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Lokalsport Mit dem Rennrad durch die Steppe
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13:48 02.12.2011
Fahrrad in Action Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Der Asphalt kocht. Über 40 Grad Celsius herrschen an einem gewöhnlichen Oktober-Vormittag im westafrikanischen Land Burkina Faso. Dort kämpfen 80 Radrennfahrer aus Afrika und Europa um den Sieg im längsten und bedeutendsten Etappenrennen Afrikas, der „Tour du Faso“. Mitten unter ihnen ein Celler: Benjamin Höber. Der 29-jährige Amateur-Rennradfahrer vom RV Schwalbe Trier, der in Mainz lebt, stellte mit fünf Teamkollegen die deutsche Mannschaft bei der 25. Auflage der prestigeträchtigen Rundfahrt.

Für Höber entwickelte sich die Tour, die zum offiziellen Rennkalender des Internationalen Radsport-Verbands (UCI) gehört, zu einem großen Erfolg: Er beendete die „Tour du Faso“ als Gesamt-Fünfter.

„Lieber heiß und staubig als nass und Kopfsteinpflaster“, so das Motto des Rennradfahrers. Hitze und Staub gab es bei den zehn Etappen der 1280 Kilometer langen Rundfahrt zu Genüge: Über zehn Tage forderte das afrikanische Pendant zur „Tour de France“ nicht nur das Können, sondern auch den Willen heraus. So war für Höber und seine Kollegen an drei Tagen des Wettbewerbs auch Zelten in der Steppe zwischen den Rennen angesagt. „Da lagen wir mit den anderen Fahrern fast Rücken an Rücken“, beschreibt er. Man darf nicht zu zartbesaitet sein.“

Zustande gekommen ist die erste Teilnahme einer deutschen Mannschaft seit 15 Jahren bei der „Tour du Faso“ durch einen Teamkollegen des Cellers, der aufgrund seiner Forschungsarbeit über das Radrennen Kontakte zu den Veranstaltern knüpfte. Ebenfalls vor 15 Jahren gewann zuletzt ein Deutscher die Tour: Bahnrad-Olympiasieger Guido Fulst.

Diesen Erfolg versuchte Höber mit seinem Team zu wiederholen. Dafür reiste das Team einige Tage vor dem Start der Rundfahrt um die Hauptstadt Ouagaddugou an, um sich einen Überblick zu verschaffen. „Die Straßenverhältnisse waren eigentlich gut“, war Höber positiv überrascht. „Nur einmal wurden wir auf eine Schotterpiste umgeleitet. Aber das macht eben den Reiz aus.“ Ein wenig enttäuscht ihn die Streckenführung. „Es war fast alles flach und steppenmäßig. Ich hätte mir gewünscht, dass es schwerer wird.“

Sportlich lief es von Beginn an gut für den ehemaligen Sportstudenten. Bereits in den ersten zwei Etappen hielt er mit den erfahrenden Afrikanern mit und wurde jeweils Vierter. Bis zur letzten Etappe belegte Höber sogar den zweiten Rang in der Gesamtwertung mit nur 1:10 Minuten Rückstand auf den Führenden. Am Ende machte ihm jedoch die Technik einen Strich durch den Podiumsplatz: 14 Kilometer vor dem Ziel musste er nach einem Reifenschaden die Konkurrenz davon ziehen lassen. Wenig später war im zweiten Rad die Luft raus. Trotz des Pechs war der Celler sehr zufrieden mit dem unerwarteten fünften Platz.

Auch wenn es für den Prestigeerfolg nicht reichte, wird Höber Im kommenden Jahr zum Kinostar: Eine Produktionsfirma aus Köln verfolgte die deutschen Fahrer auf Schritt und Tritt mit ihren Kameras. Ein genauer Starttermin ist noch unbekannt.

Von Andre Batistic