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Lokalsport Kein Ersatz für Celler Nordwall-Halle
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19:14 07.07.2017
Von Heiko Hartung
Quelle: Michael Schäfer
Celle Stadt

Harter Schlag für den MTV Eintracht Celle: Für die Halle im Nordwall, in der auch die Geschäftsstelle untergebracht ist, wird es nach einem Abriss keinen Ersatz geben. Das bestätigt die Stadt auf Anfrage der CZ. Laut Verwaltung könne „der Ausfall der Sporthallen Burgstraße und demnächst Nordwall kompensiert werden. Kurz: Alle Vereine, alle Sportarten werden weiterhin Platz und Raum finden, ohne dass ein zusätzlicher Hallenneubau notwendig ist. Es gibt keinen Ausfall an Hallenzeiten. Es entstehen keine Nachteile für den Celler Vereinssport. Den derzeitigen Problemen der Hockeyspieler wird durch Wiederaufbau der Burghalle begegnet werden“, heißt es. Die geschichtsträchtige Halle soll im Zuge der Umgestaltung des Nordwalls abgerissen werden.

Den Verantwortlichen bei Celles zweitgrößtem Sportverein (mehr als 2000 Mitglieder) war auch Tage später der Schock dieser Nachricht anzumerken. „Der MTV Eintracht Celle würde sein über 100 Jahre altes Vereinszentrum ohne jeglichen Ersatz verlieren“, stellt Präsident Klaus Rohr fest. „Ohne zeitnahen Ersatz vor dem Abriss der Halle kann sich der MTV Eintracht als einziger Innenstadtverein aus dieser Rolle verabschieden und seinen Schwerpunkt nur noch an die Nienburger Straße verlegen. Ob dies im Sinne einer Revitalisierung der Innenstadt richtig sein kann, sei einmal dahin gestellt“, so der Vereinschef. Etwa 500 Sportler nutzten pro Woche die innenstadtnahen Angebote des Klubs. Bereits durch den Wegfall der Burghalle habe der Verein – speziell die Hockeyabteilung – schon Schaden genommen. „Durch den ersatzlosen Entfall der MTV-Halle am Nordwall werden wir weitere Mitglieder verlieren“, ist sich Rohr sicher. Das wiederum würde die Jobs von hauptamtlichen Übungsleitern gefährden.

Mitgeteilt wurden die Pläne den Klubvertretern bei einem Treffen am vergangenen Dienstag mit der Fachverwaltung unter Leitung von Oberbürgermeister Jörg Nigge im Neuen Rathaus. „Dies ist Teil einer Reihe von Treffen mit Vertretern der Celler Vereine mit dem Ziel, sukzessive die Vorschläge des Sportentwicklungsplanes abzuarbeiten und gemeinschaftlich die Sportstrukturen unserer Stadt zukunftsfähig zu gestalten“, erklärt Sprecherin Myriam Meißner.

Aufgrund der Forderungen der „Elefantenrunde“, dem Zusammenschluss der sieben größten Celler Vereine, habe die Verwaltung noch einmal alle Hallenzeiten und -kapazitäten komplett geprüft. „Dabei haben wir festgestellt, dass es in nahezu allen Bereichen noch Potenzial zum Unterbringen weiterer Sportarten gibt und die Schaffung von weiteren Hallenkapazitäten zurzeit nicht notwendig ist“, sagt Meißner und verweist auf die Haushaltssperre.

Da ist MTVE-Chef Rohr anderer Meinung: „Es ist nicht damit getan, die derzeit in der MTV-Halle trainierenden Gruppen auf andere Hallen und Gruppenräume im Stadtgebiet zu verteilen.“ Daraus ergäben sich erhebliche Nachteile. Rohr nennt drei Beispiele: „Erstens wird es nicht möglich sein, eine Handicap Gruppe mit einem Altersspektrum, das bei sechs Jahren beginnt, in die Abendstunden ab 20 Uhr zu verschieben. Zweitens können Übungsleiter nicht ohne Verlust von Übungszeiten zwischen mehreren Hallen wechseln, die etliche Kilometer voneinander entfernt sind. Und drittens können vereinseigene Geräte nicht auf viele Hallen verteilt werden, da sie einem Mehrfachnutzen unterliegen.“ Solche und weitere Probleme würden sich jedoch aus dem von der Stadt vorgeschlagenen Hallenbelegungsplan für den MTV Eintracht ergeben. Die Verwaltung hält dagegen: „Dieser Belegungsplan ist nicht in Stein gemeißelt, wir werden das bei Bedarf anpassen“, so Meißner.

Ein Fünkchen Hoffnung lässt die Stadt dem Großverein: „Mittelfristig, wenn die kommunale Haushaltslage es zulässt, werden wir versuchen, in den kommenden Jahren weitere Möglichkeiten zu schaffen, um den darüber hinaus gehenden Wünschen der Vereine entgegen zu kommen“, verlautet es aus dem Rathaus. Für die Mitglieder des MTV Eintracht ist das derzeit nur ein schwacher Trost.