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Lokalsport Mehr als 14.500 Teilnehmer beim Tough Mudder in Hermannsburg (mit Video und großer Bildergalerie)
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22:29 08.07.2018
Hermannsburg

Schlamm verklebt meine Augen. Ich hänge in der Mitte einer etwa drei bis vier Meter hohen Holzwand und versuche mich nach oben zu ziehen. Die Muskeln in meinem Armen sind bis zum zerreißen gespannt und fangen langsam zu zittern an. Es geht nichts mehr. Kurz bevor ich den Halt verliere und runterfalle, packt mich eine Hand von oben. "Komm", ruft mir ein junger Mann zu, der mich am Arm festhält. Von unten schiebt mein Teammitglied Norman Hesebeck meinen Fuß nach oben. Mit letzter Kraft ziehe ich mich so irgendwie auf die Wand.

Es war Tough Mudder auf dem Hof Severloh in Hermannsburg am Wochenende. Mehr als 14.500 Sportler, Adrenalinjunkies und moderne Abenteurer sind zusammengekommen, um bei dem Hindernislauf ihre Grenzen zu testen. Und die CZ ist mittendrin. Etwa 29 Hindernisse gilt es auf rund 20 Kilometern zu bezwingen, um am Ende ein Stirnband, ein T-Shirt und ein Bier mit nach Hause zu nehmen. Für geübte Hindernisläufer ein Klacks. Für untrainierte Zeitungsmitarbeiter eine gewaltige Herausforderung.

Deshalb fangen wir etwas kleiner an: Das fünfköpfige CZ-Team, die "CZ-Mudder", haben sich für die abgespeckte Strecke entschieden. Die hat es immer noch in sich. Es gilt, 17 Hindernisse auf elf Kilometern zu überwinden. "Elf Kilometer? Hattest du nicht acht gesagt", fragt mich Norman, als er davon erfährt. Hatte ich tatsächlich. Aber: Zum einen musste ich ein Team zusammenbekommen und zum anderen habe auch ich erst kurz vor dem Lauf davon erfahren. Die Länge der Strecke variiert und hängt von den Veranstaltungsorten ab. In Hermannsburg bietet der Tough Mudder Norddeutschland die längste Strecke und die meisten Hindernisse.

Doch egal ob acht, elf oder 20 Kilometer: Vor jedem Tough-Mudder-Lauf kommt erst mal das Aufwärmen. Zusammen mit den anderen Läufern unserer Startgruppe heißt es jetzt bei Liegestützen und Dehnübungen zum ersten Mal runter in den Dreck.

Danach geht es auf die Strecke. Nach ein paar begleitenden Erklärungen von einem Tough-Mudder-Mitarbeiter, der gleichzeitig an einen Urlaubsanimateur und einen amerikanischen Drill-Sergeant erinnert, schwören die Neulinge den Tough-Mudder-Eid. Darin heißt es unter anderem, dass es vor allem um den Teamgedanken geht. Jeder Läufer soll anderen helfen. Ein weiterer Punkt des Eids: Es wird nicht gejammert. Dann geht es los.

Das Adrenalin pumpt durch den Körper, während die CZ-Mudder ihren ersten Kilometer der malerischen Strecke durch den Hermannsburger Wald laufen. Dann wird es spannend: Das erste Hindernis kommt in Sichtweite. Ein einfacher Graben mit etwas Schlamm in der Mitte. "Das war jetzt nicht so schwer", sagt einer der Teilnehmer, die nicht zum CZ-Team gehören.

Doch schon kurze Zeit später, bekommen wir zu spüren, warum es Tough Mudder heißt. Es folgen steile Holzwände und immer schlammigere Gräben. Irgendwann laufen wir im Wald nicht mehr auf der Strecke, sondern in einem Bach. Dann durch Brennnesseln. Die Veranstalter sorgen für Abwechslung während des Laufens. Und immer wieder geht es in den Schlamm. Gerne auch mal kriechend, während über unseren Köpfen Stacheldraht gespannt ist.

