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Lokalsport Klaus Tietje 40 Jahre im Dienst des Celler Sportnachwuchses
Sport Sport regional Lokalsport Klaus Tietje 40 Jahre im Dienst des Celler Sportnachwuchses
18:28 18.06.2016
Von Carsten Richter
Klaus Tietje ist das Gesicht hinter den Ferienfreizeiten des Kreissportbundes Celle - seit nunmehr 40 Jahren.
Celle Stadt

Da müsste sich doch ein ganzes Album an Erinnerungen angesammelt haben. Die gibt es in Form hunderter Bilder, doch Klaus Tietje ist nur auf den wenigsten zu sehen. Und genau das zeichnet das KSB-Urgestein aus: Hinter der Kamera fühlt er sich wohl, nach vorne aufs Foto aber können die anderen. „Er wollte immer im Hintergrund bleiben“, sagt KSB-Geschäftsführerin Sigrid Müller. Solange sie das Amt ausübt – seit 26 Jahren – kennt sie Klaus Tietje. Er war einfach schon immer da. „Eine Freizeit ohne ihn? Undenkbar“, bringt es Müller auf den Punkt.

Angefangen hat alles 1976 mit dem Zeltlager in Voslapp, einem Stadtteil von Wilhelmshaven, direkt an der Nordsee gelegen. Dieses Angebot gab es damals schon, Tietje ist hier eingestiegen und hat das Angebot für Jugendliche seitdem enorm ausgeweitet. Seit 1989 gehört er dem KSB-Vorstand an. Von jährlich zwei, drei Freizeiten bis hin zu zehn Fahrten pro Jahr in den 90ern. Die komplette Planung und Abwicklung lag und liegt noch immer in seiner Verantwortung. Von monatelanger Vorbereitung bis hin zur Betreuung der Jugendlichen vor Ort – vor viel Arbeit ist er noch nie zurückgeschreckt. „Das ist kein Urlaub“, weiß Sigrid Müller, die selbst einige Freizeiten begleitet hat. Doch Klaus Tietje wurde es nie zu viel. „Er hat die Jugendlichen immer an der langen Leine gelassen und hatte dennoch eine gewisse Strenge“, sagt Müller. Wenn man die nicht in den ersten drei Tagen zeige, habe man als Betreuer verloren – das hat ihr Tietje damals mit auf den Weg gegeben.

Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass eine Schar von bis zu 50 Jugendlichen nicht leicht zu bändigen ist. Klaus Tietje aber zeichnet eine Engelsgeduld und hohes Einfühlungsvermögen aus, das er als Vertrauensperson für die Jugendlichen immer wieder unter Beweis gestellt hat. „Wenn er von den Freizeiten berichtet, spüren alle, wie wichtig ihm die Jugendlichen sind, und wie sehr er sich mit ihnen verbunden fühlt“, sagt Müller.

Die große Zeit der Ferienfreizeiten ist inzwischen vorbei. „Früher sind noch 20-Jährige mitgefahren“, erinnert sie sich. Doch die Zeiten haben sich geändert: Jugendliche gehen heutzutage schon mit 16 Jahren allein oder mit Freunden auf Reise. Übrig geblieben ist nur noch die Skifreizeit, die nach wie vor stark nachgefragt ist. Jedes Jahr zu Ostern geht es in die Berge – und noch immer ist Klaus Tietje als Begleiter dabei. Wer mit ihm reist, weiß: Für eine gute Organisation ist gesorgt. Dennoch wird irgendwann die Zeit nach ihm kommen. „Es wird schwer werden, diese Lücke einmal zu schließen“, meint Sigrid Müller, die Tietje auch als Kollegen schätzt. „Es ist schön, mit ihm zusammenzuarbeiten“, sagt sie.

Und das soll erstmal auch so bleiben. Noch werden alle Pläne und Abläufe der jährlichen Skifreizeit weiterhin bei Klaus Tietje liegen. Noch wird er Jugendlichen ein Ansprechpartner bleiben. Und noch werden viele Bilder von unvergesslichen Ausflügen mit ihm zeugen. Vermutlich ohne ihn auf dem Foto. Aber dafür hinter der Kamera. Einer muss schließlich alles im Blick haben.