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Lokalsport Judo-Bundesliga: Hermannsburger zahlen Lehrgeld
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17:53 27.06.2016
Elisa Schreiber (liegend oben) konnte trotz eines Unentschiedens in ihrem Kampf gegen eine Kontrahentin aus Stade die klaren Niederlagen ihres Teams nicht verhindern. Quelle: Benjamin Westhoff
Wolfsburg

Für das sehr junge Team, das ohne seine vier starken Niederländerinnen auskommen musste, die bei einer Meisterschaft in ihrem Heimatland weilten, gab es in der Autostadt nichts zu holen. Beide Kämpfe gingen klar mit 1:5 verloren.

„Die Niederlagen sind natürlich deutlich, aber auch kein Beinbruch. Man muss bedenken, dass wir mit vielen sehr unerfahrenen Kämpferinnen angetreten sind“, resümierte Abteilungsleiter Frank Walzer.

Beim Auftakt gegen den MTV Vorsfelde lagen die Hermannsburger nach den Niederlagen der 18-jährigen Daisy Reis (48 kg), Inken Baden (über 78 kg) und Laura Wiedekind (bis 70 kg) schnell mit 0:3 im Hintertreffen. Die 62 Kilogramm schwere Wiedekind musste dabei in einer höheren Gewichtsklasse und gegen eine Landeskader-Athletin antreten, da Kyra Quast im Verkehrsstau steckte und es nicht rechtzeitig in die Halle schaffte. Im vierten Kampf sorgte die erfahrenste TuS-Kämpferin, Miriam Garmatter, für den Ehrenpunkt aus Sicht der Hermannsburger. Garmatter ist bereits seit zwölf Jahren dabei und ließ ihrer Gegnerin in der Gewichtsklasse bis 63 kg keine Chance. In der Folge ließen die Vorsfelderinnen jedoch wieder ihre Muskeln spielen und siegten letztlich ungefährdet. Für einen Lichtblick sorgte die erst 16 Jahre alte Katharina Wendt, die sich in der Gewichtsklasse bis 78 kg ein Unentschieden gegen ihre Kontrahentin aus Vorsfelde erkämpfte. Die Leistung stimmte auch Walzer positiv: „Katharina hat viel Potential und wird sich ganz sicher in unserem Team etablieren. Sie hat definitiv die Tauglichkeit für die Bundesliga.“

Weniger zufrieden war der Abteilungsleiter mit den Leistungen der Kampfrichter. „Einige Entscheidungen waren sehr zweifelhaft, da hätten wir durchaus den einen oder anderen Punkt mehr holen können“, haderte Walzer. Unter anderem verlor Elisa Schreiber ihren Kampf in der Gewichtsklasse bis 57 kg gegen eine Landeskader-Kämpferin durch eine nicht unumstrittene Strafe.

Mit der gleichen Aufstellung, wie gegen Vorsfelde, gingen die Hermannsburger auch gegen Stade an den Start. Die Begegnung verlief weitestgehend ähnlich. Erneut war es Garmatter, die dem TuS einen Ehrenpunkt sicherte. Zudem holte Elisa Schreiber ein Remis. In den anderen Kämpfen zeigte sich Stade körperlich und technisch zumeist überlegen. So unterlag Inken Baden gegen eine Gegnerin, die über 30 Kilo mehr auf die Waage brachte.

In der Tabelle wirkten sich die zwei Niederlagen zum Saisonabschluss natürlich negativ für den TuS aus. Vorsfelde und Stade zogen vorbei, sodass Hermannsburg in der Endabrechnung mit Platz vier vorlieb nehmen musste. Frank Walzer zog trotzdem ein positives Fazit. „Wir haben ein wenig Lehrgeld zahlen müssen am letzten Wettkampftag, aber insgesamt sind wir mit der Saison zufrieden und blicken mit unseren vielen jungen und talentierten Kämpferinnen optimistisch in die Zukunft“, sagte er.

Von Sebastian Nickel