Ich fühle mich an meinen Wehrdienst erinnert und frage mich, was ich hier eigentlich mache? Und warum zum Kuckuck habe ich am Vortag noch ganze drei Brownies gegessen, die einer unserer Praktikanten in die Redaktion gebracht hat? Einer hätte ja auch gereicht. Aber: jammern gilt nicht. Das habe ich schließlich geschworen.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich mal bei so was mitmache", sagt Max Lober, während wir zusammen am nächsten Hindernis Baumstämme schleppen. "Es macht richtig Spaß", sagt er weiter. Das er Spaß hat, ist auch kein Wunder. Der frühere Kickboxer ist der wohl fitteste Teilnehmer der CZ-Gruppe. Aber auch alle anderen sind mit Freude bei der Sache, vom fittesten und mit 17 Jahren jüngsten CZ-Mudder Max bis zum ältesten Rudi Sander mit 62 Jahren.

Die Bewegung in der Natur, die Freude, wenn man ein Hindernis überwunden hat, all das schüttet Unmengen an Glückshormonen im Körper aus. Aber vor allem der Teamgedanke macht den Unterschied. Wo es bei anderen Hindernisläufen darum geht, nach Bestzeiten zu jagen, steht beim Tough Mudder der Spaß im Vordergrund – und die Idee, auch als "Normalo" einmal seine Grenzen zu testen.

Diese Mischung lockt immer wieder zahlreiche Teilnehmer an. Viele sind nicht zum ersten Mal dabei. Wie zum Beispiel Jorina Feldberg. "Das ist heute mein zehntes Mal", sagt sie lachend. Deshalb hat sie sich auch extra schick gemacht und geht verkleidet als Königin an den Start. Zusammen mit ihrem "Hofstaat" hat sie sich vorgenommen, zuerst den normalen Tough Mudder zu laufen "und danach vielleicht noch den halben. Außerdem wollen wir dann denen helfen, die es sonst nicht schaffen." Die erfahrene Mudderin hat mit ihrer Gruppe schon mehreren Hunderten über die Ziellinie geholfen.

Den CZ-Muddern musste sie nicht unter die Arme greifen. Nachdem wir nach etwa drei Stunden das Ziel erreichen, sind wir erschöpft, aber glücklich. "Es war super", sagt Jasmin Schönhofen Baez. Und auch ich habe nach anfänglicher Skepsis Blut geleckt und Dreck gegessen: Während wir unser hart verdientes Zielbier in Empfang nehmen, steht schon eins fest: nächstes Jahr wieder – dann aber die ganze Strecke.

Wie ein Regenbogen kann so ein blauer Fleck schimmern, wenn die „Rainbow Warriors“ auf der Matte einmal so richtig loslegen. Denn auf dem Boden geht es für die Brazilian-Jiu-Jitsu-Kämpfer rund. Bei der noch jungen Sportart wird nicht wie bei den traditionellen japanischen Kampfsportarten Judo und Jiu-Jitsu getreten, geschlagen oder geworfen. „Wir versuchen unseren Gegner beim ,Rollen‘ an einen Punkt zu bringen, an dem sein Gewicht und seine Stärke keine Rolle mehr spielen, nämlich am Boden“, erklärt Désirée Gotthardt. Dort wird dann versucht, mit dem eigenen Körper den Gegner zu kontrollieren. „Gegebenenfalls wird ein Hebel- oder Würgegriff eingesetzt, um ihn dann zur Aufgabe zu bringen“, ergänzt die Bergerin.

06.07.2018

Nicht nur die Schweine auf dem Bauernhof suhlen sich gerne im Schlamm, sondern auch mehr als 14.000 Hindernisläufer werden sich freudig in den dunklen Matsch schmeißen. Tough Mudder kehrt am Samstag und Sonntag wieder zurück auf das Gelände des sonst so ruhigen Reiterhofs Severloh in Hermannsburg und verwandelt die Umgebung in einen Patsche-Spielplatz der Extraklasse. Auf die Starter warten auf 19 Kilometern 29 Hindernisse und 150 Kubikmetern Schlamm – damit bietet Hermannsburg die längste Matschepampe-Strecke Europas. Tough Mudder ist schließlich kein Ponyhof.

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