Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Meißendorfer Fallschirmspringer gewinnen Bronze bei Deutscher Meisterschaft
Sport Sport regional Lokalsport Meißendorfer Fallschirmspringer gewinnen Bronze bei Deutscher Meisterschaft
17:25 14.09.2016
Von Christopher Menge
Meißendorf

"Man darf seine Augen nur auf die Mitspringer richten“, sagt Teammitglied Birgit Hacke, „wenn man woanders hingucken würde, würde man nicht das gleiche Level halten. Vorgeschrieben sind nämlich nicht nur die Formationen, sondern auch, dass alle acht Springer die gleiche Höhe haben. „Wenn einer zu früh loslässt, gibt es keinen Punkt“, erklärt Hacke.

Mit dem Abschneiden bei der Meisterschaft sei das Team ganz zufrieden gewesen. „Jeder macht mal einen kleinen Fehler“, sagt Hacke, „aber wir sind ein sehr harmonisches Team.“ Vor drei Jahren hatte sich die Mannschaft, dessen Teammitglieder inzwischen über ganz Deutschland verteilt sind, gegründet. Während des Sommers treffen sie sich Fallschirmspringer alle vier bis sechs Wochen, um gemeinsam zu trainieren – am liebsten in Meißendorf. „Da wir acht Springer plus Videomann sind, müssen wir dort aber jeweils eine größere Maschine chartern, die uns in die Luft bringt“, sagt Hacke, „etwa 50 Trainingssprünge machen wir im Sommer.“ Im Winter werde außerdem im Windkanal, beispielsweise in Bottrop oder Bedford, trainiert.

Die Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr war allerdings durch schlechtes Wetter gezeichnet. „Regen oder zu viel Wind haben leider dafür gesorgt, dass wir unser Trainingsziel nicht erreicht haben, daher sind wir besonders froh das wir eine gute Wertung bei der Deutschen Meisterschaft erreicht haben“, sagt Hacke.

Ein Wettkampfsprung besteht aus einer Sequenz von fünf bis sechs Formationen, die aus einem vorgegebenen Pool in zufälliger Reihenfolge gelost werden. Diese Sequenz gilt es, innerhalb der Arbeitszeit so häufig wie möglich in der gelosten Reihenfolge zu wiederholen. Jede vollständig gezeigte Formation ergibt dabei einen Punkt. Der Videomann filmt alles. Anhand seiner Aufzeichnungen vergibt eine Jury die Punkte. Nach insgesamt zehn Sprüngen an verschiedenen Tagen stehen die Platzierungen fest.

Das „MeightO“-Team musste dabei bei drei Sprüngen krankheitsbedingt auch auf Ersatzmann Jörg Raulss zurückgreifen. Während des letzten Flugs absolvierte Alexander „Baatz“ Molke außerdem seinen 1000. Sprung. Nach der Siegerehrung wurde aber vor allem Trainer Uwe Suppa gefeiert, der nicht nur mit den Meißendorfer Fallschirmspringern Bronze gewann, sondern mit seinem eigenen Team in der offenen Klasse auch Deutscher Meister wurde.

„In der offenen Klasse muss man starten, wenn man bei den Einsteigern Erster wird“, sagt Hacke, „wir peilen im nächsten Jahr aber erst mal Silber an.“ Dafür werden sie in Meißendorf trainieren, um die Formationen weiter zu perfektionieren.

Die schöne Aussicht können die Fallschirmspringer übrigens am Ende eines jeden Sprungs doch noch genießen: Auf Höhe von 1500 Metern trennt sich die Formation und alle Springer fliegen möglichst weit auseinander, um den Fallschirm zu öffnen. Dann können sie den Blick auf die Landschaft richten – und genießen.

Christopher Menge