Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Nach Kahlschlag hat Celler Meissner die WM im Visier
Sport Sport regional Lokalsport Nach Kahlschlag hat Celler Meissner die WM im Visier
19:41 24.07.2017
Bei solchen Mannschaftskollegen braucht man keinen Friseur mehr: Tobias Hippler schert Cedric Meissner den Schopf. Bei seinem Medaillengewinn hatte der Tischtennisspieler des TuS Celle 92 noch volles Haupthaar. Quelle: Marco Steinbrenner (2)
Celle Stadt

Und das kam so: Cedric Meissner, der im letzten Moment noch auf den EM-Zug aufgesprungen war, hatte zu seinen Eltern gesagt: „Wenn ich für die Europameisterschaften nominiert werde, in der Mannschaft zum Einsatz komme und wir die Goldmedaille gewinnen, lasse ich mir die Haare bis auf drei Millimeter abrasieren.“ Gesagt – getan: Am Finaltag organisierten die Zhu-Schützlinge in einem nahe gelegenen Einkaufszentrum einen elektrischen Haarschneider. Der Bundestrainer selbst durfte loslegen, es folgten die drei Mannschaftskollegen sowie Hielscher.

Nach gut 15 Minuten war die Aktion im Zimmer 414 des Vier-Sterne-Teamhotels in Guimaraes beendet. Meissner schaute zunächst etwas unglaubwürdig in den Spiegel, konnte aber nach einigen Sekunden schon wieder lachen. Und das völlig zu recht, denn wenige Stunden zuvor hatte der 17-Jährige an der Seite des Schweden Simon Soderlund schließlich den zweiten Platz im Doppel-Wettbewerb belegt und damit eine weitere Medaille gewonnen. „Das ist einfach unglaublich. Ich spiele meine erste Jugend-EM und dann stehe ich direkt zweimal auf dem Podium.“

Das Jahr ist noch nicht beendet, denn durch den EM-Titel hat sich die Auswahl des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) gleichzeitig auch für die Jugend-Weltmeisterschaften im italienischen Riva del Garda (26. November bis 3. Dezember) qualifiziert. Aufgrund der starken Konkurrenz aus Asien wird es für das Zhu-Quintett eine Herkulesaufgabe werden, dort ebenfalls Edelmetall zu gewinnen. Im Vorfeld der Welttitelkämpfe, zu denen die beiden TuS-Spieler aber erst noch vom Bundestrainer nominiert werden müssen, wird sich Cedric Meissner mit einer Prognose zurückhalten. Das steht schon jetzt fest.

Beim gestrigen Rückflug von Porto nach Frankfurt am Main war neben dem EM-Triumph auch die Haarfrisur Meissners das Thema schlechthin in der DTTB-Delegation. Mit einer Cap auf dem Kopf stieg der Linkshänder in den Airbus 320. Sichtlich wohl war ihm mit der neuen Frisur nicht. „Dafür habe ich aber zwei Medaillen im Handgepäck“, merkte er mit einem Augenzwinkern an.

Von Marco Steinbrenner