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Lokalsport MTV Eintracht Celle droht Verlust seiner Heimat
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17:14 10.02.2012
Von Uwe Meier
Rolf Nieber Gesch‰ftsf¸hrer des MTV Eintracht Celle in der Halle Quelle: Peter M¸ller
Celle Stadt

Kürzlich erst wurde mit dem Neubau der Feuerwehrhauptwache am Herzog-Ernst-Ring begonnen. Und das auf einem Areal, das bis dahin als Sportgelände vom MTV Eintracht Celle genutzt wurde. Da droht Celles größtem Sportverein schon das nächste Ungemach. Noch in diesem Jahr sollen die Bagger ihre zerstörende Arbeit aufnehmen und zumindest einen Teil der nördlichen Bebauung des Nordwalls dem Erdboden gleichmachen.

Weitere Häuser sollen und werden nach dem bisherigen Stand der Planungen im Zuge der Umsetzung des Verkehrskonzepts „Äußerer Ring“ folgen. Irgendwann in naher Zukunft wird auch das Gebäude mit der Hausnummer 10 an der Reihe sein. Das Gebäude also, in dem der MTV Eintracht Celle seine Geschäftsstelle hat, ein Bewegungszentrum betreibt und in dem auch ein Kindergarten zu Hause ist. Gleich dahinter befindet sich eine, wenn auch kleinere, hundert Jahre alte Sporthalle. Und auch die soll weg – zumindest vielleicht. „Wie konkret mit der Halle umzugehen ist, müssen wir erst noch erarbeiten“, sagt Celles Stadtbaurat Matthias Hardinghaus. „Sicher scheint zunächst, dass der Vorbau abgerissen wird.“ Davon sei auszugehen.

Damit steht fest, dass sich der MTVE auf die Suche nach einem neuen Domizil machen muss. Denn die Zeit wird kommen, in der mit dem Bau der neuen, breiteren Straße „Nordwall“ begonnen wird. Spätestens dann wird klar sein, wohin der Weg für den MTV Eintracht gegangen ist, wo er seine Zelte neu aufgeschlagen hat. Bisher gibt es in diesem Punkt mehr offene Fragen als konkrete Antworten.

„Das Thema ist für uns ja nicht neu“, sagt MTVE-Geschäftsführer Rolf-Peter Nieber. „Wir beschäftigen uns seit einigen Jahren damit.“ Man stehe der Entwicklung am Nordwall keineswegs ablehnend entgegen. „Wir wissen, dass sich die Welt bewegt und dass es halt nicht zu ändern ist“, so Nieber. Ohnehin wäre es wohl überaus schwierig, die Umsetzungen des städtischen Vorhabens zu verhindern. Die Gebäude gehören dem MTVE nicht – genauer gesagt nicht mehr. 1987 hatte der damalige MTV, in der Hauptsache aus finanziellen Gründen, die Gebäude an die Stadt Celle veräußert.

Jetzt wird der Verein das Gebäude kurz- oder mittelfristig räumen müssen. „Wir bräuchten dann natürlich Ersatz“, so der MTVE-Geschäftsführer. Zum jetzigen Zeitpunkt ist allerdings völlig unklar, wie der aussehen würde oder könnte. Zwar habe man seitens der Stadt Celle durchblicken lassen, dass man sich darüber bewusst sei, für den Verein einen Ausgleich zu schaffen. Doch mehr als „das eine oder andere“ Gespräch zwischen Stadt und Verein gab es nach Niebers Aussage bisher noch nicht.

Natürlich sei man sich beim MTV Eintracht im Klaren darüber, dass die Frage nicht allein von der Stadt beantwortet werden kann, sagt er. Auch der Verein müsse sich bewegen. „Natürlich haben wir uns über mögliche Szenarien Gedanken gemacht“, so Nieber. Viele Modelle sind dabei nicht übrig geblieben. So wäre ein Umzug an die Nienburger Straße eine Option, zumal dort neben dem vom Klub neu erbauten Vereinsheim auch einige Abteilungen beheimatet sind. Doch die wird vom Geschäftsführer nicht unbedingt favorisiert. Immerhin sei der MTV seit seiner Gründung im Jahre 1847 Celles Innenstadtverein schlechthin. Insofern wäre eine Lösung, die diese Tradition berücksichtigt, eine deutlich bessere. Das Saarfeld bietet dafür Möglichkeiten.

Doch egal wie, wann und wo – der Umzug wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Denn weder an der Nienburger Straße noch an der Sportanlage am Herzog-Ernst Ring gibt es Gebäude, die den Anforderungen des Vereins entsprechen. Von einer Sporthalle einmal ganz zu schweigen. Die Aktion wird einiges an Geld verschlingen.

Und in diesem Punkt beginnt der Schuh richtig zu drücken. Bekanntermaßen sind die Kassen leer. Der Verein besitzt nicht im Ansatz die finanziellen Mittel, das sich auftürmende Problem im Alleingang zu bewältigen. Dabei wird der MTV Eintracht Celle nicht unerhebliche Hilfe benötigen. „Die Zeit drängt“, meint MTVE-Geschäftsführer Rolf-Peter Nieber. „Entscheidungen müssen her.“