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Lokalsport MTV Ahnsbeck löst Tanzgruppe auf
Sport Sport regional Lokalsport MTV Ahnsbeck löst Tanzgruppe auf
18:27 10.02.2015
Bei der Neujahrsgala des VfL Westercelle begeisterte - das Team „Restless“ mit ihrem Wettkampftanz „Achterbahn“.  Quelle: Benjamin Westhoff
Lachendorf

Die Tanzformation „Restless“, die für den MTV Ahnsbeck in der Regionalliga angetreten ist, hat sich aufgelöst. „Uns blieb nichts anderes übrig. Schade drum, denn in der Gruppe und in der Aufbaumannschaft für die Regionalliga waren 20 Jugendliche“, berichtet Laura Eder-Castañeda von der Dance Factory Lachendorf. Die Tanzgruppe hatte vom Landkreis keine Hallenzeiten mehr bekommen. „Uns wurde montags um 21 Uhr angeboten. Das ist natürlich für Jugendliche zu spät. Zumal die Mädchen zwei Stunden lang trainieren“, so die Tanzlehrerin.

Da gleichzeitig auch noch ein zweiter Tanzsaal im Studio vom Vermieter wegen Eigenbedarfs blockiert wurde, hatten die Jugendlichen keine Trainingsmöglichkeiten mehr. „Das ist sehr ärgerlich, weil wir uns das über Jahre hinweg aufgebaut haben“, erklärt Eder-Castañeda.

Ein halbes Jahr wurde ihre ursprüngliche Hallenzeit am Dienstag nicht genutzt. „Weil wir eine Balletttrainerin hatten, die nur an diesem Tag zu uns kommen konnte“, berichtet sie.

Danach wurde ihre Hallenzeit ersatzlos gestrichen. Eine Handballmannschaft trainiert seitdem in der Gymnasiums-Sporthalle zu den Zeiten, zu denen sonst die „Restless“-Tanzgruppe aktiv war. „Wir waren aber auch schon zu anderen Zeiten in der Halle, wo andere Mannschaften ihre Hallenzeiten nicht nutzen. Aber da werden keine Hallenzeiten gestrichen. Wir sind die einzige Regionalligamannschaft in Lachendorf gewesen, aber das scheint kaum jemanden zu interessieren weil es ,nur‘ Tanzen ist“, beschwert sich Eder-Castañeda über die mangelnde Wertschätzung ihres Sportes und ergänzt: „Wir haben hier drei Sporthallen. Aber in keiner ist eine vernünftige Hallenzeit zu bekommen. Das kann doch nicht sein.“

Die Jugendlichen, die weiter leistungsorientiert tanzen wollten, sind jetzt ins 15 Kilometer entfernte Westercelle zum VfL abgewandert. Doch auch dort kennt man das Problem mit den Hallenzeiten. Verschiedene Turnkurse mussten schon wegen der Sperrung der Bruchhagen-Halle entfallen. Es sind keine Einzelfälle. In vielen Gemeinden könnten die Sportvereine einen Mitgliederzuwachs verzeichnen, wenn mehr Hallenzeiten zur Verfügung stünden. Im Nordkreis beim TuS Bergen sind die Hallenzeiten gerade noch ausreichend. „Weniger ginge nicht. So müssen zum Beispiel unsere Leistungsturner samstagvormittags in die Halle“, erklärt Horst Liedke, Vorsitzender des TuS Bergen. Überlegungen, eine Kampfsportsparte beim TuS zu gründen, mussten auf Grund der engen Hallensituation vorerst begraben werden.

„Von dem konkreten Fall der ,Restless‘-Tänzerinnen weiß ich nichts, aber generell können wir nur Hallenzeiten vergeben, die auch vorhanden sind. Derzeit sind unsere Hallen ausgelastet“, sagt Reinhard Toboll vom Amt für Bildung, Sport und Zentrale Dienste des Landkreises Celle.

Da würde eine große Mehrzweckhalle, wie sie für Celle angedacht ist, Entlastung schaffen. Auf der CZ-Sportlerehrung bekräftigte Celles Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende sein Engagement für den Bau einer solchen Sportstätte. „Als Oberbürgermeister stehe ich voll dahinter und bin fest entschlossen, das auf den Weg zu bringen“, hatte er während des Events gesagt. Vielleicht kommt dann ja etwas Entspannung in die derzeit sehr enge Hallensituation.

Von Alexander Hänjes