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Lokalsport Läuferin beendet Celler Wasa-Lauf auf Socken (mit Video und Bildergalerie)
Sport Sport regional Lokalsport Läuferin beendet Celler Wasa-Lauf auf Socken (mit Video und Bildergalerie)
12:44 12.03.2018
Quelle: Ines von Frantzius
Celle Stadt

Einer der glücklichsten Läufer unter den insgesamt 8942 gemeldeten Startern war Christian Looschen. Der 36-Jährige Sportler vom BV Garrel startete zum ersten Mal beim Celler Wasa-Lauf und sicherte sich direkt den ersten Platz in der Königsdisziplin über 20 Kilometer. „Ich bin sehr zufrieden, da ich auch meine persönliche Bestzeit gelaufen bin“, jubelte Looschen. Für ihn war die Teilnahme ein voller Erfolg. „Von der Atmosphäre in der Fachwerkstadt war es einer der besten Volksläufe, den ich je mitgemacht habe.“ Nach seinem Sieg freute er sich vor allem auf ein „schönes Glas Rotwein“.

Das tolle Wetter am Sonntag hat den nahenden Frühling bereits erahnen lassen. Zum Barfußlaufen lud es jedoch nicht ein. Katrin Schütz ließen ihre drückenden Schuhe jedoch keine andere Wahl. Beim 36. Celler Wasa-Lauf überquerte sie nach 15 Kilometern mit ihren Schuhen in der Hand die Ziellinie an der Stechbahn in der Innenstadt. „Nach etwa zwei Kilometern habe ich gemerkt, dass die ganz schön scheuern“, sagt die 42-jährige Hänigserin. Weitere neun Kilometer hielt sie in ihren zu fest geschnürten Tretern durch. Dann wurden die Schmerzen zu groß. Also hatte sie zwei Möglichkeiten, wie sie sagt: Aufgeben oder die Schuhe ausziehen. „Aufgeben geht nicht“, so die ehrgeizige Hobbyläuferin. Kurzerhand nahm sie also ihre Schuhe und danach die Beine in die Hand und legte die letzten vier Kilometer zurück – auf Socken. „Bei dem Pflastersteinen merkt man das ganz schön“, sagte Schütz mit einem Lächeln. Sie kam zwar erschöpft, aber glücklich und zufrieden ins Ziel.

Der schnellste Celler über die 20 Kilometer war der Shootingstar der LG Unterlüß/Faßberg/Oldendorf (LG UFO): Ali Mohammed Abdulgrim. Der talentierte Athlet aus Eschede lief bei seinem zweiten Wasa-Lauf auf den vierten Platz. Und er hätte noch etwas schneller sein können, wenn er richtig fit gewesen wäre. „Ich war erkältet und konnte zuletzt nicht richtig trainieren“, entschuldigt der gebürtige Sudanese seine Leistung, die immer noch sehr beachtlich war. Als nächste, größere Herausforderung steht bei ihm eine Teilnahme am Hamburg Marathon auf dem Plan.

Neben Abdulgrim hatte auch die sportbegeisterte Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann aus Hermannsburg mit einer holprigen Vorbereitung auf den beliebten Volkslauf zu kämpfen. „Ich hatte vor drei Wochen die erste Grippe meines Lebens“, sagte Lühmann, die es über fünf Kilometer auf Rang 820 schaffte. „Wenn ich nächstes Mal gesund bin, greife ich wieder an – also das Mittelfeld“, sagte Lühmann lachend.

Lena Pfeiffer lief bei ihrer Premiere über die zehn Kilometer gleich auf Platz twei und sorgte damit für eine der besten Platzierungen aus Celler Sicht. „Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden“, sagte die erst 14 Jahre alte Läuferin der LG UFO. Für die Schülerin aus Hermannsburg, die sich im April erstmals für die Deutschen Meisterschaften der Junioren über 300 Meter qualifizieren will, war es der größte Erfolg beim Volkslauf. „Ich liebe die Atmosphäre mit den vielen Läufern auf und den Zuschauern neben der Strecke.“ Zur Belohnung für Rang zwei gab es nachmittags Burger und Pommes. „Aber nur ausnahmsweise“, scherzte sie.

Ebenfalls zufrieden war der beste Celler Läufer über fünf Kilometer, Kilian Grünhagen. Er belegte Platz zwei und musste sich lediglich Vorjahressieger René Menzel aus Egestorf geschlagen geben. „Ein gutes Resultat“, sagte der 23 Jahre alte Sportler von der LG UFO mit Blick auf „die starke Konkurrenz im Teilnehmerfeld“. Wegen des langen Winters war er nach der Hallensaison erst am Montag richtig ins Training an der frischen Luft eingestiegen. „Bei diesem Wetter und der klasse Stimmung hat man natürlich richtig Lust wieder zu laufen“, sagte Grünhagen. Im nächsten Jahr soll es für ihn endlich mit Platz eins auf dieser Distanz klappen. „Das steht ganz oben auf meiner Liste. Es ist das Highlight des Jahres.“ Bisher kam er in seinem „Heimatlauf“, wie er es nennt, zweimal auf Platz drei und einmal auf Rang zwei.

Neben den Topläufern gingen auch in diesem Jahr wieder viele Sportler in bunten Kostümen an den Start. Unter all den „Jecken“, „Sauna-Gängern“ und „Clowns“ hatten sich die Brandbekämpfer der Feuerwehr Hambühren wohl das anstrengendste Ziel gesetzt. Sie liefen die fünf Kilometer in voller Atemschutzmontur. „Man ist sehr froh, wenn es vorbei ist“, sagt der 22-jährige Wilken Meine. „Trotzdem macht es jedes Jahr wieder Spaß“.

Das sieht auch Organisator Holger Pieper ähnlich. „Es war richtig gut. Das Wetter war super, die Läufer sind zufrieden und damit auch wir vom Organisationsteam.“