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Lokalsport Meike Müller findet den Aufwind
Sport Sport regional Lokalsport Meike Müller findet den Aufwind
15:33 30.08.2010
Von Jürgen Poestges
P1010788_b.jpg und P1010794_b.jpg: - v.L. Siegerinnen der Standardklasse: 3. Gaby Haberkern (BW), 1. Meike Müller (NI), 2. Ramona Riesterer (BW), 4. Kirsten Eichhorn (NI) und 5. Cornelia Schaich (BW). (Foto: Jannes Neumann) - - P1010817_b.jpg: - v.L. Deutsche Meisterin der Standardklasse Meike Müller und viertplatzierte Kirsten Eichhorn. (Foto: Jannes Neumann) Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Zwickau. Entschieden wurde der Wettbewerb während des dritten Wertungsfluges. „Wir mussten unter schwierigen Bedingungen in das Erzgebirge hineinfliegen“, erinnert sich Meike Müller. Es galt, die alte Silberbergwerksstadt Annaberg zu erreichen. „Die Konkurrentinnen konnten keine Aufwinde finden und mussten auf den Feldern der Umgebung landen. Die Segelfliegerin von der Flugsport-Vereinigung Celle machte es da besser: Denn sie sicherte sich in Zwickau mit 3128 Punkten die Deutsche Meisterschaft in der Standardklasse. Und schwärmt: „Das Elbsandstein-Gebirge sieht aus der Luft wunderschön aus. Das muss ich mir unbedingt auch mal vom Boden aus ansehen.“

Müllers Vereinskollegin Kirsten Eichhorn hatte Pech. Es passierte im letzten Wertungsflug, 19 Kilometer vor Zwickau: „Ich habe einen Aufwind nicht erwischt, war zur Landung auf einem Feld gezwungen.“ Dadurch fiel sie in der Gesamtwertung auf Platz vier zurück (2782 Punkte).

Allerdings haben sich beide Pilotinnen des Scheuern Vereins für die Weltmeisterschaften im kommenden Jahr qualifiziert. Die Titelkämpfe finden im schwedischen Aboga statt. Eichhorn hat dort bereits trainiert: „Das Fliegen in Schweden macht großen Spaß, obwohl dort auch große Wald- und Seegebiete zu überfliegen sind, wo man nicht landen kann.“

Bei den deutschen Meisterschaften in Zwickau hatte es Wettergott Petrus mit den Pilotinnen und den Ausrichtern. Es gab häufig Niederschläge. Der Wettbewerbsraum erstreckte sich vom Thüringer Wald im Westen über Hof im Süden, dem Erzgebirge im Südosten, dem Elbsandsteingebirge im Osten und Leipzig im Norden. Es galt, Aufgaben zwischen 190 und 330 Kilometern zu bewältigen. Für die beiden Cellerinnen, die vorwiegend in der Norddeutschen Tiefebene fliegen, stellte gleich die erste Wertungsprüfung eine große Herausforderung dar. Bei nur geringer Wolkenuntergrenze musste der Thüringer Wald südlich von Suhl überquert werden, der Wendepunkt lag bei Oberhof. „Der Gebirgszug des Thüringer Waldes wurde immer größer und höher, als wir näher kamen“, erinnert sich Eichhorn. „Wir hatten teilweise nur noch eine Höhe von 200 Metern, und ich war froh, als wir endlich die Luvseite des Gebirges erreicht hatten.“

Letztlich aber werden sich die beiden Pilotinnen gerne an die „Zwichauer Waserspiele“ zurück erinnern. Denn allem schlechten Wetter zum Trotz wurden die vier erforderlichen Wertungstage erreicht – und die Cellerinnen waren mit dem Endergebnis sehr zufrieden.