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Lokalsport In der Schlussphase den Turbo gezündet
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20:52 01.05.2011
Von Uwe Meier
Susanne Büttner (links) setzte mit dem 32. Treffer für das SVG-Team den Schlusspunkte der Partie. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Der Nordmeister hatte es geschafft. Mit einem 32:26 (13:12)-Erfolg im Rückspiel des Playoff-Halbfinals gegen den TuS Metzingen steht das Team im Aufstiegsfinale. „Das ist einfach irre“, freute sich Desiree Comans. „Es war richtig spannend und die Zuschauer waren richtig toll. Danke für die Unterstützung.“

In den Finalspielen trifft Celle auf den Südzweiten TV Nellingen, der nach einem 25:25 im Hinspiel gestern mit einem äußerst knappen 27:26-Sieg über SV Union Halle-Neustadt die Fahrkarte für die Finalspiele buchte.

„Die Finalspiele haben wir uns verdient“, meinte Celles Jolanda Robben angesichts der Tatsache, dass das SVG-Team in bisher 24 Meisterschaftsspielen 22 Mal als Sieger das Feld verließ.

Allerdings musste Celle am Sonnabend alle Kraftreserve in die Waagschale werfen, um das verbissen kämpfende Team des TuS Metzingen niederzuringen. Wie schon im Hinspiel war die Schlussphase ausschlaggebend. Zehn Minuten vor dem Ende hatten die Gastgeberinnen in einer rappelvollen HBG-Halle noch mit 22:24 zurückgelegen. Doch dann drehte sich die Partie die Dank eines famosen Schlussspurts doch noch zu Gunsten der Gastgeberinnen.

„Das war ein Spiel auf Augenhöhe“, meinte Robben. „Wir sind in der schwierigen Phase ruhig geblieben und haben das Ding dadurch am Ende noch umgebogen.“ Dementsprechend groß war der Jubel.

Doch lange Zeit, sich über die zwei Siege im Halbfinale zu freuen, bleibt der Celler Mannschaft nicht. Bereits am kommenden Wochenende steht das Final-Hinspiel auf dem Programm. Nicht nur, dass auf die Mannschaft damit erneut eine lange Reise wartet – Nellingen liegt in der Nähe von Reutlingen – viel wichtiger ist, dass er sein Team gut auf den Südzweiten vorbereitet. Bereits gestern glühten die Telefondrähte, um sich Informationen zu beschaffen. „Natürlich werde ich mir ein paar Videos von Nellingens Spielen ansehen“, verriet Kahle. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ - diese alte Weisheit gilt umso mehr, wenn man sich in den Playoffs befindet und noch zwei ganz wichtige Partien vor sich hat.

Torehatz der niederländischen Fraktion

CELLE. 32 Treffer erzielte der Celle. 20 davon gingen die niederländische Fraktion im SVG-Team Renee Verschuren, Desiree Comans und Jolanda Robben. Insbesondere Verschuren, die einfach nicht zu bremsen war und elf Treffer markierte, interessierte das relativ wenig. „Ich habe ganz nicht mitgezählt“, sagte sie, „aber es hätten noch mehr sein können. Immerhin habe ich ja noch zwei Siebenmeter verworfen.“

Wichtiger für die Rückraumspielerin, die ihren Vertrag für die kommende Spielzeit noch nicht verlängert hat – „wir sind in Gesprächen“ – war, das die Mannschaft insgesamt gut gespielt hatte und „60 Minuten lang gekämpft hat“.

Celle hatte gut in die Partie gefunden. Insbesondere das Positionsspiel im Angriff zeigte im Vergleich zum Hinspiel deutlich mehr Sicherheit. Doch nach einer 9:6-Führung (15.) – Metzingen hatte bis zu diesem Zeitpunkte bereits drei Siebenmeter ausgelassen, begann die Souveränität, mit der das SVG-Team die Partie bis dahin geführt hatte, zu bröckeln. Es häuften sich die kleinen Fehler, die Metzingen immer wieder leichte Ballbesitze bescherte.

Die intensiv geführte Partie, die mit enorm hohem Tempo ausgetragen, nutzte nach dem 6:9 die Fehler des Gegners konsequenter. Zudem setzte sich nun auch Metzingens Torjägerin Annamaria Ilyes, die die SVG-Abwehr gut im Griff gehabt hatte, vermehrte erfolgreich in Szene. Der Celler Vorsprung schmolz dahin und verwandelte sich sogar in ein 11:12 (26.).

Nach der Pause verlief die Partie vorerst ausgeglichen. Die Führung wechselte nahezu ständig. „Doch ab der 45. Minute haben wir es uns kurzzeitig schwer gemacht“, meinte Desiree Comans, die acht Mal traf. Tatsächlich ließ Garßen in dieser Phase einige Chancen zu viel aus. Metzingen, dass vermehrt über die Außenbahn erfolgreich war, verschaffte sich mehrfach einen Zwei-Tore-Vorsprung. Die Celler

Final-Teilnahme geriet ernsthaft in Gefahr. Sogar bei einem 6:4-Überzahlspiel kamen die Gäste zu einem Torerfolg. Es war der Treffer zum 24:22 (50.) und es war zugleich der Auftakt zu einer Schlussphase, die aus Celler nicht besser hätte verlaufen können. SVG ließ die Kräfte spielen. Während Metzingen in der Schlussphase in der 53. Minute eine weitere Zeitstrafe hinnehmen musste, legten die Gastgeberinnen zu.

Konzentriert wurde jetzt jede sich bietende Möglichkeit in Tore umgemünzt. „Jetzt gehts los“, skandierte die Menge als SVG aus dem 22:24 ein 25:24 machte. Tatsächlich ging es los. Denn die Gastgeberinnen waren nicht mehr zu bremsen und hatten zum finalen Wurf ausgeholt. Sieben Treffer in den letzten fünf Minuten gegen einen mehr und mehr aufsteckenden Gegner verwandelte ein zuvor angespanntes Gesicht von Trainer Martin Kahle in ein Lächelndes. Die Finalteilnahme war gesichert. (uwi)s

Trainerstimmen

Edina Rott (TuS Metzingen):

Insgesamt bin ich mit der Saisonleistung meiner Mannschaft zufrieden. Schon mit dem Erreichen der Playoffs haben wir mehr erreicht als wird gedacht hätten. Zudem ist Celle eine starke Mannschaft. Zu Hause waren wir zu passiv. Heute waren wir besser. Allerdings hatten wir Probleme mit der Chancenverwertung. Die Niederlage mit ist mit sechs Toren Unterschied zu hoch. In der Schlussphase sind wir mit den vielen Unterzahl-Situationen nicht klar gekommen. Das hat einfach zu viel Kraft gekostet. Insgesamt gesehen hat es Celle verdient, weiterzukommen.

Martin Kahle (SVG Celle):

Dass das heute schwer werden würde, war klar. Der TuS Metzingen hat einige Spielerinnen in seinen Reihen, die schon ziemliche Qualität besitzen. Wir haben gut ins Spiel gefunden. Insgesamt war die Leistung in Ordnung. Aus der Mannschaft möchte ich niemanden herausheben. Alle Spielerinnen haben ihren Aufgaben erledigt. In der ersten Halbzeit war es ein bisschen ärgerlich. Beim Zwei-Tore-Rückstand wurde es für uns brenzlig. Aber die Mannschaft hat sich aus dieser schwierigen Situation herausgekämpft. Zum Schluss ist Metzingen ein bisschen eingebrochen. Aber das war auch ein bisschen verständlich. Aus die TuS-Spielerinnen können rechnen und haben gemerkt, dass es nicht mehr reicht.