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Lokalsport Kleiner Fehler mit großer Wirkung für TuS Bergen
Sport Sport regional Lokalsport Kleiner Fehler mit großer Wirkung für TuS Bergen
18:40 13.09.2017
Von Uwe Meier
Bergen Stadt

Bergen. Das stieß den Handballen des TuS Bergen mal so richtig sauer auf. Am vergangenen Samstag hat das Männerteam in der Landesliga noch einen 27:22-Heimsieg gegen den ungeliebten Lokalrivalen HSG Heidmark „amtlich“ gefeiert. Die folgenden Aktionen des Gegners dürften jedoch wenig dazu beigetragen haben, dass das Verhältnis zwischen den beiden Klubs in naher Zukunft besser wird.

Der Grund: Heidmark legte Protest gegen die Wertung des Spiels ein, bekamen recht und holte sich somit auf Umwegen und mehr oder weniger am grünen Tisch doch noch die Punkte. Ein kleiner Formfehler, der weder den Bergern, noch den Zeitnehmer und auch nicht den Unparteiischen aufgefallen war, nutzen die Gäste aus Heidmark, um aus einer verdienten Niederlage doch noch einen unverdienten Sieg umzuwandeln. Bei Durchsicht des offiziellen Spielformulars wurde von der HSG festgestellt, dass nicht Wilken Rodehorst, der zwei Tore zum inzwischen pulverisierten Berger Sieg beigetragen hatte, auf dem Bogen notiert worden war, sondern sein Bruder Sönke Rodehorst. „Eine Verkettung unglücklicher Umstände“, so der neunfache Torschütze Dominik Blancbois, hätten dazu geführt, dass dieser Fehler unterlaufen sei. „Das war ein Versehen“, sagte der Berger Trainer Daniel van Frayenhove. „Auf der Spielerliste steht Wilken Rodehorst drauf und nicht Sören, den ich gar nicht kenne.“

Auf dieser Liste, die von van Frayenhove Liste vorgelegt worden, waren die zum Einsatz kommenden Spieler vermerkt. Der Berger Sekretär hat dann beim Übertrag in den digitalen Spielbericht versehentlich den falschen Namen eingetragen. Fehler sind eben menschlich. Aufgefallen ist das vorerst niemandem. Auch nicht den Schiedsrichtern, die es anscheinend mit der Passkontrolle nicht ganz so genau genommen hatten. „Natürlich ist uns da ein Fehler unterlaufen. Keine Frage. Aber wir haben niemanden benachteiligt. Ein Tippfehler bringt uns um die hart erkämpften Punkte“, war anschließend auf der Facebook-Seite des TuS Bergen zu lesen. „Wir und jeder, der anwesend war, weiß, wer der Sieger der Partie ist.“

Und die Geschichte hat noch ein weiteres Geschmäckle. Hinrich Brammer, selbst jahrelang Kreisläufer bei den Grün-Weißen und gleichzeitig zweiter Vorsitzender des Gesamtvereins des TuS Bergen ist offenbar das Missgeschick aufgefallen. Das Problem dabei: Er ist derzeit Trainer der HSG Heidmark, die Einspruch eingelegt hat und nun anstatt zwei Minuspunkten zwei Pluspunkte mehr auf dem Konto hat. Ohne den Einspruch der HSG, die Aufstiegsgedanken hegt, hätten die Berger den Sieg noch weiter feiern können.

„Wenn man das nötig hat – bitteschön“, meint Blancbois zu der Heidmarker Aktion. Auf einen Einspruch will man von Berger Seite verzichten. „Dieser Kinderkram kostet zu viel Zeit und Energie. Wir konzentrieren und auf die wichtigeren Aufgaben.“

Gänzlich zu Ende ist die Geschichte damit noch nicht. Die Diskussionen um die Abläufe, die zu dem Einspruch geführt haben, haben Hinrich Brammer dazu bewogen, alle seine Ämter beim TuS Bergen niederzulegen. Das bestätigte Bergens Vorsitzender Horst Liedke, der seinen zweiten Vorsitzenden aber gern im Amt halten möchte. „Ich habe ihm gesagt, dass er sich das nochmal überlegen soll.“