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Lokalsport Janina Bonorden: „War schon vor dem Kampf platt“
Sport Sport regional Lokalsport Janina Bonorden: „War schon vor dem Kampf platt“
16:21 28.11.2018
VfK-Boxerin Janina Bonorden war nach dem Gewinn der deutschen Amateur-Meisterschaft optimistisch zur WM nach Indien geflogen. Doch nach dem ersten Kampf war Schluss. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Ihren Traum von der Teilnahme an den Box-Weltmeisterschaften der Frauen in Neu-Delhi hat sich Janina Bonorden erfüllt. Mit dem deutschen Nationalteam reiste die für den VfK Celle boxende Deutsche Vizemeisterin vom 15. bis 24. November in die indische Mega-Metropole. Doch die Medaillen-Träume der ehrgeizigen 33-Jährigen zerplatzten schon nach dem ersten Vorrundenkampf. Bonorden unterlag der Schwedin Agnes Sophia Alexiusson deutlich mit 0:5 und schied vorzeitig aus. Die Enttäuschung aufseiten der Cellerin war unermesslich. Ob Bonorden auch in Zukunft noch auf internationaler Ebene für die Farben des Deutschen Boxsport-Verbands kämpfen wird, steht zur Zeit in den Sternen.

Während ihre Berliner Teamkameradin Ornella Wahner in Indien die erste deutsche Goldmedaille in der WM-Geschichte gewann, überwog bei Bonorden die Enttäuschung. „Die drückende Hitze, der Lärm, das Essen, die Armut und der Schmutz. Es gab viel, woran ich mich in Indien erst einmal gewöhnen musste“, erzählt Bonorden. Im brandenburgischen Bundesleistungszentrum Kienbaum hatte sich die fünffache Deutsche Meisterin zuvor einem zehntägigen Training unterworfen und sich in Wettkampf-Sparrings gegen Gegnerinnen aus England, Irland, Schweden und den USA fit gemacht. Doch die nötige Eingewöhnungszeit in Indien blieb der Cellerin verwehrt. Sie musste gleich am ersten WM-Tag in den Ring – und hatte auch noch Lospech. Gegnerin in der 60-kg-Klasse ist die zu den Favoriten zählende zweifache Junioren-Weltmeisterin Alexiusson. „Das war schon eine sehr erfahrene und starke Gegnerin. Doch in Bestform wäre die zu schlagen gewesen“, führt Bonorden aus. Aber davon war die 33-Jährige an diesem Tag weit entfernt. „Irgendwie bin ich schon vor dem Kampf platt gewesen. Meinen Schlägen fehlte die Power, die Deckung hat nicht gestimmt und ich war auch im Kopf nicht frei. Trotzdem habe ich gekämpft wie ein Stier, aber es war einfach nicht mehr drin. Vielleicht habe ich mir selbst auch zu viel Druck gemacht“, räumt die VfK-Boxerin ein. So stand am Ende des drei mal drei Minuten dauernden Kampfes eine ernüchternde 0:5-Wertung auf der Anzeigetafel der riesigen Boxhalle im Indira Gandhi Sport Complex. „Das klingt jetzt sehr deutlich, war zum Ende aber eine enge Kiste. Ich habe Treffer gelandet, sie hat Treffer gelandet. Die dritte Runde war mindestens ausgeglichen, letztlich geht das Ergebnis aber in Ordnung“, gibt Bonorden zu.

"Im Herzen weiß ich ja, dass ich eine gute Boxerin bin“

Zurück in Deutschland muss sie das Erlebte erst einmal verarbeiten. „Ich bin ja ein Kopfmensch – das Mentale muss stimmen, aber das war in Delhi nicht der Fall“, stellt Bonorden fest. Als einzige deutsche Boxerin musste sie ohne vertrauten Bezugstrainer auskommen, da ihr etatmäßiger Coach Christian Hannecker aufgrund fehlender Lizenz außen vor bleiben musste. „Deshalb bin ich als einzige Norddeutsche dem Team Köln zugeordnet worden. Aber das hat gar nicht gepasst. Der Spaß hat gefehlt“, so die Cellerin. Sie überlegt jetzt, ob es sich lohnt, weiterhin für das Nationalteam zu boxen. „Ich habe große Opfer gebracht. Um auf internationalem Niveau mitzuhalten, müsste ich aber noch härter trainieren. Das kann ich mit meiner Arbeit und Familie nur schwer vereinbaren. Außerdem ist es auch ein finanzielles Problem, da ich keine Sportförderung bekomme“, so die Mutter eines Fünfjährigen. Aus einem Gespräch mit ihrem Stützpunkttrainer Valentin Silaghi erhofft sie sich Klarheit über ihre Zukunft. „Bei Deutschen Meisterschaften will ich auf jeden Fall noch antreten. Im Herzen weiß ich ja, dass ich eine gute Boxerin bin“, sagt Bonorden.

Von Jochen Strehlau

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