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Lokalsport Als Newcomer ganz hoch hinaus
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16:01 18.12.2018
Von Uwe Meier
Er hat den richtigen Kick raus: Ali Ali vom MTV Eintracht Celle ist Deutscher Meisterim Kickboxen. Quelle: Uwe Meier
Celle

Sein Blick kurz nach dem Ende des Finalkampfes verriet eines genau. Ali Ali vom MTV Eintracht Celle war überrascht. Er konnte es selbst kaum glauben, was da gerade Realität geworden war. Mit weit aufgerissenen Augen quittierte er ungläubig die Entscheidung der Punktrichter. Die hatten ihn im Kampf gegen May-Lukas Eggebrecht aus Salzgitter zum Sieger erklärt. Fortan kann sich der 18-Jährige, der in Syrien geboren und aufgewachsen ist, nun Deutscher Meister im Kick Light in der Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm nennen.

Ständig im Kontakt mit der Familie

Vor dreieinhalb Jahren kam Ali Ali von Syrien nach Deutschland. Während seiner Flucht hatte er bereits in jungen Jahren die schwierigen Seiten des Lebens kennengelernt. Reden mag er über diese Zeit nicht. Seine Familie und seine vier Geschwistern sind in seiner Heimat geblieben. Dass er sie vermisst, versteht sich nahezu von selbst. „Ich habe aber nahezu jeden Tag Kontakt mit ihnen“, erzählt Ali, der weit weg von zu Hause versucht, Fuß zu fassen. Er will den Wunsch, den er 2015 von seinem Vater mit auf den weiten Weg bekommen hatte, in die Tat umzusetzen. „Er wollte, dass ich es hier gut habe, dass ich eine gute Ausbildung mache“, erzählt Ali in nahezu perfektem Deutsch. Die Schule hat er bereits absolviert. Bis zur zehnten Klasse drückte er auf dem Hölty Gymnasium die Schulbank und und verließ sie mit dem erweiterten Sekundarabschluss 1. Nun macht er eine Ausbildung zum Kaufmann im Büromanagement in Hannover.

Ein Sportler mit Kämpferherz

Seit eineinhalb Jahren hat der junge Mann auch eine Sportart für sich entdeckt. Beim MTV Eintracht Celle wurde er von Trainer Hendrik Wendland, der dort seit gut drei Jahren das Training leitet, zu einem Kickboxer geformt. „Ich wollte eine Kampfsportart machen und habe es einfach mal ausprobiert“, erzählt Ali. „Ich mag den Sport halt. Es macht Spaß. Man muss viel dafür tun.“ Sein Coach ist davon überzeugt, dass sein Schützling auf einem richtig guten Weg ist. „Er hat ein Kämpferherz. Er hat den Biss. Das kann man schon im Training sehen“, sagt Wendland. „Natürlich bin ich stolz auf ihn“.

Mit viel Trainigsfleiß zu Erfolgen

Zweimal in der Woche absolviert Ali Kickbox-Training. Ansonsten wird nahezu täglich im Fitnessstudio an der Athletik gearbeitet. Das Lob seines Trainers schickt der sympathische und freundliche 18-Jährige übrigens postwendend zurück. „Man muss auf solche Meisterschaften gut vorbereitet sein. Und das hat Hendrik geschafft.“

Eine Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften brauchte Ali Ali nicht zu absolvieren. Allerdings musste er Mitglied im Verband sein – der World Kickboxing und Karate Union, der auch die mehrfache Weltmeisterin Christine Theiss angehört.

Gleich ein Titel bei ersten Meisterschaften

Ohnehin betrat Ali Ali bei den Titelkämpfen Neuland. Immerhin hatte er zuvor noch nie an einer Meisterschaft teilgenommen. „Ich wusste nicht so recht, was da auf mich zukommt“, erzählt er. Doch mit dem Beginn des ersten Kampfes legte sich die ganze Aufregung. „Ab da wollte ich dann einfach nur noch gewinnen.“ In Neuwied galt es für Ali ein kleines Mammutprogramm zu absolvieren. Insbesondere die Erholungsphasen waren extrem kurz. „Zwischen den Kämpfen hatte ich nur zwei bis drei Minuten Pause“, erzählt Ali. „Das war ziemlich anstrengend.“

Ali kämpft vor vollem Haus

Und keineswegs fanden die Meisterschaften im Geheimen statt. Der 18-Jährige erzählt von einer vollen Sporthalle, „da war kein Platz mehr frei. Es herrschte eine tolle Stimmung“. So etwas stachelt natürlich noch mehr an. 2x2 Minuten dauerte ein Fight beim Leichtkontaktboxen. Ein K.o. gibt es im Kick Light eher selten. Der Kopf ist durch einen PU-Helm (Schaumstoff) geschützt. Tritte auf den Oberschenkel sind schon erlaubt. „Wenn man nicht aufpasst und die Deckung vernachlässigt, kann das sehr schnell zu einer schmerzhaften Erfahrung werden“, erzählt Trainer Wendland.

Keine Angst vor blauen Flecken

Von all dem hat sich Ali nicht beeindrucken lassen. Er hat sich durchgekämpft. Und wenn man im Finale ist, will man das dann natürlich auch gewinnen. Das war ein sehr gutes Gefühl“, sagt er über die Momente nach dem Kampf, der ihn zum Deutschen Meister machte. Die paar Prellungen und blaue Flecke gehören eben einfach dazu.

WM-Teilnahme als nächstes Ziel

Und wie es jetzt weitergeht? „Ich mache so lange weiter, wie es geht“, so Ali. „Ich habe gehört, dass man sich als Deutscher Meister auch für die Weltmeisterschaften anmelden kann“, sagt der 18-Jährige über die kontinentalen Wettkämpfe, die im kommenden Jahr ausgetragen werden. „Ich denke, dass ich dabei sein möchte und ich mich da mal anmelden werde. Das Ziel muss es sein, immer weiter zu kommen.“ Für Ali Ali ganz offenbar eine Maxime im Leben.

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