

„Rudern ist im Landkreis Celle ein Vorzeigesport und die Teilnahme an Olympia ein Traum, den wir gern unterstützen“, sagt Landrat Klaus Wiswe. Auch Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende ist begeistert: „Es geht uns darum, gemeinsam mit dem Verein etwas auf die Beine zu stellen, mit dem sich viele Menschen identifizieren können und von dem am Ende auch ganz viele andere Vereine profitieren können.“ Sparkassen-Vorstand Axel Lohöfener betont, dass die Förderung auch über Olympia hinausgehen werde: „Die neuen Boote bleiben im Verein und kommen so später dann auch den anderen Ruderern zugute.“

Vor dem Start bei Olympia steht zunächst die Qualifikation, die inoffiziell bereits im Herbst 2014 beginnt. Die offizielle Nominierung wird dann im Juni 2016 erfolgen. Entscheidend für die Größe der Mannschaft und die Chancen der Ruderer wird aber bereits das Abschneiden bei der Ruder-WM 2015 sein. „Dort qualifizieren sich die Bootsklassen für Olympia“, so Trainer Scheerschmidt. Leineweber und Kluge sollten daher in den kommenden zwei Jahren bei der WM im Einer, Zweier oder Vierer mindestens unter die ersten Fünf kommen. Die Mannschaftsbildung für die Saison beginnt jeweils im Herbst des Vorjahres mit der zentralen Kaderüberprüfung im Kleinboot in Dortmund, die die Grundlage für die Einladungen zu weiteren Trainingslagern bildet.

So wird für Patrick Leineweber nicht viel Zeit für sein Maschinenbaustudium in Hannover bleiben, doch daran hat sich der 20-Jährige bereits gewöhnt: „Es ist oft sehr eng und schwierig. Wenn es jetzt so erfolgreich weitergeht, werde ich wohl ein Urlaubssemester nehmen.“ Peter Kluge bereitet sich derweil als Riemenruderer vor allem im Stützpunkt Dortmund und damit im direkten Umfeld des Deutschland-Achters vor. Hier trainiert der 23-Jährige in der Sportfördergruppe der Bundeswehr.

Von David Sarkar