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Lokalsport „Montags ist Turntag“
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15:09 08.02.2012
Von Christopher Menge
Die gute Seele des Vereins: Marina Prˆve vom TuS Eicklingen Quelle: Christopher Menge
Eicklingen

Montag Nachmittag, 15 Uhr: Marina Pröve nimmt sich bei einer Tasse Kaffee Zeit für ein CZ-Interview. 30 Jahre lang wäre das undenkbar gewesen, denn Montags war Turntag. Seit 1982 war Pröve als Übungsleiterin beim Turnen des TuS Eicklingen aktiv, ehe sie im Dezember verabschiedet wurde. „Ich hätte die kleinen Mäuse schon gerne weiter beobachtet, aber dann wäre ja nie Schluss gewesen“, sagt sie mit einem Lachen.

Für Pröve, die nie gerne selbst im Mittelpunkt stand, sondern durch ihr großes Engagement im ganzen Dorf viel Anerkennung erfuhr, sind die letzten 30 Jahre wie im Fluge vergangen. „Es war ganz normal, jeden Montag mit neuem Programm, neuer Motivation und dem Wunsch, den Kindern etwas beizubringen, in die Halle zu fahren“, möchte Pröve gerne andere motivieren, sich für die Jugend zu engagieren, „das macht super Spaß und man lernt viele neue Leute kennen.“

In den drei Jahrzehnten hat die 54-Jährige, die 1984 ihren Übungsleiter-Schein machte, vom Kinderturnen über das Sportabzeichen bis hin zum Erwachsenenturnen an Geräten alles angeboten. Ihr Herz gehörte aber von Beginn an dem Kinder- und Leistungsturnen. „Für die Wettkämpfe zu trainieren, war immer wieder eine neue Motivation“, blickt die Turnerin zurück. So war Pröve mit ihren Mädels seit 1986 bei allem dabei, was im Kreis und darüber hinaus angeboten wurde. „Toll waren immer die Barsinghäuser Jugendtage“, erinnert sich Pröve, „es gab viele schöne Sachen, die nicht nur den Kindern, sondern auch mir großen Spaß gemacht haben.“

Denn ihr Engagement ging weit über das eigentliche Turntraining hinaus. Waffeln backen, Schlafparty in der Turnhalle, Zelten oder eine Einladung zum Baden im heimischen Swimmingpool gehörten immer dazu. „Es hat Spaß gemacht, diesen Zusammenhalt zu sehen“, sagt die Initiatorin mit leuchtenden Augen.

Um die Mädchen auf den nächsten Wettkampf vorzubereiten, wurde bei den knappen Hallenkapazitäten auch schon mal der Keller oder im Sommer der Garten zur Trainingsfläche. „Die Mädels kamen und sagten: Marina, ich kann meine Übung noch nicht“, erinnert sich Pröve, „da haben wir Matten ausgelegt und zu Hause geübt.“

Ihren Abschied als aktive Übungsleiterin erklärt sie mit der beruflichen Veränderung und mit dem Wunsch, mehr Zeit für ihr Enkelkind Annmarie zu haben. „Zudem war der Nachwuchs an Trainerinnen vorhanden“, ist sich Pröve sicher, dass ihr Werk beim TuS Eicklingen weitergeführt wird. Auch wenn sie sich genauso wie die anderen Vereinsmitglieder erst einmal daran gewöhnen muss, dass für sie der Montag nicht mehr Turntag ist.