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Lokalsport Nach Abstieg verlassen Leistungsträger Volleyballer des VfL Westercelle
Sport Sport regional Lokalsport Nach Abstieg verlassen Leistungsträger Volleyballer des VfL Westercelle
22:28 04.05.2015
Von Heiko Hartung
Zwei von vier sicheren Abgängen: Julian Mann (links) und André Helm spielen künftig nicht mehr für Westercelle. Quelle: Alex Sorokin
Westercelle

„Es hätt noch immer jot jejange“ – dieses rheinische Grundgesetz gilt für die Volleyballer des VfL Westercelle seit dem Wochenende nicht mehr. Denn nach dem Relegationsspiel gegen den Oberliga-Zweiten Oldenburger TB steht fest: Westercelle hat den Verbleib in der Regionalliga nicht geschafft. Die Herausforderer aus Westniedersachsen gewannen die Alles-oder-nichts-Partie mit 3:1 (25:23, 22:25, 25:19, 25:18). Zwei Mal in den vergangenen drei Jahren hat das Team – damals noch unter dem Namen TuS Böckel – bei einer Auf- und einer Abstiegsrelegation das bessere Ende für sich gehabt. Diesmal ist es nicht gut gegangen.

Dabei standen die Zeichen nicht schlecht für Westercelle. Etwa 40 Fans hatten die Spieler um Interimstrainer Timm Conrad im Bus begleitet und unter den insgesamt 300 Zuschauern in der Halle mit Pauken und Schlachtrufen ordentlich Stimmung gemacht. „Das war eine Atmosphäre, die richtig Spaß gemacht hat“, berichtet Conrad. Obwohl die Westerceller eine turbulente Saison hinter sich haben, in der sie erst am letzten Spieltag dem direkten Abstieg entronnen waren, war man voller Hoffnung nach Oldenburg gefahren.

Im ersten Satz führte der VfL zeitweilig, verlor aber knapp mit 23:25. „Da war die Psyche mit im Spiel“, meint Conrad. Als der zweite Satz mit drei Punkten Vorsprung gewonnen war, keimte Hoffnung auf. Die Sätze drei und vier gingen dann aber recht deutlich an die Gastgeber, die damit den Aufstieg in die vierte Liga geschafft haben. „Da ließ die Konzentration bei uns nach. Aber es ist müßig, jetzt nach Fehlern zu suchen“, so Conrad. „Auf der Rückfahrt herrschte gedrückte Stimmung, aber man muss akzeptieren, dass Oldenburg letztlich den besseren Tag erwischt hatte“, resümiert er.

Einen „kleinen Strohhalm“ gibt es noch für die Westerceller: Bei bestimmten Abstiegskonstellationen aus der 2. und 3. Liga könnte es einen Absteiger weniger aus der Regionalliga Nordwest geben und der VfL wäre doch noch gerettet. „Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr gering“, meint Conrad. Kommende Woche wird sich zeigen, ob der „Strohhalm“ zum „Rettungsanker“ wird.

Dann soll es auch Gespräche geben, ob und wie es mit dem Team, das erst vor der Saison geschlossen aus Bröckel zum VfL gewechselt war, weitergeht. Fest steht, dass einige Leistungsträger den Klub verlassen. Zuspieler Torben Schiewe ist bereits weg und auch Julian Mann, André Helm und Karsten Weber haben ihren Abschied angekündigt. „Spieler dieses Kalibers sind nur schwer zu ersetzen. Man bräuchte Leute mit Regionalligaerfahrung“, so Conrad. Offiziell schmiss das Quartett aus zeitlichen und berufsbedingten Gründen das Handtuch beim VfL. Doch die Tatsache, dass es dem Verein seit fast einem Jahr nicht gelungen ist, für sein Volleyball-Aushängeschild einen Trainer mit der nötigen B-Lizenz zu finden, spielt sicherlich mit hinein.

Nun droht das Team auseinanderzubrechen: „Ein weiteres Jahr ohne festen Trainer – da würden sich die wenigsten drauf einlassen. In diesen Spielklassen geht es ohne fachliche Anleitung von außen nicht. Dazu opfern wir zu viel Zeit für unseren Sport“, ist sich Interimscoach Conrad sicher. Fest steht nur: Der langzeitverletzte Spieler ohne Trainerschein steht künftig nicht mehr als Zwischenlösung zur Verfügung. Und von einem potenziellen Nachfolger hat Conrad bislang nichts gehört. „Et kütt wie et kütt“, würde man wohl im Rheinland sagen.

VfL Westercelle: Schnittger, Mohwinkel, Elbrandt, Stahnke, Helm, Hoffmann, Schönfelder, Koch, Weber, Mann, Dall, Lennartz.