Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Lokalsport Nächstes Ziel: Weltrangliste - Hambührener Tennisspielern hat viel vor
Sport Sport regional Lokalsport Nächstes Ziel: Weltrangliste - Hambührener Tennisspielern hat viel vor
21:13 11.03.2015
Von Heiko Hartung
Jennifer Wacker trainiert bis zu fünf Stunden täglich für ihren Profi-Traum. Im Masters-Finale von Bremen schlug sie ihre Gegnerin Anica Stabel (kleines Foto, links) mit 6:4 und 6:2. Quelle: Alex Sorokin, Nicolas Sanchez de la Torres
Celle Stadt

Eigentlich verfolgen Jennifer Wacker und ihr Vater und Coach Oliver Wacker das Prinzip der kleinen Schritte: Innerhalb von drei Jahren will das Tennis-Talent aus Hambühren den Sprung ins Profigeschäft schaffen (die CZ berichtete). Doch in diesem Jahr steht für die 18-Jährige ein enorm großer Schritt bevor. Jennifer Wacker will ihre ersten Erfahrungen im internationalen Frauen-Tennis sammeln. „Jenny spielt im Sommer ihre ersten Weltranglisten-Turniere“, kündigt Oliver Wacker an.

Vater und Tochter wissen, dass dieses Unterfangen nicht einfach wird. „Der erste Schritt ist der schwerste“, weiß der 45-Jährige. Denn bevor eine Spielerin in der weltweiten Bestenliste geführt wird, muss sie sich als Qualifikantin bis ins Hauptfeld eines Weltranglisten-Turniers kämpfen und dort erste Erfolge verbuchen. Belgien, Dänemark, später Spanien oder Türkei – die momentane Nummer 133 der deutschen Rangliste wird in den kommenden Monaten viel aus dem Koffer leben. „Jenny wird auch weiterhin auf nationaler Ebene Erfahrung sammeln. Aber wir wollen auch bei Auslandsturnieren Profiluft schnuppern“, sagt der Trainer.

Auftrieb hat Wackers Laufbahn am vergangenen Wochenende bekommen. Da gewann die junge Frau in Bremen das Masters-Turnier der fünf Tennis-Nordverbände. Auf dieser Turnierserie für U21-Nachwuchsspieler haben auch Weltklassespielerinnen wie Julia Görges, Mona Barthel oder Angelique Kerber vor Jahren Erfolge gefeiert.

Bei Turnieren in Berlin und Kaltenkirchen hatte Wacker die nötigen Punkte gesammelt, um sich für die Endrunde der besten Acht der Verbände Berlin-Brandenburg, Hamburg, Niedersachsen, Nordwest und Schleswig-Holstein zu qualifizieren. Im Tennis-Leistungszentrum in Bremen war Wacker, die beim Masters für den Verband Nordwest antrat, aufgrund ihrer Ranglistenplatzierung an Position 1 gesetzt. Ihre drei Vorrunden-Matches gewann die 18-Jährige jeweils glatt in zwei Sätzen gegen Paula Diederichsen (Nordwest), Vanessa Reinicke (Berlin-Brandenburg) und Celine Kirst (Schleswig-Holstein). Der Finaleinzug war perfekt. Dort traf sie auf die Berlinerin Anica Stabel. Wacker gelang ein guter Start und sie führte rasch mit 5:2 im ersten Satz. Dann wurde Stabel stärker und verkürzte auf 5:4. In einem engen Aufschlagspiel setzte sich Wacker aber zum 6:4-Satzgewinn durch. Der Beginn des zweiten Satzes verlief sehr eng, dann setzte sich die Hambührenerin aber ab und sicherte sich den Titel mit einem 6:2.

Neben dem Titel kassierte Wacker 600 Euro Preisgeld. „Sie hat während des gesamten Winter-Circuit nur einen Satz verloren“, freute sich Oliver Wacker, der mit den Leistungen seiner Tochter während des gesamten Turniers zufrieden war. „Insbesondere, da einige Tage zuvor noch gar nicht feststand, ob sie hätte spielen können, da sie mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte“, sagt Wacker. Aber auch das soll bis zu den ersten Auftritten auf der internationalen Bühne ausgestanden sein.