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Lokalsport Müdener Thriller und Altenceller Sensation in Handball-Verbandsliga
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18:41 25.04.2016
Celle Stadt

HSG Schaumburg-Nord II –MTV Müden/Örtze30:33 (14:14)

Krimi im Kurstädtchen: Die von Beginn an hart umkämpfte Partie ging der MTV zu hektisch an, lag schnell mit 3:6 zurück. Doch nach einer Deckungs-Umstellung kam der MTV besser in Fahrt. So gewannen die Gäste vermehrt Bälle und verkürzten mit schnellen Gegenstößen zum 9:8 in der 20. Minute.

Auch die beiden HSG-Leistungsträger Alexander Müller und Andreas Lüer hatte Müden jetzt besser im Griff. Das spannende Kopf-an-Kopf-Rennen ging auch in der zweiten Halbzeit weiter – keine Mannschaft setzte sich entscheidend ab. Und so blieb es bis in die Schlussphase spannend, gar dramatisch.

Beide Teams kämpften wie die Löwen um jeden Ball, doch in der 54. Minute setzte sich der Gast von der Örtze erstmals mit zwei Toren ab (26:24). Doch Schaumburg blieb dran, und verkürzte wieder. In der 58. Minute entschied Müden die Partie dennoch mit dem 32. Treffer. Nach den packenden 60 Minuten stürmten die zahlreich mitgereisten MTV-Fans das Spielfeld und jubelten gemeinsam mit den Spielern.

„Wir haben heute eine Klasseleistung abgerufen. Sogar den kurzfristigen, krankheitsbedingten Ausfall von Steffen Müller hat das Team gut kompensiert. Die Einstellung jedes Einzelnen war heute vorbildlich. Wir haben die Angriffe zu Ende gespielt und hinten stand die Deckung sehr stabil. Jetzt müssen wir diesen Willen und die Einstellung mit in die nächsten Partien mitnehmen“, jubelte Co-Trainer Markus Haydl.

MTV Müden: Nissen, Jablonski – Katenz (9), von Bothmer, Laubenstein (je 5), H. Müller (4) Ahrenbeck, Witte (je 3), D. Hüsken (2), Ehlert (1), Parpart, Worthmann.

HSG Rhumetal –SV Altencelle24:25 (9:13)

Unglaublich: Altencelle meldet sich im Abstiegskampf zurück und besiegt den hohen Favoriten. „Ich bin heute wirklich sprachlos und kann es immer noch nicht ganz fassen. Ich bin megastolz auf unsere Truppe. Was wir heute gezeigt haben, war wirklich sensationell. Wir sind wieder da – jetzt muss es weitergehen“, jubilierte SVA-Siebenmeterschütze Sebastian Ebel.

Gerade mal mit zwei Wechselspielern waren die Roselieb-Rocker ins Rhumetal gereist, keine guten Vorzeichen. Der SVA begann sehr konzentriert, die Einstellung stimmte hundertprozentig. Die Altenceller spielten vorne sehr überlegt und packten in der Abwehr kraftvoll zu. So führte der SVA mit 3:1 und beeindruckte den Gegner weiter mit einer couragierten Leistung.

Über 9:4 kam Altencelle zur überraschend deutlichen Halbzeitführung und schnupperte bereits an der Überraschung. In Hälfte zwei spielten die Gäste kompromisslos weiter, was jedoch viel Kraft kostete. Doch die HSG schloss vorne oft zu schnell ab oder kam nicht zum gewünschten Torerfolg. Altencelle hingegen spielte mit Köpfchen, setzte sich durch sehenswerte Kombinationen weiter ab: 17:13, 21:16 bis hin zum 24:17 in der 50. Minute.

Aber die HSG steckte eben auch nicht auf, verkürzte auf 20:25. Dann traf der Außenseiter dreimal in Folge das Gebälk, Rhumetal kam gefährlich dicht heran. Aber am Ende sollte es für die Sensation reichen. Die wenigen Gäste-Spieler lagen sich völlig erschöpft in den Armen und trauten ihren Augen nicht. Trainer Reinhard Roselieb: „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Wir waren nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch besser. Hinten raus ließen die Kräfte nach, sonst hätte der Sieg noch höher ausfallen müssen. Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Endspiel gegen Wietzendorf.“

SV Altencelle: Hövermann, Kibellus – Kisser (1), Wernig, Weinmann (10), Ebel (3/3), Dralle (2), Kolle (5), Petersen (1), Herbst (3).

Von Stefan Mehmke