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Lokalsport Junge Celler Football-Spieler wollen hoch hinaus
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20:05 26.10.2016
Hannover

Jeder von ihnen betreibt den Sport aus verschiedenen Gründen. Besonders Mika Wickinger träumt von einer Karriere in der NFL. Anders als Böhringer, will er vorher an einem US-College seine Chancen auf eine Karriere verbessern. „Ich will für ein englisches Unternehmen vorspielen, die Stipendien für Universitäten in den USA vergeben“, sagt Wikinger, der schon als kleines Kind die Profiligen in den USA verfolgt hat.

Vor vier Jahren machte sich der Celler auf die Suche nach einem passenden Football-Verein. „In Celle gibt es keinen Verein. Durch Internetrecherche bin ich dann zuerst auf die Hannover Stampeders gestoßen, die hatten zu dieser Zeit noch keine Jugendmannschaften. Die Suche endete dann schließlich bei den Hannover Grizzlies. Hier fühle ich mich wohl, wir sind wie eine große Familie“, erläutert Wickinger.

Durch eine Football-AG am Gymnasium Ernestinum kamen auch weitere Freunde und Mitschüler Wickingers in den Kontakt mit dem American Football. So fanden Marc Bode, Lukas Schramm und Glen Janßen schließlich auch den Weg zu den Grizzlies. Mit Fahrgemeinschaften legten sie den weiten Weg zu den Trainingseinheiten zurück. Die anderen drei denken dabei aber noch nicht so weit wie Wickinger.

„Für uns ist das eher ein sportlicher Ausgleich neben dem Studium oder der Arbeit“, sagt Schramm. „Wenn man einmal angefangen hat, ist es sehr schwer, von dem Fottball wieder wegzukommen“, sind sich alle vier einig. Das unterstreicht auch der Coach: „Viele fangen erst einmal an. Es dauert eine Zeit, bis man sich richtig in den Gegner wirft. Am Anfang gibt es da immer eine kleine Hemmschwelle. Wenn die aber durchbrochen ist, ist der Sport wie eine Droge, man will immer mehr.“

Erste Erfolge konnten die vier schon in der letzten Saison verbuchen. Die A-Jugend schied als Divisionssieger erst im Halbfinale der Playoffs aus. Im nächsten Jahr wollen sie dann gemeinsam den Aufstieg in die Oberliga schaffen.

Die aktuelle Saison bei den Grizzlies ist vorbei, dennoch wird im Winter weiter trainiert, um eine Grundbasis für ein erfolgreiches Footballspiel im Sommer zu legen. „Dafür benötigen wir aber auch immer neue Jugendliche, die sich für den Sport begeistern können. Die Teilnahme am letzten Besichtigungstraining war mit 16 Jugendlichen eher dürftig. Beim zweiten ‚Try Out‘ im Februar erhoffen wir uns eine deutlich größere Beteiligung“, resümiert der Coach die aktuelle Nachfrage. „Das Schöne am Football ist, dass jeder den Sport betreiben kann. Wir finden für jeden eine passende Position“, wirbt Coach Kratz um neue Spieler. „Der unterschied zwischen uns und den Spartans oder den Stampeders ist, dass wir aktiv Werbung im Jugendbereich machen“, so der Headcoach.

Viele hätten auch Angst vor den hohen Kosten der Ausrütungen. Da hat der Verein aber eine Lösung gefunden. „Wir stellen im ersten Jahr eine Leihausrüstung zur Verfügung. Der Spieler hat dann immer noch die Möglichkeit, sich zu entscheiden ob er den Sport weiter betreiben möchte“, erklärt der Trainer.

Von Björn Beinhorn