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Lokalsport Jahrhundertfaustballer in Oldendorf: Familiär, fair und körperlos
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16:25 23.07.2018
Eine Faustball-Legende in Aktion: Dirk Schachtsiek galt während seiner aktiven Zeit als bester Faustballer der Welt. Jetzt spielt der 52-Jährige für den TSV Hagen 1860 vorne im Angriff. Quelle: Oliver Knoblich
Oldendorf

Die Art, wie das runde Spielutensil geschlagen wird, unterscheidet sich von dem, was standardmäßig auf einheimischen Plätzen zu erleben ist. Gespielt wird der Ball von einem der fünf Mitglieder einer Mannschaft mit Faust oder Unterarm, einmal muss er im gegnerischen Feld aufkommen, bevor er angenommen werden darf. „Faustball ist eine Randsportart und war es auch immer“, sagt der Vorsitzende des MTV Oldendorf Jens Riggers.

In zahlreichen Vereinen fehlt die Sparte komplett, aber in Oldendorf steht sie traditionell hoch im Kurs. Der MTV gehört zum Bezirk Lüneburg, der deutschlandweit als Hochburg dieses Sports gilt. Daher ist Oldendorf als Ausrichter der Norddeutschen Meisterschaften der Faustball-Senioren keine Überraschung. „Diese Veranstaltung ist eine der großen Events im Jahresablauf“, erläutert der Vorsitzende, während auf dem Platz jeweils vier Spiele parallel ausgetragen werden. Siebzehn Mannschaften in drei Altersklassen, Ü35, Ü45, Ü55, gehen an den Start, die drei Erstplatzierten qualifizieren sich für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im September im schleswig-holsteinischen Kellinghusen.

Günther Ristel und Erich Meyer haben sich an die Absperrung gelehnt und schauen dem Spiel zu, das als Highlight angekündigt wurde und in der Einschätzung der beiden Urgesteine des Faustballs bereits als vorgezogenes Finale gesehen werden kann. „Es ist immer wieder ein Genuss, denen zuzusehen“, kommentieren sie die M45-Partie TSV Hagen 1860 gegen den TK Hannover. Hört man der Unterhaltung der beiden MTV-Mitglieder ein wenig zu, wähnt man sich nicht auf einem kleinen Dorf – es fällt ein Superlativ des Spitzensports nach dem anderen. „Er ist ja mehrfacher Nationalspieler, Europa- und Weltpokal hat er auch geholt“, ist nur ein Beispiel, was über einzelne Akteure gesagt wird.

In Oldendorf ist mit dem früheren Nationalspieler Ole Hermanns sowie dem Trainer der Deutschland-Auswahl Udo Schilder ein Spitzenfeld zu Gast. Auch wenn der Begriff in Faustballer-Kreisen, wo alles sehr familiär zugeht, nicht gerne gehört wird, so ist an diesem Wochenende doch einer dabei, der selbst die Hochkaräter toppt. Dirk Schachtsiek galt während seiner aktiven Zeit als bester Faustballer der Welt, zwischen 1986 und 2001 holte er zehn Deutsche Meistertitel, sieben Europapokal-Siege und wurde vier Mal Weltmeister, so oft wie bisher kein anderer Faustballspieler. Mittlerweile ist er 52 Jahre und profitiert von einer Eigenschaft der Sportart, die angesichts der älter werdenden Bevölkerung in Zukunft an Bedeutung zunehmen könnte.

„Faustball ist lebensbegleitend, wie man hier sieht“, sagt Schachtsiek am Rande der Veranstaltung unter Verweis auf die altersmäßig bunt gemischten Akteure auf dem Rasen. „Ü8 ist die jüngste Klasse und Ü60 die älteste, das ist ein gesunder Sport ohne direkten Körperkontakt“, hebt der Ausnahmespieler hervor. „Faustball hat ein intaktes Umfeld, Profiauswüchse gibt es nicht, Geld verdient kaum einer damit“, sagt das Mitglied des TSV Hagen 1860, bevor er aufs Feld gegen Hannover muss. Günther Ristel und Erich Meyer können die Partie nicht bis zum Schluss verfolgen. Sie werden auf dem Rasen gebraucht, ihre mehr als 50-jährige Faustball-Erfahrung bringen sie gegen Bayer Leverkusen ein. „Udo legt immer noch super auf“, lautet ein Kommentar zum ruhig und völlig unaufgeregt ablaufenden Spiel. „Fair, absolut fair geht es bei uns zu“, bestätigen die beiden Faustball-Urgesteine den Eindruck von dieser Meisterschaft, die nicht nur ein hochkarätiger Wettkampf, sondern auch Werbung für eine attraktive Sportart im Abseits ist.

Der MTV blickt nicht nur auf eine gelungene Veranstaltung zurück, sondern freut sich über die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in der Gruppe der M55, die sie nach dem TSV Bayer Leverkusen und dem TSV Bederkesa erreicht haben. Sieger in der M35-Gruppe wurden der TSV Hagen 1860 vor dem TK Hannover und dem MTV Salzgitter, Dirk Schachtsiek wird im September in Schleswig-Holstein wieder zu erleben sein, er holte mit dem TSV Hagen 1860 den dritten Platz in der Gruppe der M45 nach dem Leichlinger TV und dem SV Ruschwedel.

Von Anke Schlicht

Einen deutlichen Favoritensieg und eine kleine Überraschung gab es in den beiden Celler Bezirkspokal-Stadtduellen. Klar mit 5:0 (1:0) siegte MTV Eintracht Celle beim SC Wietzenbruch. Mit einem 6:3-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen den Landesliga-Absteiger VfL Westercelle zog der SC Vorwerk in die zweite Pokalrunde ein. Nach regulärer Spielzeit hatte es in Vorwerk 2:2 gestanden.

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