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Lokalsport „Mutig und frech nach vorne spielen“
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15:21 29.03.2012
Von Christopher Menge
Celle Stadt

Für den SVG Celle beginnen mit dem Auswärtsspiel am Sonntag, 16 Uhr, bei der TPSG FA Göppingen die Wochen der Wahrheit in der Handball-Bundesliga. Dabei gehen die Celler auch gegen den Drittletzten als klarer Außenseiter in die Partie, denn zu Hause sind die Göppinger eine Macht. Der SVG hat aber dennoch gute Erinnerungen an die EWS-Arena. Vor zwei Jahren feierte die Mannschaft von Trainer Martin Kahle dort ihren ersten Bundesliga-Sieg.

„Gerade zu Hause entwickeln sie enorm viel Qualität“, verweist Kahle auf die Heimstärke der Göppinger, die unter anderen den Deutschen Meister Thüringer HC vor heimischer Kulisse schlugen. Gegen Oldenburg und im Pokal gegen Leipzig boten sie ebenfalls eine starke kämpferische Leistung und verloren nur mit einem Tor. Dem Fünften, Bayer 04 Leverkusen, trotzte die TPSG ein Unentschieden ab. Von den zwölf Punkten holten die Göppingen acht zu Hause.

Die sehr aggressive Verteidigung der Göppinger lernten die SVG-Spielerinnen schon im Hinspiel kennen, die teilweise über das Erlaubte hinaus ging. Neben jeder Menge Erfahrung im Team haben die Göppinger mit der ehemaligen Cellerin, Jasmina Jankovic, zudem eine überragende Torfrau. „Wir haben nur eine Chance, wenn wir mutig und frech nach vorne spielen“, glaubt Kahle, der weiß, dass vier bis fünf Spielerinnen die optimale Leistung abrufen müssen, um etwas Zählbares mit nach Celle nehmen zu können. Das wäre im Hinblick auf das Spiel gegen den direkten Konkurrenten DJK/MJC Trier,am Ostersonnnabend Gold wert. „Damit beschäftigen wir uns aber noch nicht, wir haben uns auf Göppingen vorbereitet“, betont Kahle.

Die Basis für ein gutes Spiel muss der SVG in der Defensive legen. „Mir schwebt eine Strategie für das Spiel vor, aber wir sind variabel genug, das im Spiel zu ändern“, weiß Kahle, dass seine Mannschaft sowohl eine 6:0- als auch eine 5:1-Deckung spielen kann. Probleme hat der SVG während der ganzen Saison im Angriffsspiel. „In Stresssituationen werden oft die falschen Entscheidungen getroffen“, kritisiert Kahle, „Es wird in Göppingen darauf ankommen, sich gute Wurfmöglichkeiten zu erspielen.“

Und diese beim starken Rückraum der Gastgeber nicht zuzulassen. Mit der österreichischen Nationalspielerin, Beate Scheffknecht, der litauischen Nationalspielerin, Birute Stellbrink, sowie Maike Daniels und Alena Vojtiskova haben die Göppinger mehrere Spielerinnen in ihren Reihen, die ein Spiel alleine entscheiden können.

Die herbe 20:36-Klatsche der Göppinger in Frankfurt (Oder) am letzten Spieltag hat für Kahle keine Bedeutung in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel. „Ich habe sie gegen Leipzig live gesehen und weiß, wie stark sie sind“, lässt sich der Trainer nicht blenden.

Die Mannschaft, die weiterhin auf Jessica Geier und Jolanda Robben verzichten muss, startet am Sonnabend Vormittag Richtung Göppingen und wird 100 Kilometer vom Spielort entfernt in einem Hotel übernachten. Am Sonntag soll dann „mutig und frech“ der erste Saisonsieg eingefahren werden.