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Lokalsport Marvin Stieler verlässt TuS Celle FC
Sport Sport regional Lokalsport Marvin Stieler verlässt TuS Celle FC
21:39 29.04.2013
Von Christoph Zimmer
Marvin - Stieler
Celle Stadt

Leichter wird der Abstiegskampf wohl kaum. Nun, da Marvin Stieler seinen Wechsel zu Ligakonkurrent Germania Egestorf im nächsten Sommer bekannt gegeben hat. Trainer und Vorstand des TuS Celle FC hatten bislang keinen Versuch unternommen, ihren Kapitän, der schon in der Winterpause an einen Wechsel dachte, von einem Verbleib beim Oberligisten über das Saisonende hinaus zu überzeugen. Also sagt der defensive Mittelfeldspieler brav: „Ich will mich mit dem Klassenerhalt aus Celle verabschieden.“ Dabei steht viel auf dem Spiel. Nicht nur für den Aufsteiger, der vor dem Abstiegsgipfel gegen den Rotenburger SV (morgen, 16 Uhr) auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht ist. Sondern auch für Stieler.

Knüpft Stieler an seine guten Leistungen aus dieser Saison an, wird es als Selbstverständlichkeit gewertet. Scheitert er, wird man ihm nachsagen, in Gedanken bereits in Egestorf gewesen zu sein. „Ich freue mich auf diese Herausforderung und bin im Kopf absolut frei“, sagt Stieler. Den ersten Kontakt mit den Verantwortlichen aus Egestorf gab es bereits im letzten Sommer nach dem ersten Relegationsspiel gegen den SV Bavenstedt. Abgerissen ist er nie. Egestorf sei „ein guter Verein mit einem seriösen Umfeld“. Auch die sportliche Perspektive überzeugte ihn. „Sie wollen in der nächsten Saison in die Regionalliga aufsteigen, das reizt mich sehr.“

Egestorf war nicht der einzige Verein, der sich die Vorzüge des 23-Jährigen sichern wollte. Niemand in Celle verdichtet die Räume in der Zentrale so geschickt wie er, er ist sehr zweikampfstark und führt den Ball im Spielaufbau auch bei hohem Tempo eng. Stieler unterschrieb zunächst einen Vertrag bis 2014, will aber länger bleiben. Es sei nach sechs Jahren im Verein „an der Zeit, auch mal was anderes auszuprobieren“. Dass das offensichtlich angespannte Verhältnis zwischen seinem Vater Gert Stieler, dem dritten Vorsitzenden des Vereins und Präsident Peter Hoop auch ein Grund für seinen Wechsel gewesen sein könnte, dazu wollte sich Marvin Stieler nicht äußern. „Das möchte ich nicht kommentieren.“

Dass die Entscheidung für den Wechsel den Betriebsfrieden der Mannschaft vor dem Spiel gegen Rotenburg gefährden könnte, weiß er. „Den richtigen Zeitpunkt gibt es ohnehin nicht“, sagt Stieler. Er wolle niemanden hinhalten und „die Saison vernünftig zu Ende spielen“. Das Potenzial für den Klassenerhalt in der Oberliga habe die Mannschaft.

Das sieht sein Trainer genauso. „Wir müssen uns für unsere Auftritte endlich belohnen“, sagt Uwe Hicksch, der gestern nach dem Abschlusstraining von Stieler über seinen Wechsel informiert wurde. Vor allem im Abschluss haperte es zuletzt. „Da müssen wir effizienter sein, sonst wird es richtig eng für uns.“ Die gute Nachricht: Rotenburg erzielte in den letzten fünf Auswärtsspielen keinen Treffer. Für die anderen guten Nachrichten müssen die Celler selbst sorgen.