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Lokalsport Luftgewehrschützen des SV Wieckenberg holen bei Bundesligastart einen Sieg
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18:20 16.10.2017
Von Christoph Zimmer
Riesenfreude über den ersten Saisonsieg: Wieckenbergs Luftgewehrschützen (von links) Stine Nielsen, Melissa Ruschel, Isabell Ruschel, Constanze Rotzsch, Tina Lehrich vorne, Anne Kowalski, Claire- Luisa Ruschel. Quelle: cz
Celle Stadt

Am frühen Sonntagmorgen wurden das Gewehr und die Tasche an der A2 bei Porta Westfalica übergeben. Mit dem Auto ging es gleich zurück nach Gelsenkirchen. Zeit für ein längeres Gespräch kurz nach dem Sonnenaufgang war nicht. Immerhin musste die besondere Fracht pünktlich zum Beginn des Schießens am vereinbarten Zielort sein.

Das frühe Aufstehen hat sich für Horst-Dieter Ruschel gelohnt. Der Teammanager der Luftgewehrschützen des SV Wieckenberg nahm die Sportsachen von einem Vereinsmitglied entgegen, der sie extra aus Wieckenberg dorthin gefahren hatte, nachdem Claire-Luisa Ruschel am Vorabend kurzfristig für die angeschlagene Isabell Ruschel in den Kader für den Wettkampf gegen die SG 1920 Mengshausen aufgerückt war. „Sie war eigentlich gar nicht vorgesehen“, sagte Horst-Dieter Ruschel mit Blick auf die spontane Übergabe des Wettkampfmaterials. Trotz der widrigen Umstände machte die junge Schützin ihre Sache wenig später ausgezeichnet – und legte mit ihrem Sieg im Einzel den Grundstein für den ersten Bundesligasieg in dieser Saison und den ersten Erfolg gegen Mengshausen in der Vereinsgeschichte überhaupt.

Das erste Wettkampfwochenede in der neuen Saison in Gelsenkirchen stand zunächst unter keinen guten Vorzeichen. Nach dem Probeschießen vor dem ersten Duell am Samstag gegen die Braunschweiger SG 1545 musste Constanze Rotzsch kurzfristig passen, weil sich die schwangere Topschützin nicht gut fühlte. Dafür ging Isabell Ruschel an den Schießstand, die in ihrem ersten Bundesligawettkampf überhaupt zwar knapp mit 389:391 gegen Angelina Wucherpfennig verlor, aber eine klasse Leistung zeigte. „Das war ein Topergebnis im ersten Wettkampf“, sagte der Teammanager zu ihrem Debüt.

Wieckenbergs an Position eins schießende Dänin Stine Holtze Nielsen verlor ihr Einzel gegen ihre Landsfrau Rikke Ibsen Maeng ebenfalls äußerst knapp mit 397:398. Sie nahm die Niederlage sportlich. „Sie ist so ein positiver Mensch, sie hat nie schlechte Laune“, sagte Horst-Dieter Ruschel nach dem für die Dänin besonderen Duell. Denn die beiden besten Schützinnen des skandinavischen Landes verbindet nicht nur ihr Sport – sie sind auch beste Freundinnen. Weil am Ende auch Anne Kowalski ihr Einzel verlor und nur Tina Lehrich und Melissa Ruschel ihre Duelle gewannen, hieß es am Ende 2:3 aus Sicht der Wieckenberger gegen den guten Aufsteiger. Horst-Dieter Ruschel war trotz der Auftaktpleite zufrieden. „Eigentlich haben wir mit einem knappen Sieg gerechnet, aber die beiden Erfolge in den Einzelduellen können noch ganz wichtig für die Endabrechnung sein“, sagte der Teammanager.

Das andere Duell am Sonntag gegen Mengshausen begann zumindest für den Teammanager bereits bei Porta Westfalica. An dem Schießstand in Gelsenkirchen waren die Bundesligaschützinnen dann auch ganz früh da. Holtze Nielsen siegte klar mit 398:390 gegen den serbischen Spitzenschützen Zeljko Moicevic. Lehrich ließ Patrick Seyfarth beim 391:386 keine Chance. Und bei ihrem Bundesligadebüt an diesem Wochenende holte Melissa Ruschel den zweiten Sieg – 392:386 gegen Laura Schulz. „Sie hat fantastisch geschossen und sich keine Blöße gegeben“, lobte Horst-Dieter Ruschel.

Und dann war da noch der Auftritt von Claire-Luisa Ruschel, die mit dem pünktlich eingetroffenen Luftgewehr den vierten Sieg für ihre Mannschaft beim 4:1 gegen den einstigen Angstgegner holte. Gegen die Berufsschützin Lisa Müller setzte sie sich knapp mit 393:392 durch. „Sie hat sehr schnell geschossen und so früh einen enormen Druck aufgebaut“, sagte der Teammanager.

Horst-Dieter Ruschel war mit dem Start in die Saison zufrieden. „In den vergangenen beiden Spielzeiten sind wir immer mit zwei Niederlagen gestartet. Jetzt haben wir schon zwei Punkte“, sagte er. Und der deutliche Erfolg gegen Mengshausen „kann am Ende ganz wichtig für uns sein“.

Wieckenberg trifft bei seinem Heimwettkampf in zwei Wochen auf Buer-Bülse und Kevelaer. Gegen die beiden Topteams rechnet sich der Teammanager mindestens zwei Punkte aus. Dabei sind die Voraussetzungen durchaus gut. Denn die Gewehre und Taschen sind für den Notfall gleich vor Ort.