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Lokalsport Kegler Hans-Joachim Wölke legt Amt des Kreissportwarts nach 34 Jahren nieder
Sport Sport regional Lokalsport Kegler Hans-Joachim Wölke legt Amt des Kreissportwarts nach 34 Jahren nieder
19:12 01.03.2017
Lachendorf

Zum Kegeln fand der gebürtige Königsberger eher zufällig. „In meiner Bundeswehrzeit haben wir an einem Unteroffiziersabend zusammen gekegelt“, erinnert er sich. 1966 trat er dann beim Post SV Celle ein. „Dort habe ich alles von klein auf gelernt.“ Die erste große Hürde: „Keine Pumpen mehr werfen.“ Unermüdlich arbeitete Wölke an seiner Technik. Dann haben ihn seine Vereinskollegen „ins kalte Wasser geschmissen und zum Vergleichswettkampf nach Hannover mitgenommen“. Dort leckte Wölke endgültig Blut und genoss das Leistungskegeln.

1971 gründete er zusammen mit seiner Frau Rita den KSC 71, doch die erhoffte Teilnahme an Punktspielen blieb aus. „Die anderen wollten nur zum Spaß und unter sich spielen. Da war für mich kein Reiz“, begründet Wölke den Wechsel zu Harmonie Celle. Später wurde er vom Klub Goldene 7 Celle abgeworben, wo er bis heute Mitglied und Klubsportwart ist. Dort konnte er seine Leidenschaft für das Leistungskegeln in der Bezirksliga voll ausleben.

Durch den Kegelkreisvorsitzenden Wilhelm Jenne rutschte Wölke 1982 eher zufällig in das Amt des Kreissportwarts hinein. „‘Da hast du kaum Arbeit mit‘, hat er mir gesagt“, erinnert sich der langjährige Ehrenamtliche lachend. Natürlich brachte die Funktion mehr Aufgaben mit sich als zunächst angekündigt. Wölke kümmerte sich unter anderem um Meldungen für die Punktspiele, behielt Auf- und Abstiege im Blick und bearbeitete Spielberichte.

Darüber hinaus fungierte Wölke auch als Schiedsrichter und Staffelleiter. Zwischenzeitlich übernahm er sogar noch das Amt des Kreisjugendwarts. „Das war dann aber doch ein bisschen viel“, gibt der Senior rückblickend zu. Die Arbeit mit den Kindern habe ihm trotzdem immer viel Spaß gemacht.

Neben all dem ehrenamtlichen Einsatz für den Kegelsport arbeitete Wölke tagsüber als Busfahrer für den Kraftverkehr Celle (KVC). Jeden Morgen fuhr er von Lachendorf über die umliegenden Ortschaften und sammelte die Schulkinder ein. Als der herzliche Busfahrer Ende 2003 in Rente ging, verabschiedeten ihn hunderte Kinder mit Keksen und einem Ständchen. Bis heute grüßen ihn seine inzwischen erwachsenen Fahrgäste, wenn sie ihn treffen.

Zum Kegelsport findet die Jugend allerdings nur selten, was Wölke sehr bedauert. „Kegeln ist als Sauferei verschrien, aber das ist Leistungssport und anstrengend“, betont er. Ihn habe die „totale Körperertüchtigung“ immer gereizt. Seit acht Jahren lässt Wölke die Kugel allerdings ruhen. Die Kniffe für eine hohe Holzzahl kennt er trotz fehlender Praxis noch immer in- und auswendig: „Den Arm gerade nach hinten und dann die Kugel schieben“, beschreibt Wölke und macht die Technik gestenreich vor. Außerdem müsse man die Bahn „lesen“ können, denn: „Jede ist unterschiedlich.“

All die Jahre unterstützte seine Frau Rita den ehemaligen Kegelfunktionär. „Dass ich das Amt ausführen konnte, verdanke ich ihr“, sagt Wölke und blickt liebevoll zu seiner besseren Hälfte. „Was hätte ich denn anderes tun können?“, fragt die 75-Jährige achselzuckend. Rita Wölke war bewusst, dass „Kegeln immer im Mittelpunkt stand“, was völlig in Ordnung war. Für das gemeinsame Glück war ihre Unterstützung unabdingbar. Für den Kegelkreis Celle war Jochen Wölke über die Jahrzehnte genauso unersetzlich.

Von Amelie Thiemann